Sorgfaltspflichten. Wenn Frank Schirrmacher einen Bestseller schreibt

Vorbemerkung der Redaktion: Der folgende Text wird in der Printfassung im Märzheft des Merkur erscheinen. Wir machen ihn hier vorab zugänglich – und vor allem auch kommentierbar. 

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In diesen Tagen ist Frank Schirrmachers neuer Bestseller erschienen. Ego. Das Spiel des Lebens heißt er, und wovon auch immer er handeln mag, er wird monatelang auf der Liste des Spiegel stehen, in allen Zeitungen mit ernster Gebärde rezensiert werden, eine wichtige und längst überfällige Debatte anfachen oder lostreten, und Alexander Kluge wird sich seinen Inhalt in einem Selbstgespräch mit dem Autor zu eigen machen. Von diesem Buch kann hier nicht weiter die Rede sein; trotzdem soll Ihre Kaufentscheidung massiv und nachhaltig beeinflusst werden.

In Schirrmachers letztem Bestseller, Payback, ging es um den Computer und das Internet. Zwei Rezensenten fanden einen Fehler in der vierten Zeile der ersten Seite. »Tweeds« stand da, gemeint war aber »Tweets«. Wer eine Kurznachricht, die über den Internetdienst »Twitter« verbreitet wird, mit einem Anzugstoff verwechselt, gaben sie zu bedenken, werde den Nerds wenig zu sagen haben. Das ist wohl wahr. Wenn man trotzdem weiter liest, findet man sechs Zeilen später diese Worte: Würde ich morgen vom Internet oder Computer geschieden werden, wäre das nicht eine Trennung von dem Provider, sondern es wäre das Ende einer sozialen Beziehung, die (!) mich tief verstören würde. (13) So steht es im zweiten Absatz der ersten Seite der ersten Auflage, so steht es auch noch in der zweiten, in der dritten und in der vierten Auflage und im Taschenbuch. Und selbst als Schirrmacher in einem Tonstudio saß, um seinen Text für die Hörbuchausgabe vorzulesen, fiel ihm nichts auf. Ihm gegenüber saß ein Regisseur, dem auch nichts auffiel.

Und so geht es immer weiter, über 240 Seiten bis zu den Anmerkungen und dem Personenregister. Ständig muss der Leser schlauer sein als der Text, wenn er ihn verstehen will. Hier muss ein Komma, dort ein Wort eingefügt oder gestrichen werden, hier muss man den Numerus, dort das Tempus oder den Modus eines Verbs korrigieren, bis man meint, man habe es nicht mit dem Kulturkopf der FAZ zu tun, sondern mit einem Praktikanten von Kicker online. Viele Sätze muss man zwei- oder dreimal lesen, bevor man den Fehler entdeckt und beheben kann. Dann erst stellt ein Sinn sich ein, von dem man aber nie mit Gewissheit annehmen darf, er treffe das, was der Autor sagen wollte. Das Internet fresse unsere Zeit und unsere Aufmerksamkeit, behauptet Schirrmacher. Bei der Lektüre seines Buches denkt man eher, es sei die Verkommenheit der hiesigen Verlagsbranche.

Da eröffnen sich Raum (38), da nimmt die Informationstechnologien uns Zeit (38). Es fällt aber vielen von uns sehr schwer, uns daran zu erinnern, was wir vor zwanzig Minuten an diesem Computer getan haben (67), auch wenn es schon reichte, dass sie sich daran erinnerten, was sie getan haben. Diese Präsentationen musste eine falsche Vorstellung erzeugen (84), eine Gruppe von Forschern wollten wissen (95), deutlich haben das eine Reihe von Bloggern ausgesprochen (125), Web-Designer setzen Reize, die der Verführungskraft entspricht (165), eine Gruppe von Forschern haben sich gefragt (175): Könnte es sein, dass die Automatismen den Menschen den Blick verstellt (175)? Die zweite Gruppe, denen die Objekte präsentiert wurden, hatten unbewusst verinnerlicht (179), aber die Gruppe, denen die Fakten vorgestellt wurden, fand kreative Lösungswege (180). Eine Gruppe bekam Informationen – in der Hoffnung, ihnen damit das Gefühl zu geben, durch die Informationen das Gefühl von Kontrolle zu bekommen (186). Die Art, wie die Logik unseres Hirns und unser zentrales Nervensystem statistisch funktionieren, entsprechen einem Wirtschaftssystem (204).

Schirrmacher berichtet von Japanern, die systematisch, also absichtlich und konsequent, ihre U-Bahn-Station verpassen (15), er fordert den Leser auf, lang genug auf einen Buchstaben zu schauen (173); es werden zu viel Kekse gegessen (172), es gibt einen Schalter, der, wenn man ihn drückt, seinen immer besser perfektionierten »Informations-Duft« verströmt (165), es gibt eine Denkoperation, die genau nicht in Rezepten bestand (187), eine Kombination von menschlicher Intelligenz und eines fremden digitalen Gedächtnisses (195) und selbstverständlich auch einen Kontrollverlust über Informationen (58) und das Prüfungsmaterial für eine der wichtigsten Examensprüfungen (180); statt unendlich vieler Informationen und Schritte gibt es unendliche Informationen (42) und unendliche Schritte (178); jemandem wird durch einen Windhauch die Suchrichtung erleichtert (136), und es kommen Nachrichten über Telefon oder die Haustür (161).

Die Freunde des Doppelpunkts und des Gedankenstrichs beschenkt Schirrmachers Satzbau reich, die Liebhaber vollständiger Perioden enttäuscht er hundertfach. Oft genügt ein einziges Wort, eine Nominalgruppe oder ein Nebensatz, um den Raum zwischen zwei Punkten auszufüllen. Was in der Möglichkeit startet, wird manchmal zu einer Notlandung in der Wirklichkeit gezwungen: Würde man sie am Montag bitten, einen Film für den Mittwoch auszusuchen, sind sie nicht imstande, ihre vorauseilende Erschöpfung zu relativieren. (168) Immer wieder sollen metaphorische Ausdrücke buchstäblich verstanden werden, und es hat den Anschein, dass in Schirrmachers Gedankenwelt nichts vorkommt oder geschieht, was nicht auch zunehmend vorkommen oder geschehen könnte. Die Artikel werden, wenn sie nicht sowieso fehlen, vollkommen sinnlos über die Seiten verstreut: Er hat jetzt erst Verlage und Zeitungen, Fernsehen und die Musikindustrie betroffen (19), also mehrere Verlage und Zeitungen, eine unbestimmte Menge Fernsehen und die gesamte Musikindustrie.

Immerhin wird man für all die Hässlichkeit hin und wieder entschädigt mit Sätzen von geradezu rührender Blödheit: Menschen haben ein Bedürfnis danach, dass Dinge so und nicht anders sein können. (180) Wir wissen nicht mehr, was Lernen und Lehren bedeutet. Das zeigt sich dort, wo über unsere Zukunft entschieden wird: im Bereich des Lernens und der Bildung. (214) Unter dem Eindruck einer computerisierten Welt wird die ganze Welt zum vorformulierten Rezept. (175) Auf die letzte Frage lautet die Antwort eindeutig: Ja. Und wie lautet diese letzte Frage? Man möchte es lieber nicht glauben, aber sie lautet tatsächlich: Nehmen wir den maschinenzentrierten Blick auf die Welt ein oder den menschenorientierten Blick? (80)

Angesichts dieses sprachlichen Schrotthaufens möchte man sich natürlich sehr gern von Schirrmacher erklären lassen, wie Fehler in Texten aufzufinden sind. Es gibt zwei häufige Arten von Wortfehlern. Bei der einen Art entsteht ein Wort, das nicht existiert, Sanne statt Sonne, Mont statt Mond. Menschen können solche Fehler mit neunzigprozentiger Zuverlässigkeit erkennen, Computer sind zu hundert Prozent zuverlässig. (44) Menschen erkennen in diesem Buch ungefähr 250 Fehler. Folglich kann kein Mensch es gelesen haben, bevor es gedruckt wurde. Computer erkennen Max-Planck-Institus (40), hervorbingen (111), exisitiert (125), Hygenie (171), wiederzum (178), müsssen (188) und auzustatten (211). Mont erkennen sie nicht, denn das französische Wort für »Berg« kommt zuweilen auch in deutschen Texten vor, in Goethes Briefen allein zwanzigmal.

Dass irgendjemand an der Aufgabe scheitern könnte, beliebig viele Buchstaben so zu kombinieren, dass dabei kein Wort entsteht, hat man nicht erwartet. (Wer Schirrmacher zugute halten will, er sei immerhin mit Sanne erfolgreich gewesen, lese einmal das Grimmsche Märchen vom Fundevogel.) Und dass jemand es wagt, sich über die Vorteile der automatischen Orthografieprüfung auszulassen, ohne von ihr Gebrauch zu machen, ist eine sehr unfreundliche Botschaft. Sie lautet ungefähr so: »Lieber Leser, es ist mir schnuppe, was für einen Dreck ich dir vorsetze, denn ich weiß ja, dass du ihn fressen wirst.« Diese Widmung wird auch vom Verlag unterschrieben, der mit einem solchen Buch wohl eine Million machen möchte, sich aber nicht bemüßigt fühlt, 300 Euro für eine anständige Textkorrektur auszugeben.

»Eine neue Generation ist ein neues Hirn«, hat Gottfried Benn gesagt, und manchmal baut sie auch neues (!). Wie die beiden Jungen Sergej Brin und Larry Page, die siebzig Jahre nach Alan Turing mit Lego spielen (!) und eines Tages daraus ein (!) Kasten bauten, der nichts weniger war, (!) als der erste Server der Welt. (25) Welcher andere Autor hätte es wohl geschafft, bei der Formulierung einer an sich schon blödsinnigen Aussage auf fünf Zeilen vier Fehler unterzubringen? Aber welcher andere hätte aus dem ersten Server der Welt nicht den weltweit ersten Server gemacht? Für solche kleinen Schönheiten sollte man dankbar sein.

Eine der Thesen dieses Buches lautet, wir alle seien überfordert von der Unmenge an Informationen, die pausenlos auf uns einstürzten, und könnten nicht mehr unterscheiden, was wichtig und was unwichtig ist. Wir Informationsüberladenen sollten uns bekennen. Der Philosoph Daniel Dennett hat das Genre der intellektuellen Selbstbezichtigung unlängst in einem Artikel für die »New York Times« wunderbar neu belebt. Und von ihm können wir lernen: »Wir sind keine Minderheit, wahrscheinlich sind wir die leidende Mehrheit.« So übersetzt Schirrmacher »a silent majority«, was zweifellos nicht ganz korrekt ist. Dann fährt er fort: Wir sind überall. Wir könnten Ihre Brüder und Schwestern oder Ihre Töchter und Söhne sein. Wir sind Krankenschwestern und Ärzte, Polizisten und Lehrer, Journalisten und Wissenschaftler. Wir sind auch schon in den Kindergärten und Schulen. (17)

Und an diesen Worten, eher Paraphrase als Zitat, weshalb sie auch nicht in Anführungszeichen erscheinen, gibt es nur wenig auszusetzen. Bei Dennett heißt es: »We are all around you: we’re doctors, nurses, police officers, schoolteachers, crossing guards and men and women serving in the military. We are your sons and daughters, your brothers and sisters.«(3) Aber wer sind die Leute eigentlich, von denen Dennett spricht und die er »the brights« nennt? »What is a bright? A bright is a person with a naturalist as opposed to a supernaturalist world view. We brights don’t believe in ghosts or elves or the Easter Bunny – or God.«

Während Schirrmacher ihn als Gewährsmann für die Überforderung der Menschen durch das Internet vorführt, geht es Dennett vom Anfang bis zum Ende seines Artikels ausschließlich um Atheisten und Agnostiker, die in den Vereinigten Staaten aus verschiedenen Gründen unter Druck geraten seien und die er tatsächlich auffordert, sich öffentlich zu bekennen: »The time has come for us brights to come out of the closet.«

Da also die Opfer der Informationslast in der Mehrheit sind, muss diese Last selbst unermesslich groß sein. Kein Mensch kann mehr daran zweifeln, dass wir in eine neue Ära eingetreten sind, aber die Zweifel, wohin sie uns führt, wachsen täglich. Das Gefühl von Vergesslichkeit und Vergeblichkeit steht nicht im Widerspruch zu den gigantischen Datenmengen, die täglich gespeichert werden, sondern ist deren Resultat. Nichts mehr, das verweht, und keine Frage, die nicht ohne Antwort bliebe. Nach einer Berechnung der Universität Berkeley wurden im Jahre 2003 auf allen bekannten Datenträgern, von Print bis Internet, 5 Exabyte neuer Informationen gespeichert. Die unvorstellbare Zahl entspricht allen jemals von Menschen auf der Erde gesprochenen Worten. Die jüngste Studie, die 2010 publiziert werden soll, wird eine weitere Informationsexplosion verzeichnen. Jede dieser Informationen muss von irgendjemanden (!) produziert und gesendet und von einem anderen gelesen und gespeichert worden sein. (18)

Schirrmacher mag zweifeln, wohin er will; doch wer wird einem Autor folgen, der schon über eine dreifache Negation stolpert und das Internet für einen Datenträger hält? Die Menschheit habe, so steht es hier geschrieben, im Jahr 2003 (das aber in der zitierten Studie das Jahr 2002 ist) ebenso viel gelesen, wie sie in den Jahrtausenden zuvor gesprochen hat.

