Fahnen in Athen

Wenn wir in fremden Städten reisen, erinnern wir uns später oft an besondere Gerüche. Mein Athener Dufttagebuch fällt prosaisch aus: In der Airbnb-Wohnung roch es nach Hund, auf der documenta nach dem Trendparfum von Comme des Garçons, das halb Berlin benutzt. Das erste Mal begegnete es mir am Abend vor der Eröffnung im Innenhof der Konzerthalle Megaron. Ich war zu einem Interview verabredet, ein Kurator und einige Mitstreiter saßen noch im Hof, die Halle wirkte ansonsten ausgestorben. Es dämmerte, ich atmete tief ein und fühlte mich auf unangenehme Art sofort zuhause. Ähnlich austauschbar kamen mir in den Tagen, die folgten, viele Werke vor. Wenn ich nun vier Monate später überlege, was für mich von dieser documenta in Athen bleibt, sind es Orte, weniger die Kunst, die dort zu sehen war

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