Letzter Spaziergang, 18. Oktober 2017

Quarto springt mir aus der offenen Wohnungstür entgegen, um kurz vor halb elf habe ich in der Wartenburgstraße geklingelt, wir wollen hinaus, R. kann wieder gehen, einigermaßen, er leint den Hund an.

Auf dem Bürgersteig schnuppert Quarto an den stinkenden Früchten, die von den Ginkgobäumen gefallen sind. R. weiß, dass es sich, auch wenn sie so aussehen, nicht um Früchte, sondern um Samen handelt. In denen leider Buttersäure steckt. In Seoul, erzähle ich, habe ich ältere Frauen diese Samen sammeln sehen, die geschälten Kerne sind essbar, werden im Reis mitgekocht oder geröstet – übermäßiger Verzehr kann allerdings, ich wurde gewarnt, zu Vergiftungserscheinungen führen.

Wir überqueren die Möckernstraße und gelangen über eine sanft ansteigende Rampe in den Park, zwei Fahrradfahrer kommen uns entgegen, einer von ihnen bleibt fast in Quartos nun ausgerollter automatischer Hundeleine hängen, R. entschuldigt sich, obwohl der Radfahrer eigentlich hätte absteigen müssen.

(…)

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