In Wirklichkeit ist von diesen 5 Exabyte (5 Millionen Terabyte) nichts gesendet und nur das Allerwenigste gelesen worden. Die bekannten Datenträger sind »print, film, magnetic, and optical storage media«;(4) und »information« ist nicht »Information« im herkömmlichen Sinne, sondern alles, was sich auf ihnen speichern lässt. Den größten Bitbedarf haben Filme, Fotos und Musikaufnahmen; was man lesen kann, verschwindet im Vergleich. Obwohl aus der Studie auch hervorgeht, dass der »electronic flow of new information« im ehrwürdigen Drahttelefon 2002 noch dreißigmal so groß war wie im Internet, insinuiert Schirrmacher, es gehe bei diesen gigantischen Datenmengen um Informationen von Print bis Internet, die wir alle irgendwie bewältigen müssen. Denn kaum jemand fühlt sich wohl von dem Umstand überfordert, dass sein Nachbar ständig telefoniert und achthundert Familienfotos besitzt.

Schirrmacher kennt noch mehr große Zahlen. Eine von ihnen betrifft das Multitasking, das uns ständig von dem ablenkt, was wir eigentlich tun sollen und wofür wir bezahlt werden. Die Kosten dieser Ablenkung für die Produktivität – 588 Milliarden Dollar und zweieinhalb Arbeitsstunden pro Tag – sind enorm. (63) Was soll man nun wieder mit dieser Absurdität anfangen? 588 Milliarden Dollar am Tag wären das zehnfache BIP der USA, zweieinhalb Arbeitsstunden am Tag wären nichts. Schirrmacher verheimlicht seine Quelle, sie ist aber leicht zu finden.

Die Unternehmensberatungsfirma Basex veröffentlichte 2005 einen Bericht, in dem sie behauptete, durch eine Befragung von »hundreds of knowledge workers« herausgebracht zu haben, jeder einzelne werde von allen möglichen modernen Kommunikationsmitteln für zweieinhalb Stunden am Tag von seiner eigentlichen Arbeit abgehalten. »Interruptions now consume 28% of the knowledge worker’s day … This translates into 28 billion lost man-hours per annum to companies in the United States alone. Assuming an average salary of $21/hour for a knowledge worker, the cost to business is $588 billion.«(5) Diese Zahlen kommen von einer Firma, die ihren Kunden die Lösung eines Problems verkaufen will und deshalb womöglich dazu neigt, es zu übertreiben. Ob sie zitierbar sind, fragt Schirrmacher sich nicht. Er zitiert sie, weil sie ihm in den Kram passen, und macht sich lächerlich, weil er sie nicht richtig zitieren kann.

Vergleicht man den Computerspiel-Konsum eines durchschnittlichen Jugendlichen mit der Zeit, die ein Manager täglich an den Tasten seines Blackberry herumspielt, um nach aktuellen Nachrichten zu suchen, wird man auf vergleichbare Zeiten stoßen. (28) Es ist ohnehin stets zu empfehlen, nur Vergleichbares zu vergleichen, auch wenn das Frankfurter Feuilleton sich zur künstlichen Erzeugung von Tiefsinn gern des Tricks bedient, gerade solche Gegenstände zu vergleichen, die nichts miteinander zu schaffen haben, das Tertium Comparationis mit Gewalt herbeizuziehen und das Resultat, das aus nichts besteht als der Feststellung, das Verglichene sei vergleichbar, für einen Gedanken auszugeben. Diesen Trick hat Schirrmacher hier leider falsch angewendet, obwohl er eigentlich doch weiß, wie’s geht: Auch die Bibel war einst eine große Suchmaschine. (192)

Die Kunst der gesuchten Analogie wird in Payback ausführlich zelebriert, denn mit ihrer Hilfe lässt sich dezent der ungeheure Bildungsschatz andeuten, über den der Autor verfügt; ihr Wert für die Erkenntnis ist allerdings gering. Der »Schachtürke« des Wolfgang von Kempelen war ein mechanischer Schachspielautomat, der quietschte und ratterte und stockte und aus dessen Innerem man das Pumpen hydraulischer Maschinen hörte. Wozu man allerdings prophetische Ohren brauchte, da es solche Maschinen im Jahr 1770, als der Schachtürke zum ersten Mal auftrat, noch nicht gab. Aber was will Schirrmacher eigentlich mit ihm? In dem großen Kasten saß ein kleiner Mensch, und dieser Mensch … Teufel auch! Wir werden mehr und mehr zu diesem Menschen, der zusammengekauert an seinem Arbeitsplatz sitzt … Zugegeben, das Gehäuse ist nicht mehr so eng wie zu Kempelens Zeiten, und wenn es von Apple kommt, ist es sogar nicht nur Gehäuse und Technik, sondern auch Kunst. Aber nichtsdestotrotz sitzen wir zunehmend in diesem Apparat fest. (90) Müssen wir aus der Tatsache, dass wir zunehmend festsitzen, nun auch schließen, dass wir festsitzend zunehmen?

Bereits jetzt genügt ein Blick auf Youtube, um zu begreifen, dass Erfahrungen zunehmend nur gemacht werden, damit man sie digital verarbeiten und verwerten kann. In einer einzigen Minute werden – Stand 2009 – 20 Stunden Videomaterial allein auf Youtube hochgeladen, pro Woche 850000 Filme in Spielfilmlänge  Schon aus den heutigen Zahlen folgt, dass das gefilmte Leben das gelebte Leben bei Weitem übertrifft. (88) Die Rechnung stimmt nur dann, wenn ein Spielfilm 15 Minuten dauert. Zwar ahnt man wohl, was Schirrmacher meint, aber irgendwann schwindet die Lust, es ihm zu erklären.

Schirrmacher käme es sehr gelegen, wenn er ein Exemplar des neuen Menschen präsentieren könnte, dessen Gedanken und Empfindungen von den Computern bereits so sehr deformiert sind, dass er seine ganze Existenz freiwillig ins Internet verlegt. Und eine solche Person scheint es tatsächlich zu geben. Sie heißt Karen Herlihy. Nein, sie heißt Kerry Herlihy, wurde im Alter von fünf Tagen zur Adoption freigegeben und beschrieb in der New York Times zwei Begegnungen mit ihrer leiblichen Mutter. Irgendwann, als sie längst erwachsen ist, findet sie heraus, wo ihre Mutter lebt und dass sie eine Familie hat, sucht den Kontakt zu ihr und überredet sie schließlich zu einem Treffen. »Our airport meeting was strained by awkward pauses and unasked questions … She took me to her house nearby, introduced me to her husband while her children were away and told me family stories. When I left, she said she would write a letter soon.«(6) Diese Passage liest sich in Schirrmachers Übersetzung so: Ein verabredetes Treffen am Flughafen fand nicht statt. Die Mutter erschien einfach nicht. (191)

In den folgenden Monaten kommen tatsächlich ein paar Briefe, dann kommt nichts mehr. Offensichtlich empfindet ihre Mutter Kerry als Gefahr für ihr Familienglück. Acht Jahre später begegnet Kerry Herlihy ihr erneut, diesmal bei Facebook. Mehrere Tage lang ist sie versucht, die Lebenslüge ihrer Mutter zu zerstören, indem sie sich ihren Halbgeschwistern per E-Mail vorstellt. Doch schließlich verwirft sie diesen Gedanken. »Deine Mutter ist ein Computer. Sie ändert ihr Konzept nicht«, sagte ihr Freund, und dieser Vergleich überzeugte sie. Da ihr Freund aber Englisch spricht, sagt er etwas anderes: »She’s still the same person. Computers don’t change choices.« Und das bedeutet ungefähr: »Sie ist immer noch dieselbe und wird ihre Einstellung nicht ändern, nur weil sie jetzt einen Computer hat.«

Am Ende beschließt Kerry Herlihy, die Entscheidung ihrer Mutter ein für allemal zu akzeptieren. »In this digital age, my birth mother must rely solely on my trust, my compassion and my willpower to keep her story safe, because the easy access of the Internet will keep her tantalizingly close … And yet in that easy access is also possibility, and hope. At any moment, without flights or trips or complicated arrangements, she and I could move our relationship out of the shadows and into the light. Until then, if ever, I’ll try not to seek what cannot be delivered by an Internet search. I’ll draw my own virtual lines and move forward in real time without her.« Das ist sehr menschlich und sehr verständlich. Sie wird ihre Mutter nicht mehr bedrängen, sondern nur noch hin und wieder ihr Profil bei Facebook aufsuchen, um wenigstens auf diesem Wege etwas von ihr zu erfahren.

Indem er die entscheidenden Sätze unterschlägt, macht Schirrmacher aus der verstoßenen Tochter ein Monstrum, das sich selbst digitalisiert hat. Interessant ist, wie Karen Herlihy diese Resignation im Zeitalter der Informationstechnologien formuliert: »Ich werde nichts mehr suchen, was nicht durch eine Internet-Suche gefunden werden kann.« (192)

Da sie nur noch im Internet lebt, sorgt Schirrmacher sich um ihr künftiges Schicksal. Was werden die Computer mit ihr anstellen? Der Reflexionsprozess von Karen, einer von Milliarden, ist jetzt zu einem winzigen Teil der Reflexionsprozesse der Maschinen geworden, die ihn zerstückeln, umbauen und zu neuen Antworten modellieren. (196) Aber die Maschinen könnten Kerry Herlihys Geschichte doch kaum übler missbrauchen, als er sie missbraucht hat. Wenn ich Freunden erzählte, dass eine amerikanische Schriftstellerin verkündet, nichts mehr zu suchen, worauf sie keine Antwort im Netz findet, war das mitleidige Befremden groß. (201) Einen Freund wie ihn möchte man haben, aber nur bei Facebook.

Nach dem Fernsehen und den Comics sind nun die Computer daran schuld, dass eine schnell wachsende Zahl von Kindern und Erwachsenen nicht mehr nur nicht lesen wollen (!), sondern nicht mehr systematisch lesen können (35). Man hört diese Klage seit mindestens fünfzig Jahren, allerdings wurde sie selten von jemandem vorgetragen, der selbst nicht lesen kann. Neu ist immerhin die Nachricht, auch unsere Ärzte litten an einer Leseschwäche, da sie nicht einmal fähig seien, medizinische Statistiken zu verstehen. Erinnern wir uns als Beispiel an die Fehldeutungen von Brustkrebs-Statistiken, die der Bildungsforscher Gerd Gigerenzer aufgedeckt hat. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass ich wirklich Krebs habe? Man würde meinen, dass es in Zeiten der Computer darauf eine allgemeinverbindliche Antwort gibt. Er möchte also eine allgemeinverbindliche Antwort auf die Frage, wie groß die Wahrscheinlichkeit ist, dass er an Brustkrebs leidet. Bitte schön: Sie liegt nahe bei null Prozent. Doch die Antworten der Ärzte variieren von 1 Prozent bis in den zweistelligen Bereich. Ein Drittel der Ärzte, die Gigerenzer befragt hat, darunter Klinikchefs mit langjähriger Erfahrung, gaben (!) aufgrund der Statistiken eine Wahrscheinlichkeit von 90 Prozent an.

Nun, sie haben es ja auch mit Frauen zu tun. Aber ein Drittel von ihnen will tatsächlich aus der Statistik herausgelesen haben, dass 90 Prozent aller Frauen an Brustkrebs erkranken? Nein, dieser Blödsinn entsteht allein durch den Umstand, dass Schirrmacher die entscheidende Voraussetzung von Gigerenzers Erhebungen übersehen hat. »A third said they would tell this woman that, given a positive mammogram, her chance of having breast cancer is 90%.« Es geht also um Frauen, die bereits eine Untersuchung mit positivem Befund hinter sich haben.

Und wie lautet nun die richtige Vorhersage? Gigerenzer klärt die Ärzte auf, indem er die statistischen Daten auf ihre eigene Lebenswirklichkeit herunterbricht. »Stellen Sie sich 100 Frauen vor. Eine von ihnen hat Brustkrebs. Das ist 1 Prozent. Diese Frau wird mit einer 90-prozentigen Wahrscheinlichkeit getestet.« (187f) Also werden 90 Prozent aller Frauen getestet? Oder 90 Prozent aller Frauen, die an Brustkrebs leiden? »If a woman has breast cancer, the probability that she will test positive on a mammogram is 90%.«(7) Wieder produziert Schirrmacher unverständlichen Ausschuss, weil er seine Vorlage nicht richtig abschreibt, und der Leser bleibt hilflos zurück. Da kann man nur hoffen, dass die Ärzte wenigstens diese Statistik verstehen: Einer von vier Männern, die nicht an Prostatakrebs sterben, weisen bei der Autopsie Prostata-Krebszellen auf. (188)

Im Multitasking erkennt Schirrmacher die Wiederkehr des Taylorismus, der Computer übertrage Taylors Körper- und Muskeltrainingsprogramm … im industrialisierten neunzehnten Jahrhundert in den Bereich unseres Gehirns (52). Zwar könnte man einwenden, dass Frederick Winslow Taylor im 19. Jahrhundert vom Taylorismus noch wenig ahnte und es sich späterhin verbeten hätte, wenn die Arbeiter in den nach seinen Vorschlägen organisierten Fabriken bei ihrer einfachen, stets wiederkehrenden Tätigkeit von irgendetwas gestört oder unterbrochen worden wären. Trotzdem müsste man ihn für den Begründer der Fitnessbewegung halten, wenn man nicht wüsste, dass Schirrmacher dieses Körper- und Muskeltrainingsprogramm erfunden hat.

»Als am Ende des 19. Jahrhunderts die erste große Welle der Maschinen kam«, sagte er in einem Radiogespräch, »merkten die Menschen relativ schnell, dass etwas nicht stimmt. Die Menschen waren nämlich am Abend unglaublich erschöpft. Und das verstanden sie damals gar nicht: Warum sind wir erschöpft, wir haben doch Maschinen? Und dann stellte man fest, dass jenseits von Fragen wie Arbeitsplatzhygiene und Arbeitszeit der menschliche Körper, der Muskelapparat nicht eingestellt war auf diese Maschinen. Das war übrigens der Grund, warum der Sportunterricht eingeführt wurde, warum Fitness-Studios entstanden und so weiter.«(8) Nun ja, der Mann ist halt kein Historiker.

Was machen die Computer aber mit unserem Gehirn? Schirrmacher erklärt es uns in demselben Interview: »Digitale Kommunikation löst im Gehirn einen Schub an Hormonen aus, die unmittelbar auf das kurzfristige Belohnungszentrum des Gehirns reagieren. Wir wollen sofort eine Belohnung für das Signal, das wir empfangen haben … Das ist einerseits Neurobiologie, es ist aber andererseits auf einer politischen Ebene tatsächlich so … Das haben Sie bei dem Ausstieg aus der Atomkraft erlebt, da war Fukushima der Auslöser, aber niemals im vordigitalen Zeitalter wäre eine solche Entscheidung in dieser Schnelligkeit getroffen worden. Das ist deshalb, weil diese Echtzeitkommunikation von uns unmittelbare Antworten – wiederum das Belohnungszentrum – verlangt. Das gilt für den Einzelnen ebenso wie für die Politik.«

Es ist aber leider nicht ganz verständlich. Hat Angela Merkel ein Signal aus Fukushima erhalten und sich selbst eine Gabe Dopamin verschafft, indem sie den Abschied von der Atomenergie ankündigte? Oder haben wir dieses Signal empfangen und wollten deshalb von Merkel mit einem Domain-Kick (137) belohnt werden? So oder so muss es jedenfalls gewesen sein. Denn alles andere würde bedeuten, dass Schirrmacher von dem, worüber er schreibt und redet, keinen blassen Schimmer hat.

(1) Frank Schirrmacher, Payback. Warum wir im Informationszeitalter gezwungen sind zu tun, was wir nicht tun wollen, und wie wir die Kontrolle über unser Denken zurückgewinnen. München: Blessing 2009.
(2)  Kursivierte Passagen sind Zitate aus Payback; die Zahl in Klammern gibt die Seite an.
(3) Daniel C. Dennett, The Bright Stuff. In: New York Times vom 12. Juli 2003.
(4)  www2.sims.berkeley.edu/research/projects/how-much-info-2003/printable_report.pdf
(5) The Cost of Not Paying Attention: How Interruptions Impact Knowledge Worker Productivity
(6) Kerry Herlihy, Dear Birth Mother, Please Hit »Reply«. In: New York Times vom 7. August 2009.
(7) Gerd Gigerenzer u.a., Helping Doctors and Patients Make Sense of Health Statistics. In: Psychological Science in the Public Interest. Nr. 2, November 2007.
(8) Frank Schirrmacher befragt von Ruth Jakoby, Hessischer Rundfunk vom 23. August 2012.

Joachim Rohloff lebt als freier Lektor in Berlin (und nimmt Aufträge an). Zuletzt schrieb er über den preisgekrönten Dichter Martin Mosebach: Zwischen den Mauern des Schluckaufs

 

© Merkur, Nr. 766, März 2013


107 Kommentare

  1. Stefan sagt:

    Na ja, schlechtes Lektorat. Und manches scheint mir doch arg bemüht. Bei Dennett sagt er ja bloss, dass wird von ihm das „Genre der Selbstbezichtigung“ neu lernen können, also als rhetorische Figur für das, was S. vorschwebt. Steht ja so auch im Buch. Und bei Herliby geht es ihm ja eindeutig um den Satz, nur noch zu suchen, was man im Netz findet. Ich finde die berechtigte Frage ist, was Lektorate heute noch leisten.

  2. Petzi sagt:

    Ein rücksichtsloser Beitrag. Einen toten Hund erschießt man nicht.

  3. Tim sagt:

    Der Link am Ende führt zu einem Text von Peter Dierlich, nicht von Joachim Rohloff.

    1. Joachmed sagt:

      Die beiden sind identisch.

  4. chrissy sagt:

    Hätte den Artikel gern gelesen, aber die kursive Schrift kann man furchtbar schlecht entziffern… :(

    1. Christian Demand sagt:

      Die Schrifttype ist kursiv auf dem Bildschirm in der Tat nicht sonderlich gut lesbar, sie wird in der Regel aber auch nur für kurze Textpassagen benötigt. In diesem Fall war es ausnahmsweise einmal notwendig, zahlreiche und teilweise ausführliche Zitate optisch deutlich abzusetzen. Am besten, sie vergrößern einfach die Schriftdarstellung Ihres Browsers.

  5. Jenny sagt:

    Herr Rohloff ist in eigenen Angelegenheiten wohl auch nicht gerade sorgfältig: http://www.luise-berlin.de/lesezei/blz99_06/text47.htm

    1. Christian Demand sagt:

      Selbst wenn es sich so verhielte – was ich, ohne das Buch von Herrn Rohloff selbst gelesen zu haben, nicht zu beurteilen wage -, wäre das kein Argument in der Sache.

  6. Jenny sagt:

    Nun, welchen Wert hat die Kritik von Rohloff denn, wenn er zugunsten eines ihm genehmen Spins in eigener Sache wichtige Fakten von Walsers Rede wegläßt?

    Ich meine, da schreibt einer wie Rohloff ein ganzes Buch über die Walserrede und läßt mal eben den Disclaimer von Walser am Anfang der Rede weg.

    Klar sind die vielen Fehler in Payback peinlich, aber sie werden eben entwertet durch das Wirken desjenigen, der sie vorträgt. Tja.

    1. Jenny sagt:

      die Kritik an den Fehlern wird entwertet, nicht die Fehler an sich natürlich…

  7. Henning sagt:

    Seltsam dass hier nur negative Reaktionen zu sehen sind.
    Grandioser Artikel, der leichte Verzweiflung über Deutschlands Journalismuselite hervorruft.

  8. Ulrike Gastmann sagt:

    Ein hervorragend kurzweilige Rezension! Der Kritiker hat es bekanntermaßen immer schwer, aber warum sollte man ausgerechnet auf dem Gebiet der Sprache nicht auf Akkuratheit achten dürfen? Bei jedem Handwerker betrachten wir genaues Arbeiten als Mindestanforderung …

  9. Stephan Mahlow sagt:

    Ich bin nicht sachkundig, was das literarische Werk Frank Schirrmachers angeht. Schon die Titel wie „Das Methusalem-Komplott“ oder „Payback“ sind mir Abschreckung genug. Aber ich kann mich nicht erinnern, dass „Payback“ bisher so dezidiert besprochen worden wäre. Da frage ich mich: Was haben alle vorherigen Rezensenten eigentlich gelesen? Den Klappentext und die Pressemitteilung des Verlags?
    Vielen Dank für diesen tollen Text. Er war wohl überfällig.

  10. Nils sagt:

    Joachim Rohloff hat Schirrmachers Vorgehen nicht verstanden: Sein Werk ist ein performatives Meisterstück. Er illustriert seine Thesen direkt am eigenen Text, auf dass jeder seiner Leser zu dem Schluss kommt: „Wenn schon der faz-Herausgeber nicht mehr schreiben und sein Lektor nicht mehr lesen kann, dann wird da wohl was dran sein“.

    1. Uwe sagt:

      Sehr schön! :)

    2. anna sagt:

      wirklich sehr schoen

  11. Martin Schmitz sagt:

    Man kann nur hoffen, dass sämtliche Journalisten, die Schirrmacher willig ein Forum für sein weitgehend sinnfreies Paranoia-Pamphlet geboten haben, diesen Text mit flammend roten Ohren lesen. Es wirft ein bezeichnendes Licht nich nur auf die Arbeit mancher Verlage, sondern auch auf die Presse, wenn kein einziger Vertreter des Berufstandes der „Kritik“ die vielen hundert Schreib-, Denk- und Argumentationsfehler bemerkt hat, dem gefürchteten Kollegen aber ein ums andere Mal willfährig ein Forum geboten hat. Warum sich eine selbsternannte „Qualitäts“-Zeitung wie die FAZ eine Figur wie Schirrmacher an der Spitze leistet, bleibt das Geheimnis des Herausgeberskreises. Ernst nehmen kann man ihn schon lange nicht mehr; seit diesem Artikel aber muss man allem, was er so argumenativ absondert, nun auch noch zutiefst misstrauen. Gemessen an Schirrmachers Uminterpretationen von Quellen ist eine Annette Schavan geradezu ein Musterbeispiel an Seriosität.

  12. Clara Schmid sagt:

    OK. Ein schlampig geschriebenes, nicht oder schlecht lektoriertes Buch. Aber warum wird uns Lesern das so, in extenso, vorgeführt? Um die sprachlichen Mängel des Buches hervorzuheben, hätten der summarische Hinweis und einige Beispiele genügt .

    Erkennbar möchte Joachim Rohloff uns mehr und anders über das Buch sagen sagen, als dass Schirrmacher und sein Verlag es schlampig gearbeitet haben. Warum tut Rohloff nicht genau das, was er offensichtlich tun will? Kann er nicht? Traut er sich nicht?

    Schirrmachers Buch, ich habe es nicht gelesen, mag schlecht sein. Rohloffs Rezension jedoch hinterlässt einen üblen Nachgeschmack.

    1. Matthias sagt:

      Warum das so ausführlich vorgeführt werden muss? Weil eben das, was vom Berufsstand der Kritik noch übrig ist, dem Phänomen S. auf so unfassbare Weise hilflos gegenübersteht. Vielen Dank für den noch im Detail vergnüglichen Text!

  13. Lutz sagt:

    Schirrmacher steht für den bürgerlich-grünen „Fukushima“-Konsens. Da liegt das Problem. Seine Wirksamkeit reicht in unser aller Heizungskeller.

  14. Sarina sagt:

    Was die Textqualität angeht: Wer, wie es Herr Rohloff (und offensichtlich der Blessing Verlag) tut, für 240 Seiten Lektorat 300 Euro veranschlagt, sollte sich über das Ergebnis wirklich nicht wundern.

    1. William sagt:

      @Sarina
      Ich hatte das („anständige Textkorrektur“) so verstanden, dass damit ein Computerprogramm zum Auffinden der Fehler gemeint ist, und nicht das Lektorat. Zumal man ja evtl. auch davon ausgehen kann, dass ein Verlag festangestellte Lektoren hat.

  15. Lo Soderstrom sagt:

    Brillant geschrieben! Danke für die kurzweilige und amüsante Lektüre!

  16. Mechagodzilla sagt:

    @Jenny

    Eine Kritik an den Fehlern wird entwertet, wenn sie als solche nicht sachlich ist oder die Fehler sich am Ende als solche nicht entpuppen. Das persönliche Verhalten des Kritikers in anderen Belangen macht den Fehler nicht richtiger und die Kritik nicht unsachlicher.

    Wenn ein Autor wie trotz offenbar schlampiger Arbeitsweise, fachlicher Inkompetenz und intellektueller Überforderung hinreichend Diskurshoheit zugebilligt wird, dann wird dieser Sachverhalt schließlich nicht dadurch weniger skandalös, da sich derjenige, der diesen aufdeckt und anspricht, in anderen Angelegenheiten womöglich selbst nicht astrein verhalten hat.

  17. Mauritius sagt:

    …und es geht fröhlich weiter. Andreas Zielcke zielt in seiner hymnischen „Ego“-Besprechung in der SZ vom Wochenende prominent Schirrmacher mit „Inzwischen beträgt die [durchschnittliche] Haltezeit an der Wall Street sage und schreibe 22 Sekunden“.

    Natürlich hysterischer Schwachsinn, und Zielcke plappert es nach, ohne auch nur eine Sekunde über die Plausibilität nachzudenken. Al Lewisis schreibt im Blog des Wall Street Journals (http://online.wsj.com/article/SB10001424052970203960804577241804069862204.html) über die 22 Sekunden:

    „When I tracked down the economist who supposedly came up with this astonishing number, he told me he was misquoted. ‚I was taking a nap and woke up and said something—too long ago to remember,‘ he replied in an email exchange.“

    An der Wall Street werden täglich ca. Aktien im Wert von 100 Mrd. Dollar gehandelt, bei einem Gesamtmarktwert von ca. 13 Billionen Dollar – dementsprechend dürfte die durchschnittliche Haltezeit sich in der Größenordnung von einigen Monaten bewegen.

    1. Mauritius sagt:

      wo wir von Fehlern sprechen: im zweiten Satz meine ich natürlich „zitiert“ statt „zielt“ – Danke für Korrektur.

      ===

      …und es geht fröhlich weiter. Andreas Zielcke zielt in seiner hymnischen „Ego“-Besprechung in der SZ vom Wochenende prominent Schirrmacher mit „Inzwischen beträgt die [durchschnittliche] Haltezeit an der Wall Street sage und schreibe 22 Sekunden“.

      Natürlich hysterischer Schwachsinn, und Zielcke plappert es nach, ohne auch nur eine Sekunde über die Plausibilität nachzudenken. Al Lewisis schreibt im Blog des Wall Street Journals (http://online.wsj.com/article/SB10001424052970203960804577241804069862204.html) über die 22 Sekunden:

      „When I tracked down the economist who supposedly came up with this astonishing number, he told me he was misquoted. ‚I was taking a nap and woke up and said something—too long ago to remember,‘ he replied in an email exchange.“

      An der Wall Street werden täglich ca. Aktien im Wert von 100 Mrd. Dollar gehandelt, bei einem Gesamtmarktwert von ca. 13 Billionen Dollar – dementsprechend dürfte die durchschnittliche Haltezeit sich in der Größenordnung von einigen Monaten bewegen.

  18. Leuchtentrage sagt:

    Oh mein Gott, ist diese Korinthenkackerei anstrengend zu lesen. Ich bin völlig außer Atem. Schön, wenn man so viel Zeit hat.

    1. Moon sagt:

      Schön, wenn man so viel Zeit hat

      Und vor allem auch fürs Kommentieren.

  19. Jeeves sagt:

    Der Autor oben ist also „…freier Lektor … (und nimmt Aufträge an).“
    .
    Nachtigall, ick hör‘ Dir trapsen!

  20. Tim sagt:

    Apropos Sorgfaltspflichten:

    Er möchte also eine allgemeinverbindliche Antwort auf die Frage, wie groß die Wahrscheinlichkeit ist, dass er an Brustkrebs leidet. Bitte schön: Sie liegt nahe bei null Prozent.

    Das ist nicht richtig, denn natürlich können auch Männer an Brustkrebs erkranken.

    1. Tom sagt:

      Ich kann mit standardisierten globalen Inzidenzraten nun wenig anfangen, aber aus den beiden Sätzen „Jede achte bis zehnte Frau erkrankt im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs.“ und „Das Verhältnis von Erkrankungen bei Männern zu Frauen liegt bei 1:100.“ würde ich schließen, dass jeder 800. bis 1000. Mann an Brustkrebs erkrankt. Bei einer Erkrankungswahrscheinlichkeit von ~0,1% kann man meines Erachtens ohne größere sprachliche Verrenkungen auch von „Sie liegt nahe bei null Prozent.“ sprechen.

    2. Joachmed sagt:

      Sie tun’s aber nur selten. Und deshalb „nahe bei“ null Prozent.

    3. Claus sagt:

      Doch, es ist richtig, wie Ihr Wikipedia-Verweis bestätigt.
      Wenn in Deutschland etwa 500 Männer p.a. an Brustkrebs erkranken, ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Deutscher Mann an Brustkrebs erkrankt, ganz offensichtlich „nahe bei null Prozent“.

  21. Strabo sagt:

    Mein Fazit dieses hervorragenden Artikels ist: Frank Schirrmacher kann offensichtlich kein Englisch, oder zumindest nur unzureichend, und nutzt Google Translate für seine Zitate aus diesem Sprachraum.

  22. Experte sagt:

    Schön und wohltuend,
    aber eine als Fehler markierte Stelle ist kein Fehler: „die siebzig Jahre nach Alan Turing mit Lego spielen (!) und eines Tages daraus“ — soll das heißen, dass dahin ein Komma sollte? Sollte nicht; zwei gleichrangige Nebensätze durch und verbunden.

    1. PeterDefays sagt:

      @Experte: Es hätte „mit Lego spielten“ heißen müssen, weil sie ja „daraus ein (!) Kasten bauten“.

    2. Michael v. Rothkirch sagt:

      @ Experte: das sollte wohl eher heißen, dass Alan Turing vor 70 Jahren nicht mit Lego gespielt hat.

  23. uli sagt:

    @Sarina: Richtig. Nur wurden selbst diese 300 Euro offensichtlich nicht investiert.

    1. Susanne Pocai sagt:

      Die 300 Euro bezeichnen das ungefähre Honorar, das ein in der Regel freiberuflicher Korrektor vom Verlag erhält, um den Text einer letzten Korrektur zu unterziehen. Die Arbeit des Lektors sollte dann schon getan sein.

  24. Wilz sagt:

    @Tim

    Die Frage war nicht, ob auch Männer erkranken, sondern wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist. Bei 500 erkrankten Männern pro Jahr (von 40 Millionen!) ist die Wahrscheinlichkeit nahe Null. Die Aussage ist also korrekt.

    @topic

    Schreibt Schirrmacher wirklich, dass die Google-Gründer aus Lego den weltweit ersten Server gebaut haben? Und das 70 Jahre (also 1954 + 70 = 2024) nach Alan Turing?

  25. Nik sagt:

    Hier eine Besprechung des letzten Buches von Schirrmacher, die zu einem ganz ähnlichen Befund kommt:

    http://www.welt.de/print/wams/kultur/article113687876/Die-Monster-des-Doktor-Frank.html

  26. Con sagt:

    »Vor fünfunddreißig Jahren bekam das Unglück einen Namen. Damals erschien die deutsche Übersetzung von Jack Kerouacs Roman ›Unterwegs‹, der die Gründungsurkunde der ›beat generation‹ werden sollte. ›Beseitige literarische, grammatische und syntaktische Hindernisse!‹ hieß es in dem wilden und wirren Text.« Gezeichnet Frank Schirrmacher. (FAZ, 5. März 1994, Nr. 54) In seiner großen Rückrufaktion forderte er damals: »Das Prinzip Handwerk. Zurück zur Kunst: Bestandsaufnahme nach Jahrzehnten des Dilettantismus«. Wir sollten ihn an sein »dringendes Plädoyer für das Handwerk« erinnern.

  27. Stefan Weidner sagt:

    Wichtiger Artikel, im Grundsatz aber schon vor drei Jahren hier nachzulesen gewesen: http://www.goethe.de/ges/phi/prj/ffs/the/med/de6425399.htm

    1. …schönes Fundstück – dimmt die Freude über die Rohloff-Artikel ein wenig und Glückwunsch an Frau Falk, die dem Merkur fast drei Jahre voraus war …

  28. Manfred Spitz sagt:

    Die unkritische und großflächige Schirrmacher-Rezension ist das große Genre des Kotaus vor der Macht im Journalismus, gewissermaßen der Schleimigkeitsindex für Rückratlosigkeit jenseits der Schamgrenze. Sieht man sich einmal an, wer da alles mitmacht (im Zeitalter der Suchmaschinen sehr einfach), dann graust es einen: ein Who-is-who des deutschen Feuilletons. Man muss solche Texte nur neben den oben stehenden legen und die Qualitätsdifferenz zwischen Massenmedien und einer Zeitschrift wie dem Merkur wird sichtbar wie „hinter der Maus ein Büffel“ (Schirrmacher). Sollte es noch eines Beweises für die Existenzberechtigung des Merkur in Zeiten des Debattenfeuilltons bedurft haben: Hier ist er. Und die Kollegen vom Feuilleton liefern ihn Tag für Tag neu.

  29. Wenn man ein Individuum angreifen will um es degradieren zu wollen, jedoch nichts sachliches zu finden in der Lage ist, steht es einem frei, die Umstände, jene ungerechte Welt, ja, dieses gesamte widersprüchliche, unlogische All für das (welches?) Dilemma verantwortlich zu machen. Im besten Fall würde der daraus enstehende Text unterhaltsam sein.
    Möchte man aber eine Person angreifen, deren Intention und Dialektik sich einem nicht erschliesst, entsteht daraus eine langweilige Aufzählung eigener Fragezeichen. Wenn dieses Motiv dann gepaart wird durch den Dogmatismus einer vermeintlichen Ideologie, muss ein unverständlicher, zäher Brei entstehen, der am Prädikat „Autor“ zweifeln läßt. Letzteres ist Herrn Rohloff glänzend gelungen.

    1. Benjamin sagt:

      @Jean Pierre Hintze

      Danke.
      Sie schreiben mir aus der Seele.

  30. Musstopf sagt:

    Ein ist klar: Frank Schirrmacher ist ein Hy-Genie!

  31. khaproperty sagt:

    Feuilletonist Schirrmacher, der schon Berlusconi aus welchen Gründen auch immer verbissen und erkennbar neiderfüllt verfolgte, sollte nicht ökonomisieren.
    Das geht schief, wie zu leicht zu erkennen.

    Außerhalb seines begrenzten Wirkungskreises sollte er sich vorsichtig bewegen und nicht wie der sprichwörtliche Elephant.
    Für die FAZ wird er zunehmend zur Belastung und Ernst kaum noch genommen. Etliches spricht dafür, daß er seinem dortigen Ende entgegenschreibt.

  32. Barbara sagt:

    Endlich wird von Schirrmacher eine längst überfällige Debatte angestoßen und schon will uns so ein Korinthenkacker weiß machen, Mini-Fehlerchen seien wichtiger als der Inhalt des Buches. Eine außer Rand und Band geratene Finanzindustrie eignet sich gerade mittels computergesteuerter Börsenprogramme im Hochfrequenzhandel unser aller Spargroschen an und bürdet uns dazu noch Schulden in unfassbarer Höhe auf. Das bringt mich auf die Barrikaden und nicht ein paar kleine Rechtschreibfehler. Unser Geld geht nicht in die Taschen „fauler Griechen“ sondern in die Taschen verantwortungsloser gieriger Zocker! Und hier schreibt einer über Rechtschreibfehler. Das ist nicht zu fassen!!!

  33. christian sagt:

    ich finde diesen beitrag gar nicht so polemisch, er zeigt doch nur, wie schluddrig auch große verlage mit superstarautoren arbeiten und dass das feuilleton halt verhabert ist. mich wundert auch immer, welche schwachssinnstitel abgehypt werden und warum oft perlen total ignoriert werden. die journalisten und die verlage sollten sich wieder mehr anstrengen und bitte nicht beim lektorat sparen. das trübt doch den lesefluss.

  34. Wie solch eine makellose Erledigung eines Windbeutels einem kranken Mann Freude in den Tag zaubert, mußte ich natürlich auch in meinem Blog (www.kaysokolowsky.de) vermerken. Danke, Joachim, Chapeau, Maitre Rohloff!

  35. zollverein sagt:

    @Jean Pierre Hintze: ‚Wenn dieses Motiv dann gepaart wird durch den Dogmatismus einer vermeintlichen Ideologie, muss ein unverständlicher, zäher Brei entstehen, der am Prädikat “Autor” zweifeln läßt.‘
    Da ist Ihnen ein echter ‚Schirrmacher‘ gelungen!

    Man kann mit etwas Gedankenarbeit bemerken, dass es in diesem Text nicht um Rechtschreibfehler geht. Mich erinnert er an einen Artikel im ‚Spiegel‘, der vor Jahren die Fernsehkarriere von Roger Willemsen beendete. Eine ähnliche Wirkung wäre hier gleichfalls zu wünschen…

  36. Olaf Kretschmer sagt:

    eine „information“ im internet, die nicht nur von ihnen geschrieben, sondern von mir auch mit größtem vergnügen gelesen wurde.

    @kritiker des kritikers: die gekackten korinthen wurden zu recht produziert, zeigen sie doch auf eindrucksvolle weise, dass herr schirrmacher sich die welt so macht, wie sie ihm gefällt. und darüber hinaus, dass er von der behandelten materie wenig ahnung hat.

  37. Magda sagt:

    Danke, danke, danke – ich finde auch, der Schirrmacher fährt mit seinen Lesern Schlitten und zwar in jeder Beziehung. Befreiend zu lesen, dass auch andere das sehen.

  38. Marc sagt:

    Vielen Dank für diesen (trotz oder gerade wegen seiner Länge) unterhaltsamen Verriss. Ein großer Vorteil des Internets liegt in dem enormen Anstieg der sozialen Erwiderung, der wir uns aussetzen (können). Mehr Leute wissen mehr, sodass mehr Fehler aufgedeckt werden können (die vermeintliche Überforderung beschränkt sich somit auf Schirrmacher, der das Internet nicht richtig nutzen kann und von den Digital Natives seine Grenzen aufgezeigt bekommt). Niemand kann alles wissen, aber das Internet hilft uns dabei, Menschen zu finden, die das wissen, was wir selbst nicht wissen. Oftmals fehlt die Zeit für annähernd perfekte Arbeiten und manchmal geht es auch nur um Details, die kaum jemandem auffallen. Selbst Herr Rohloff kann z. B. noch lernen, dass „zugutehalten“ zusammengeschrieben wird (und vielleicht wird das ja noch für die Printversion geändert). Sein Text ist gut zu lesen und kein Vergleich zum Machwerk eines Frank Fehlermachers. Ich bin übrigens auch (nebenberuflich) Lektor (suche jedoch keine Arbeit) und ich zolle jedem den allerhöchsten Respekt, der sich fortwährend solchen Schund reinziehen kann/muss, ohne dabei verrückt oder unglücklich zu werden.

  39. A.P. sagt:

    Großes Kino! Das ist in der Tat oberpeinlich für Schirrmacher bzw. den Verlag. Ein derartige Häufung darf bei so einem Schwergewicht des deutschen Feuilletons nicht passieren, das geht mal gar nicht!

    Insofern muss ich gestehen, dass ich angesichts der Fülle der Schnitzer schnell erschöpft war. Nach den ersten Absätzen habe ich gleich aufgegeben; allzu schnell ist klar, dass es nicht lohnt, einem Text, dem es derart an Sorgfalt mangelt, seine Aufmerksamkeit zu schenken…

  40. Bucky sagt:

    Sehr schönes Stilmittel, diese sich selbst bestätigende Formulierung:
    „Viele Sätze muss man zwei- oder dreimal lesen, bevor man den Fehler entdeckt und beheben kann“.

  41. Glasnost sagt:

    Peter Glaser hat soeben auf Facebook das neue Genre des Schirrmacher-Witzes eröffnet:

    „Jetzt werden Bücher schon in Beta-Versionen veröffentlicht. Das ist die Google-Methode. Laß die Nutzer die Arbeit machen. Die Welt in 3D-Objekten aufbauen, Maps taggen, Google Translate füttern, etc. pp. Huckleberry Finn hat’s vorgemacht – er sollte einen Zaun streichen und hat am Ende Brett für Brett an seine Freunde das Privileg verkauft, jeweils eine Latte streichen zu dürfen. Frank Schirrmacher läßt die Leser Lektorat und Korrektorat erledigen und hat dadurch nebenbei noch einen Marketing-Effekt.“

    1. Sadi sagt:

      Der mit den Zaunlatten war Tom Sawyer!

  42. Eisenstemmer sagt:

    Eine grandiose Buchbesprechung. Und ich hatte so an den Mann geglaubt. Er sollte beim Mieten seiner Ghostwriter mehr Sorgfalt wslten lassen. Das KANN er nicht selbst so geschrieben haben. Die bisher von ihm erworbenen Baende werde ich aus dem fuer Besucher einsehbaren Bereich meines Bücherschranks verbannen.

  43. Mirco t sagt:

    Demaskierung eines eitlen Fatzke. Silent Majority übersetzt er mit leidender Mehrheit. Nicht mal bei Kicker online würde solch ein Stuss fabriziert.

    1. Fatzke? Fazke bzw. FAZke!

  44. jakob ziercke sagt:

    angenehm zu lesen.
    zumindest angenehmer als sz und spiegel.

  45. Rainer Aölföldi sagt:

    Autsch. Habe selten mit so viel Freude eine derartige Demontage gelesen. Schirrmacher schreibt über das Internet, wie der Pabst über Sex :-)

  46. Internaut sagt:

    Vortrefflicher Artikel! Ihre Analyse löste bei mir zunehmend Hormonschübe aus, die auf mein kurzfristiges Double-Facepalm-Zentrum reagierten. Jetzt habe ich von den zunehmenden Klatschen an’s Hirn rote Backen, aber mir immerhin ein Lesen des Buchs und in Folge das Kaufen desselben erspart. Für die zunehmend gehirnakrobatischen Lasten des Eintauchens in Schirrmachers Gedankenwelt werden ich mir jetzt einige Webseiten der verschiedenen Fitnessbewegungscenter hereinziehen müssen aus dem unendlichen Datenträger namens Internetz. Sonst wird mein Neurobiologe sehr böse sein.

    😀

  47. Markus Väth sagt:

    Ich muss zugeben, dass ich „Payback“ Einiges abgewinnen konnte. Sollten in seinem neuen Buch jedoch tatsächlich einfachste Lektorenaufgaben vernachlässigt worden sein, wirft das kein gutes Licht auf ihn – und erst recht auf seinen Verlag. Zeitdruck?

    1. Sadi sagt:

      „Zeitdruck“ ist auch so ein erfundener Modegrund für eigene Fehler.

  48. tomi sagt:

    der artikel bringt auf den punkt, was ich schon lange bis hinzu unerträglich finde. man spricht über etwas oder schreibt es auf und selbst (oder eher grade dann) wenn man einen klugen kopf vor sich hat, der gut geeignet wäre ein bestimmtes thema mit einem zusammen zu bearbeiten, konzentriert sich der/die gegenüber mehr auf formalitäten, gibt sich begriffsstutzig oder klammert sich an das möglichst weitverbreitetste als referenz. dabei könnte man nach mehreren jahren erfahrung mit auf sprache basierenden missverständissen doch, unter den vielen anderen möglichkeiten, auch auf die idee kommen, dass sprache immer einen kompromis darstellt. witzigerweise passiert es mir öfter, dass ich etwas absolut genuscheltes erst kaum verstehe, dann warte und nach einer weile von selber drauf komme was eigentlich nur gemeint sein konnte. austausch muss man finde ich auch wollen. da reicht es nicht wenn sich zwei gegenüberstehen.

    …was nich heissen soll, dass am lektorat gespart werden soll!

    1. Cpt.Chilli sagt:

      Besonders Ihren letzten Satz sollten Sie sich sehr zu Herzen nehmen!

  49. D. Winter sagt:

    @ „Barbara“, die sich in ihrem Kommentar über „Korinthenkacker“ aufregt:

    Nur, damit ich das richtig verstehe …. Schirrmachers steile These du jour (nämlich, dass ein paar schon seit langem pensionierte RAND-Eierköpfe per Spieltheorie den Untergang der Sowjetunion eingefädelt haben und sich nun abgefeimte Bankster auf demselben Wege „unser aller Spargroschen“ aneignen) ist derart brillant und wichtig, dass dies eine kritische Auseinandersetzung mit dem schlampigen Denken und den handwerklichen Schwächen des Vorgängers verbietet?

    Also gewissermaßen Datenautobahnfreihaltepflicht für Deutschland größten Vordenker?

    Überdies hat Herr Rohloff nicht über „ein paar Rechtschreibfehler“ geschrieben, sondern über einen offensichtlich hastig geschriebenen, zumindest stellenweise sinnentstellend zitierenden (Stichwort „Brights“) und logisch gelinge gesagt schwachbrüstigen Bestseller – ein Buch voller Fehler, die schon einem Germanistikstudenten im vierten Semester nicht mehr unterlaufen dürften, wenn der eine Studentenlizenz von Word (mit aktivierter Rechtschreibkorrektur) sein eigen nennt …

    Und Sie echauffieren sich (mit Hilfe von drei Ausrufezeichen) über anderer Leute Prioritäten? Na gut.

  50. Clara Schmid sagt:

    @ D. Winter

    Rohloff bespricht ein Buch Schirrmachers, das im Jahr 2009 erschienen ist. Jetzt haben wir 2013! Die – ach, so wichtige! – Rezension Rohloffs erscheint aber nicht nur mit erstaunlicher Verspätung. Sie erscheint auch genau vor dem Erscheinen des neuen Schirrmacher-Buchs. Warum? Um dessen potenzielle Leser – ausdrücklich! – in ihrer Kaufentscheidung zu beeinflussen!

    Die ausführliche Darstellung der schlampigen Arbeit aus dem Jahr 2009 soll – das ist das „Angebot“, das die Rezension macht – die kritische Auseinandersetzung mit dem jetzt, 2013, erschienen Buch Schirrmachers erübrigen. Gezwungen ist zu einer solchen Auseinandersetzung aber ohnehin niemand. Nach den Maßstäben der vorliegenden Rezension (und des MERKURS, der sie jetzt veröffentlicht) können Sie jetzt aber „Schirrmachers steile These“ als solche qualifizieren (und verwerfen), ohne dass Sie (und der Rezensent!) das Buch Schirrmachers überhaupt auch nur in der Hand gehabt haben.

    Warum dieses Verfahren der blind pauschalen Vorab-Verurteilung? Warum soll der Leser schon vor dem Erscheinen des Buches von dem Erwerb des Buches abgehalten werden? – Mag Schirrmachers Darstellung der Genese des „Neoliberalismus“ mittelmäßig haarsträubend sein, dass der „neoliberale“ Kapitalismus (mit Volldampf!) aus dem Ruder gelaufen ist, ist kaum zu bezweifeln.

    Warum möchte man die Auseinandersetzung mit der These Schirrmachers, dass der Kapitalismus zum Monstrum geworden ist, auf jeden Fall vermeiden? Weil seine These jedermanns Beobachtungen und Erfahrungen entspricht? Und weil diese Beobachtungen und Erfahrung artikulieren zu können, sie womöglich zum gesellschaftlichen und politischen „Ereignis“ werden zu lassen, auf jeden Fall vermieden werden muss? Cui bono?

    Wer profitiert davon, dass sich – wie hier, in der Kommentarspalte, zu sehen – die potentiellen Leser zuhauf auf einen Nebenschauplatz abdrängen lassen? Reihenweise und mit Häme werfen sie sich auf den – gewiss unangenehm eitlen und opportunistischen – Autor, um ihm kleinlich irgendwelche formalen und sprachlichen Fehler nachzuweisen, statt seine im Kern unausweichlich richtige (und wichtige) These zu diskutieren. Wer hat ein Interesse an solchem dummsinnigen Schafs-Verhalten?

  51. Ronald M. Hahn sagt:

    Einen dermaßen schlampigen Umgang mit der deutschen Sprache findet man in keinem Jerry Cotton-Heft.

  52. zollverein sagt:

    @Clara Schmid

    Stellen wie einfach im Zusammenhang mit ‚Ego‘ ein paar Tatsachen fest:

    High-Speed-Aktienhandel ist eine Spielart der Casino-Finanzdienstleistungen, der nichts zur ‚realen‘ Wertschöpfung beiträgt. Er schafft weder Liquidität noch hat er eine marktrelevante ‚Lenkungsfunktion‘. Selbst hartgesottene Kapitalisten wissen das.

    Der Finanzsektor hat in den USA und GB jedoch einen nominalen Wertschöpfungsanteil von etwa 10 Prozent am BIP. Die europäischen Staaten haben etwa 15 Billionen Euro Schulden (die über Banken gemanaget werden). Regierungen, die sparen oder sich ihre Wähler nicht mehr kaufen, werden abgewählt (siehe den drohenden Berlusconi).

    Aus diesen Tatsachen kann man valide Schlüsse ziehen. Dazu braucht es nicht einen Schirrmacher, der durch die aktuelle amerikanische Populär-Sachliteratur surft und deren Diskussionsstand dann auf schlechte germanistische Metaphern zusammensampelt.

    An das was Schirrmacher in bester ‚Pundit‘-Manier behauptet muss man glauben – ebenso wie an die Thesen Manfred Spitzers oder Thilo Sarrazins. Wer sich wirklich informieren will, wird diese Werke meiden.

  53. Andreas Schmitz sagt:

    Tut mir leid, wenn es gleich etwas länger wird, aber ich habe reiflich über meine Rohloff-kritischen Vorredner nachdenken müssen und bin dabei zu folgenden Schlüssen gekommen:

    Der Text von Joachim Rohloff ist ein wichtiger Text, gerade weil er so pedantisch ist. Anders wäre es gar nicht gegangen. Seine „Korinthenkackerei“ ist notwendig, denn wer Ungenauigkeit kritisieren will, muss selbst bis an die Schmerzgrenze genau arbeiten. Die zahlreichen grammatischen und orthographischen Fehler und stilistischen Schnitzer des Frank Schirrmacher sind dabei nur das eine Thema. Zunächst einmal sind sie ein Schlag ins Gesicht der Leser und stellen Autor und Verlag in ein trübes Licht. Wäre dieses Buch ein Haushaltsgerät oder ein Auto, die Firma würde spätestens jetzt eine Rückrufaktion starten. Intern würde man Ingenieure feuern und Abteilungsleiter degradieren. Die deutschen Leser haben Hundertausende, wenn nicht Millionen für dieses Machwerk hingeblättert. Was tut der Blessing-Verlag?

    Viel schwerer noch als die freche Schlampigkeit dieses Autors und seines Verlages wiegt aber ein anderer Aspekt und der betrifft sehr grundsätzliche Fragen der journalistischen Ethik. Rohloff weist ja nicht nur Flüchtigkeitsfehler nach. Seine exemplarischen Beweisführung zeigt, so sie denn einer Überprüfung standhält, dass Frank Schirrmacher systematisch Quellen fehlinterpretiert, Zitate verfälscht und Aussagen verändert hat, damit sie in seine Argumentation passen. Und das ohne Not, denn seine Themen, so abstrus sie oft sind, hat er frei gewählt und das einzige Ziel, das er mit seinen Büchern zu beliebig wechselnden Themen verfolgt, ist persönliches Profitstreben. Dafür ist er bereit – das zeigt der Fall des zum Computer erklärten amerikanischen Mädchens eindrucksvoll – die Aussagen real existierender Menschen aufs Schlimmste umzubiegen, ohne jeden Respekt vor der Würde des von ihm als Sensation ausgestellten und zur Pointe verbogenen menschlichen Schicksals.

    Hier geht es nicht nur um Fehler, es geht um Fehlverhalten. Das ist ein gravierender Unterschied. Denn Schirrmachers Verfälschungen sind keineswegs das Resultat schlechter Englischkenntnisse. Der Mann hat in Cambridge studiert. Zudem hat er an einer deutschen Gesamthochschule einen Doktortitel der Philosophie erworben und muss also gelernt haben, wie man korrekt zitiert.

    Wäre Schirrmacher ein Wissenschaftler und „Payback“ eine Promotion, würde man ihm wohl jetzt den Titel aberkennen. Wäre er ein Politiker und sein Buch eine Gesetzesvorlage, würde man ihn aus dem Amt jagen. Wäre er ein Manager und dies eine betriebswirtschaftliche Analyse, man würde ihn wegen Bilanzfälschung vor Gericht zerren. Schirrmacher ist Journalist.

    Allerdings ist er eben kein Praktikant, sondern einer der führenden Vertreter seines Berufes, vielfach preisgekrönt, auch für seine Sachbücher. Die hat er stets mit der ganzen Autorität seines Berufes beworben, als Journalist und Mitherausgeber der FAZ. Dürfen Journalisten ungeprüft Falschinformationen verbreiten, Quellen erfinden und Zitate fälschen?

    Nein, das dürfen sie nicht. Es widerspricht zutiefst dem Selbstverständnis und der Ethik eines Berufsstandes, der von sich selbst gerne das Bild der „fünften Gewalt“ im Staate zeichnet. Schirrmacher schreibt in seinen Büchern keine Belletristik, als Journalist vertritt er einen Wahrheitsanspruch. Dazu gehört nicht nur handwerkliche Genauigkeit, sondern auch ein hoher ethischer Anspruch. Der FAZ-Mitherausgeber tritt ihn mit Füßen.

    Der Schaden, den er damit nicht nur der FAZ, sondern dem gesamten Berufsstand zufügt, ist nicht nur der Image-Schaden, auf den man heute alles so gerne reduziert. Sein Verhalten rührt vielmehr an grundsätzliche Fragen: Wie soll ein leitender Journalist die Qualitätsstandards in seinem Hause wahren, der selbst verfälscht, dass sich die Balken biegen? Wie soll man ihm jemals wieder glauben, wenn er über wichtige Fragen der Gentechnik, des Antisemitismus oder sonst irgendein Thema moralisch urteilt, wie er es in vielen Debatten so gerne apodiktisch tut? Wie sollen ihm seine Informanten und Interviewpartner künftig vertrauen? Auf welcher Basis will jemand wie er die ihm unterstellten Volontäre und Redakteure zu Ehrlichkeit, handwerklicher Genauigkeit und Sorgfalt in der Sprache anleiten?

    Normalerweise würde man sich vorstellen, dass nach dem Bekanntwerden des Textes von Rohloff ein Aufschrei der Empörung durch die Medien geht. Literaturkritiker und Kommentatoren müssten über die Verfehlungen berichten (dies taten bislang nur „Die Welt“ und die „taz“). Journalistenschüler müssten in offenen Briefen den Rücktritt dieses schwarzen Schafes fordern, der Presserat und die Schriftstellerverbände müssten sich des Falls annehmen, Jurys ihre Entscheidungen überdenken. (Was ist ein Jacob-Grimm-Preis für Deutsche Sprache wert, wenn ein stilistischer Holzhacker wie Schirrmacher damit ausgezeichnet wird? Jacob Grimm dreht sich im Grabe um!) Die FAZ-Redaktion müsste ihren Chef in der Konferenz zur Rede stellen, seine Mitherausgeber ihm den Rücktritt nahelegen. Schirrmacher selbst schließlich müsste sein Fehlverhalten einräumen, sich entschuldigen und die nötigen Konsequenzen ziehen – im Interesse seines Blattes und des Journalismus an sich. Man ahnt, was im Fall Schirrmacher stattdessen geschehen wird: rein gar nichts.

    Und das ist schlimm.

    Müssen also künftig nicht nur Doktorarbeiten von privaten Plagiatsjägern auf Zitaten-Diebstahl und Quellenfälschungen untersucht werde, sondern auch die Bücher und Artikel von so genannten Qualitätsjournalisten wie Frank Schirrmacher? Brauchen wir „Schirm-Plag“ und einen „FAZ-Blog“? Offenbar. Denn Rohloffs Text enthält ja nur Stichproben. Man wird das Buch noch genauer lesen, alle Fehler und Fälschungen aufdecken und alle anderen Schirrmacher-Bücher ebenso genau untersuchen müssen, auch das aktuelle Buch, das gegenwärtig im Feuilleton ebenso unhinterfragt abgefeiert wird wie seinerzeit „Payback“. Die anonymen Fleißarbeiter, die diesen undankbaren Job übernehmen, werden von den Berufskritikern abermals als Pedanten und Denunzianten gescholten werden. Leider aber sind sie bitter nötig, weil diejenige Gewalt, die eigentlich für Kritik, Sorgfalt und Ethik in diesem Land zuständig wäre, kollektiv versagt: der deutsche Journalismus. Dieser sterbende Fisch stinkt vom Kopfe her.

  54. Clara Schmid sagt:

    @ zollverein

    Schade, erkennbar haben auch Sie Schirrmachers Buch nicht gelesen. Sie geben trotzdem aber ein wichtiges Stichwort: Metapher.

    Wie gesagt, halte ich Schirrmacher für einen Opportunisten. Er hängt sein Mäntelchen in den Wind. Das heißt aber auch: Er weiß sehr gut, woher der Wind weht (wenn auch aus mutmaßlich falschen, „eitlen“ Motiven). Der MERKUR weiß das offenbar nicht – trotz Herausgeberwechsels offenbar noch immer nicht. Und überlässt damit Windbeuteln wie Schirrmacher das Feld.

    Nach 15 Jahren MERKUR-Bezugs habe ich mein MERKUR-Abo in der ersten Hälfte des vergangen Jahrzehnts gekündigt. Nach 9/11 hat der MERKUR seinen kritischen Auftrag völlig vergessen und mit den Wölfen geheult. Anscheinend will er das weiter tun (obwohl die Meute längst zur Selbstzerfleischung übergegangen ist).

    Sie sprechen voller Verachtung von den gesampelten „germanistische Metaphern“ Schirrmachers. Die verdanken sich aber keineswegs dem Zufall oder nur individueller intellektueller Not. Metaphern sind ultima ratio des Kapitalismus selbst. Und womöglich auch noch aller Kritik an ihm.

    Statt sich auf kleinliche Oberlehrer-Rezensionen zu kaprizieren, stünde es dem MERKUR vor dem Hintergrund seiner ehrwürdigen Geschichte gut an und wäre das Beackern seines genuinen Feldes, eine Metaphorologie (wenn nicht gar eine „Metaphysik“) des Kapitalismus zu liefern – um sie kritisierbar zu machen. Offenbar ist der MERKUR dazu aber weder willens noch in der Lage.

  55. joe sagt:

    Trotz aller Kritik: FAZ-leser dürfte dieses Buch wieder glücklich machen. Schließlich sind sie aus ihrer Zeitung schon wirres Geschreibe, das nur ein „kluger“ Kopf „versteht“ gewohnt. So werden sie dieses wichtige Werk des wichtigen Autors einfach kaufen, ein bisschen drin rumblättern und gleich alles verstehen und es dann in ihre gelehrte Privatbibliothek einreihen. Trotz aller Informationsüberflutung: Denn das tut ihrem Ego gut.

  56. Antonym sagt:

    wICHTIG MUSS sCHIRRMACHER SEIN (NACHDEM ER SICH SELBER ALS WICHTIG PRÄSSENTIERT IN DER bESTSELLEREI haat) – soryy, jetzt schalte ich um. Von GROß auf klein.
    Also, wichtiger als Schirrmacher aber ist Rohloff. Der schreibt an einem Post-Schirrmacher-Buch.
    Ich brauche beides nicht zu lesen. Nachdem ich mir eine Überblick veshcaft habe. Hier plustert sich ein Medium auf, das BestOnlineRei zu essen ist.Pardon: zu nennen ist. Aber ich habe eben Hunger … auf wichtige Informationen oder Geschichten.
    Ich warte auf einen Kafka, der in diesem OnlineMüll Sätze schreibt wie:
    „Ich bin zurückgekehrt, ich habe den Flur durchschritten und blicke mich um. Es ist meines Vaters alter Hof. (…)“
    Die Säcke meines Vaters Ernte werden neu gebunden und als Datensäcke aufgegeben. Ins NichtMehrGebrauchtWerden.

  57. iris fischer sagt:

    so viel wind-energie um bereits bekanntes…weshalb hierüber diskutieren? wer offenen auges und wachen geistes durch die welt driftet und schirrmacher liest, erkennt schnell, wie er mit dem wust an zusammengestellten informationen umzugehen hat. wer ihn noch nicht kennt, wird wohl ein wenig durchgerüttelt, sich das passende wählen und das unpassende vergessen. denkfehler, tippfehler, mieses lektorat…. unterstreichen die emotionalität, motivation und heiße nadel mit der gestrickt wurde. jedes buch eine erzählung über ihn selbst….wenn er damit leben kann oder dies sogar absichtlich produziert, why not?

  58. Barbara sagt:

    Denen, die an Inhalten interessiert sind, empfehle ich folgenden Artikel über Schirrmachers neues Buch auf den Nachdenken-Seiten von Jens Berger:

    http://www.nachdenkseiten.de/?p=16222#more-16222

  59. je sagt:

    schirrmachers payback im Merkur eiskalt auseinandergenommen: etliche fehler, schlechter stil …

  60. Beppo Bizeps sagt:

    Offensichtlich gibt es eine Menge sprachliche Fehler und Stilblüten in Schirrmacher-Büchern. Bedauerlich. In der Tat. Vorallem weil man sich dann hier über solche Fehler auslassen kann und sich darüber die Beschäftigung mit den Inhalten spart.

    However: Ich weiß nichts von Exobytes. Auch nicht, welcher Datenmenge alle bis jetzt gesprochenen Menschheitsworte entsprechen. Schirrmacher sicher auch nicht, aber dass die Wissens-, besser vielleicht Datenproduktion in Ihrer Menge unglaublich ist und aus mehr als Multimedia-Dateien besteht, man denke an „unendliche“ Datenreihen aus den Wissenschaften und Vorratsdatenspeicherungen und die Implikation, solche Daten bedürften einer unmittelbaren Kenntnisnahme durch einen Menschen …

    Beschäftigen Sie sich doch mal mit dem Inhalt?!

  61. schön, wie beherzt die einladung zum üblichen-schirrmacher-bashing wieder angenommen wurde, und auch der taz scheint es die luft im kopf vorübergehend abgeschnürt zu haben. die betonierte geistige verfasstheit der bundesrepublik (west), die wärmestube des verlorenen einzelnen (ego!) via kollektivempörung des moralisch richtigen lebt. geht doch!
    wir lesen viel affekt, eher zurückhaltende analyse jenseits des pauschalen, siehe die kommentare zum rohloff-text, die mehr über die debatten-verfasstheit der republik der oberstudienräte/innen aussagen als dieser selbst. nun denn, sprachlich grammatikalisch mag die kritik stimmen, und man kann sicher auch inhaltlich vieles bestreiten und debattieren. meinetwegen. und egal. egal meint erst recht.
    denn nachdenklich macht, dass das thema des buches die selbstgerechten nicht einmal nachdenklich zu machen scheint = eine konstruktive auseinandersetzung in wege der kenntlichmachung eines eigenen gedankens (keiner vorgefertigten meinung zum autor) wäre mit blick auf die verfasstheit der eine reflexion gesellschaftspolitischer entwicklungen tragender eliten (ja, auch in der aufmerksamkeitsökonomie gibt es die noch, und das ist gut so) ermutigender. auch wenn schirrmacher seinen mantel in den wind hängt, wer tut das auf dem feld des buch werdenden feuilletons (um nichts anderes handelt es sich hier) nicht? wo waren die gehässigen, sich mehr an schirrmacher denn an einer (welcher?) sache abarbeitenden kommentare bei den doch auch eher dem populären denn inhaltlich schlüssigen oder gar wissenschaftlich fundierten pamphleten à la joseph vogl, byung-chul han, miriam meckel?? ich bin baff erstaunt, dass sich eine tageszeitung wie die taz in ihrer rezension des buches fast ausschliesslich in (inhaltlichen) besserwissereien und wütendem anrennen gegen ein medienphänomen schirrmacher ergeht und sich dabei noch skrupellos aus einer amazon-rezension bedient (plagiat?). mehr tendenz denn verstand.
    und das andere sich demselben thema auch schon gewidmet haben? nun, wer sich daran stösst, versteht den meinungsmarkt (obacht linksaffekte: jawohl, ‚markt‘ und ‚meinung‘ in einem wort) nicht und hat vor allem keinen respekt vor dem recht auf vielfalt von perspektiven, und sei es nur deren ausruck mit anderen worten. das hat mit namen, selbst wenn man schirrmacher heisst, nichts zu tun. eine hohe, die weit überwiegende prozentzahl der publizistischen ergüsse in diesem land in den leitenden feuilletons widmet sich vorhandenem und übt sich virtuos in der umschreibung dessen.
    den ersten stein schmeisse der mir eine/n mit einem originellen gedanken zeigt. der merkur hat vielleicht auch deswegen (leider) so wenig leser (ich gehöre dazu), weil er davon eine seltene ausnahme darstellt.
    unkorrektheit ist mit sicherheit keine tugend, aber ebenso wenig sichert korrektheit schon relevanz.
    ich habe den eindruck, die debatte atmet mehr den neid auf jemanden, der sicher zu kritisieren ist (als kritik verstanden nicht als krittelei), aber immerhin publizistisch themen in die und der breite der öffentlichkeit bewegen kann. und – ich entlarve mich gern leidenschaftlicher simpelei – ich finde das thema in der (als pamphlet gelesenen) einseitigkeit interessant und wichtig über die wissenschaftlich und politisch korrekte fussnoten- und institutsliteratur hinaus. die meisten an dem thema arbeitenden forschungsverbünde deutschlands schaffen es doch seit jahren nicht, über ihr – im vergleich zum forschungsstand in den usa – beamtenhaftes mittelmass und die selbstbefriedigungsgruppen ihrer kolloquiuen hinaus zumindest einmal eine gesellschaftspolitische debattenbewegung zu initiieren, die mehr als ein kräuseln auf irgendwelchen wissenschaftsseiten hinterlässt. pop? auch das, nur zu.

  62. Leser sagt:

    Ihr Kommentar spricht mir aus dem Herzen. Schirrmachers Schlamperei, das ist das eine, das Versagen des Verlages ein anderes. Aber dieser Verriss hier, der sich noch dazu auf „Payback“ bezieht, nicht auf Ego (die ersten 50 Seiten bieten auch die eine oder andere Stilblüte und ganz offenkundig war auch hier ein unfähiger Lektor, vielleicht auch gar keiner am Werk), erinnert mich an Gremlizas Lehrer-Lämpeleien – und schüttet das Kind mit dem Bade aus.
    Nicht, dass Schirrmacher kein eitler Fatzke wäre, nicht, dass man die Dampfplauderer der Republik nicht als solche beim Namen nennen dürfte, nicht, dass auch dieses Buch nicht etliche Mängel hätte, dennoch sind die Inhalte zu wichtig, als dass man es dabei bewenden lassen könnte, Schirrmacher mit Formalitäten zu erledigen.
    Mir ist es auch völlig egal, ob der Mann aus Opportunismus oder um des Distinktionsgewinns willen mit Technologie- und Kapitalismuskritik kokettiert, wenn er dabei eine Debatte in der nötigen Breite in Gang setzt. Sorry, aber die ganze altlinke Bloodhound-Gang hat das jenseits ihres eigenen Lagers hierzulande in den letzten 20 Jahren nicht geschafft.
    Und das ganze elitäre Gehabe, mit dem man den gut kritischen Nachfahren von Lessing, Kraus und weiß-der-Teufel-wem gibt, ist in Wirklichkeit nichts als kleinliche Ranküne, Spatzenkanonade und linkes Spießertum alter, verbiesterter Männer, die immer alles besser wussten, denen aber die anderen Doofies leider nicht zuhören wollten, weil sie hinter der ganzen Geistes-Grandezza schon immer die Verachtung für den profanen vulgus spürten.

    Sie haben ganz Recht: Ganz nebenbei spielt Herr Rohloff „den marktradikalen Betonköpfen“ noch die Waffen in die Hand. „Kein Wunder, dass es keine Linke mehr gibt in Deutschland, wenn sich alle die Augen auskratzen wegen Kleinigkeiten.“ Ebenfalls richtig. Und ärgerlich, weil es einem die letzte Motivation nimmt, sich politisch zu betätigen.

  63. Clara Schmid sagt:

    @ Leser: Ganz nebenbei spielt Herr Rohloff “den marktradikalen Betonköpfen” noch die Waffen in die Hand.

    Wie kommen Sie darauf, dass Herr Rohloff das „nebenbei“ tue. Ich denke, sein primäres Ziel bzw. das derjenigen, die ihm das dazu nötige Forum bieten, war es, Schirrmacher das Thema zu nehmen und ihn auf ein ganz anderes (thematisches) Gleis zu schieben. Und wenn Sie sich die Resonanz in den Medien anschauen, hat er bzw. haben die Strippenzieher im Hintergrund ziemlichen Erfolg damit. Alles was zu Neid, Missgunst und Schadenfreude neigt, lässt sich mit erkennbarer Lust in diese Richtung führen. Entlastet ja auch den den ohnehin schwergängigen Denk-Apparat 😉

  64. katja mayer sagt:

    es ist schon sehr erstaunlich, wie viele merkur-blog-leser sich hier unter einsilbigen pseudonymen zu wort melden um ein buch zu verteidigen, das erst vor wenigen tagen erschienen ist, dessen inhalt sie aber schon so gut kennen und so bemerkenswert finden, um es hier vehement als „bedenkenswert“ und dergleichen zu verteidigen. nun, wir wollen hier nicht verschwoerungstheoretisch werden. dafuer gibt es ja ausgewiesene profis …

    um aber der einladung der vielen oben schreibenden ueberzeugungstaeter zu folgen und sich mit den inhalten von „ego“ auseinanderzusetzen: ich habe es heute bei „thalia“ einmal laenger in die hand genommen (kaufen wollte ich es danach wirklich nicht mehr). hier eine kurze inhaltsangabe:

    eine handvoll wissenschatfler hat im kalten krieg den egoismus als theorie neu erfunden, mit der sich menschliches handeln vorausberechnen ließ. damit wurde erst der kalten krieg gewonnen, dann sind die verschwoerer kollektiv an die boerse gewechselt, haben ihre theorie in die computer geschuettet und nun kontrollieren diese maschinen unser denken.

    das ist in etwa der „bedenkenswerte“ inhalt des schirrmacher-buches, „bemerkenswert“, „lesenswert“, „ein kluger essay“ laut „spiegel“, „tagesspiegel“, „sueddeutscher zeitung“, „zeit“, etc. pp.

    ich meine: hallo??!! merkt hier noch irgendjemand irgendwas?!

    haette ein solches buch nicht frank schirrmacher, der l. ron hubbart des deutschen feuilletons, geschrieben, sondern – sagen wir mal – du oder ich -, dann haette es vermutlich nicht allzulange gedauert und ein paar freundliche maenner in weißen kitteln haetten an der tuer geklingelt und sich nach unserem wohlbefinden erkundigt.

    DAS und nichts anderes ist der „gehalt“ der schirrmacher’schen science fiction. meine wertung: ein prima buch fuer alle, denen ein antiquarisches perry-rhodan-heft zu teuer und eine broschuere von sceintology zu trocken ist. viel spaß beim diskutieren der „wertvollen denkanstoesse“ darin!

  65. P.S. sagt:

    „Dahinter steckt immer ein klugen Kopf.“

  66. Clara Schmid sagt:

    @ katja mayer: es ist schon sehr erstaunlich, wie viele merkur-blog-leser sich hier unter einsilbigen pseudonymen zu wort melden um ein buch zu verteidigen, das erst vor wenigen tagen erschienen ist, dessen inhalt sie aber schon so gut kennen und so bemerkenswert finden, um es hier vehement als “bedenkenswert” und dergleichen zu verteidigen.

    Tatsächlich? So viele Leser des Merkur-Blogs verteidigen das Schirrmacher-Buch? Und gar noch „vehement“! – Gibt’s noch ein anderes Merkur-Blog als das, auf dem Sie gerade schreiben?

  67. Clara Schmid sagt:

    @ katja mayer

    Trifft Ihre Beobachtung zu, ist das für die Macher des MERKUR keine gute Nachricht. Wollen sie (mit entsprechend populären Inhalten – Rohloff, ick hör dir trapsen!) doch endlich zur Publikumszeitschrift werden.

  68. Clara Schmid sagt:

    doch endlich zur Publikumszeitschrift werden
    Korrektur 😉
    doch endlich vollends zur Publikumszeitschrift werden

  69. Barbara sagt:

    Ein jedes Problem durchläuft bis zu seiner Anerkennung drei Stufen: In der ersten wird es lächerlich gemacht, in der zweiten bekämpft, in der dritten gilt es als selbstverständlich.

    Zitat von Arthur Schopenhauer

  70. Dr. Meier sagt:

    Immerschon ein Dorn in Auge war mir, dass sich derlei Herrschaften aus der ‚Presse‘ (siehe auch Zeit, Spiegel etc.) stets als vornehme, erwürdige, über den Dingen schwebende Gralshüter von Moral, Sitte und Intellekt aufspielen – dabei sind sie auch nur Journalisten, die einem Job nachgehen um die Miete zu bezahlen. Aber die Welt will halt betrogen werden.

  71. Tom sagt:

    Was meinen Sie eigentlich im Teaser mit „Printfassung im März-Heft“?
    Reden Sie da von richtig totem Papier, so wie damals als der olle Gutenberg das Bäume-Töten salonfähig machte?

    Und das gibts noch? Seltsam. Wozu soll das denn gut sein?

  72. Ekkehard Knörer sagt:

    @Tom: Darf ich das als Anfrage nach einem Probeabo verstehen?

    1. Lena Doppel sagt:

      Hi, hi
      best Trollfutter ever! 😉

  73. Clara Schmid sagt:

    Hallo, Herr Körner!

    Weil gerade von „richtig totem Papier“ die Rede ist – online lebt’s hier anscheinend auch nur unter Schwierigkeiten.

    Mein RSS-Reader liefert mir Kommentare, die (ohne dass ein inhaltlicher oder formaler Grund dafür ersichtlich wäre) hier, auf der Webseite, nicht erscheinen, z.B. ein Kommentar von Susanne Pocai von 14:32. Können Sie das an Ihre Techniker weitergeben, bitte?

    Beste Grüße
    CS

    1. Ekkehard Knörer sagt:

      Liebe Frau Schmid,

      wenn ich da jetzt etwas pedantisch sein darf: der Name ist Knörer.

      Und, nein, der Kommentar ist nicht verschwunden, er ist allerdings an die Stelle sortiert, an die er gehört, nämlich in den Thread als Antwort auf das Posting von „uli“ am 18. Februar.

      Beste Grüße,
      Ekkehard Knörer

  74. Linda sagt:

    Der Beitrag ging ja um Sorgfaltspflichten – vielleicht bin ich doch ein wenig vom Thema abgekommen.

    @ Redaktion
    Könnten Sie bitte meine vorigen Kommentare löschen oder sie noch einmal editieren lassen? Übrigens vielen Dank für Artikel und Forum!

    Liebe Grüße an Joachim Rohloff und alle, die gern nachdenken und hinterfragen, auch wenn sie sich damit manchmal unbeliebt machen.

    Langsam wird deutlich, dass wir mehr Macht haben, als wir glauben, zum Beispiel auch als Kunden.

    Und keine Angst vor großen Tieren!

    Das gelingt hier wie auch bei den Plagiatsjägern von Vroni und Gutti.

    *****

  75. Clara Schmid sagt:

    @ Linda

    Nein, Sie sind gar nicht vom Thema abgekommen. Es geht Joachim Rohloff ausdrücklich um Schirrmachers jüngstes Buch. Lesen Sie Rohloffs ersten Absatz! Rohloff möchte uns mit seiner Rezension (eines ganz anderen Schirrmacher-Buchs) „massiv und nachhaltig“ davon abhalten, Schirrmachers jüngstes Buch zu kaufen bzw. zu lesen.

    Das „Schweigen“ und die „Kapitulation“, von denen Sie sprechen, werden mit Rohloffs Rezension (wenn auch durchaus winkelzügig – von hinten durch die Brust ins Auge) geradezu programmatisch. Insofern sind Sie keineswegs vom Thema abgekommen. Und satt Ihren Kommentar editieren oder löschen lassen zu wollen, sollten Sie lieber überlegen, kräftig noch eins drauf zu setzen.

    1. Linda sagt:

      @ Clara

      ich habe darüber nachgedacht und werde die Redaktion nochmal per Mail bitten, meine ersten beiden Kommentare zu streichen. Sie gehen zu weit am Thema vorbei bzw. betreffen die Vergangenheit.

      Sorgfalt und Genauigkeit sollten bei Publikationen sehr wichtig sein. Da ich selbst oft zu schlampig bin, habe ich mich vielleicht angesprochen gefühlt und zu emotional reagiert. Es ist eben vor allem harte Arbeit, gut zu schreiben.

      In der Realität stört es uns doch alle, wenn die Qualität der Medien und Kommentare so abnimmt. Nicht nur im Internet, sondern auch in Büchern. Dass sich die Fehler häufen, macht das Lesen ja noch anstrengender. Die Masse der Informationen überfordert, um das zu erkennen, braucht es nicht das „Genie“ von Frank Schirrmacher.

      Vielleicht hat er den einen oder anderen guten Gedanken. Ich wäre allerdings auch zu faul, mich durch sein Buch zu kämpfen. Es ist sehr verschwurbelt. Wer etwas verstanden hat, kann sich klar ausdrücken. Gerade in diesem scheinbar intellektuellen Herumwerfen mit unverständlichen Begriffen ist der FAZ-Herausgeber peinlich und will auf jeden Fall elitär wirken.

      Ich kannte den Mann bisher zu wenig habe erst mal recherchiert, d. h. gründlicher gearbeitet. Haben Sie den Wikipedia-Artikel über ihn gelesen? Haarsträubende abenteuerliche Thesen, ein Fan von Tom Cruise /Scientology z. B. und auch seine Dissertation ist umstritten.

      Die Täuschung liegt auch darin, dass sich Schirrmacher als Philosoph ausgibt, in Wirklichkeit aber ein Geschäftsmann ist. Er wird viel Geld verdienen mit dem Buch, dessen Inhalt wohl dürftig ist.

      Der Buchmarkt ist zu einem Bordell für Prominente geworden. Wenn jemand einen bekannten Namen hat, kann er Millionen kassieren für Bücher, die von jemand anderem geschrieben wurden. Fast unabhängig vom Inhalt. Die stillen Geistesarbeiter im Hintergrund machen die eigentliche Arbeit und werden oft mit Krümeln abgespeist.

      Es wirft kein gutes Licht auf Schirrmacher, dass er offenbar zu geizig war, Geld für ein gutes Lektorat auszugeben. Die Diskussion zum Finanzkapitalismus wird sowieso bald statt finden, spätestens dann, wenn die ‚Bankenrettung‘ zum Zenit kommt. Dieses Thema hat Herr Rohloff hier außen vor gelassen, vielleicht, weil es zu komplex ist.

      Unabhängig davon sollte die hier vorliegende sorgfältige Arbeit des Autors geschätzt werden. Wenn wir uns alle gegenseitig bashen, bleibt nichts mehr von Wert.

    2. Ekkehard Knörer sagt:

      Ich habe die ersten beiden Kommentare wie gewünscht deaktiviert.

  76. Clara Schmid sagt:

    @ Linda

    Schade, dass Sie auf die mittelalterliche Fangmethode reinfallen. Obwohl Ihnen die Schwaden aus der Küche, in der die kleinen Vögel in dem großen Kessel abgekocht werden, übel in die Nase steigen, müssen Sie sich nach zwei misstrauisch kreisenden Flügen schließlich doch auf der Leimrute niederlassen. Ihr lange (von wem?) geschultes Gewissen befiehlt Ihnen das. – Die Vogelfänger wird’s freuen. (Und, wer weiß, vielleicht werden Sie zum Dank dafür demnächst ebenfalls männlich herablassend als „liebe“ – „Liebe Linda“ – angesprochen. – Wenn’s uns nicht ab und an gesagt würde, wüssten wir Frauen ja auch gar nicht mehr, wohin wir gehören. Stmmt’s?)

    @ Ekkehard Knörer

    Hallo, Herr Knörer!

    Ihre Empfindlichkeit ist völlig berechtigt. Das sollte nicht sein: ein mehrfacher Buchstabendreher in Ihren Namen. Ich bitte Sie um Entschuldigung.

    Beste Grüße
    CS

    1. Ekkehard Knörer sagt:

      Sehr geehrte Frau Schmid,

      geht’s noch? Ich soll mich hier anhallo’n lassen und dann kommt Ihnen mein freundliches „Liebe Frau Schmid“ herablassend vor. Nee, jetzt ist es wirklich genug; warum genau sollten wir uns die fortwährenden Unterstellungen, die über Belege und Argumente offenbar erhaben sind, bieten lassen? Weitere Kommentare dieser Art werde ich nicht mehr freischalten.

      Beste Grüße,
      Ekkehard Knörer

  77. Karl Krauser sagt:

    Schöner Artikel.eine Sache ist aber völlig verquer: das BIP der USA beträgt 15 Billionen $/Jahr, ca. 41 Mrd/Tag. Die 588 Milliarden sind da schwer nachvollziehbar…

  78. Sabine Engelhardt sagt:

    ich habe mich köstlich amüsiert!!!!!
    auch über mich, denn ich habe alle beschriebenen „Fehler“ überlesen!!!

  79. Brot sagt:

    Sagenhafter Verriss, und so berechtigt.

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