Konsequenzkunst

Die Konsequenzlosigkeit regiert in diesen Tagen. Die einen möchten konsequenzlos Hassbotschaften senden, und die anderen möchten dem zuhören, ohne Konsequenzen tragen zu müssen. Ja, vielleicht steht dem von Enis Maci beschriebenen Wunsch nach einem safe space, in dem man konsequenzlos etwas Hasserfülltes sagen kann, wirklich der Wunsch gegenüber, sozusagen safe zuzuhören, also, ohne dass man gleich reagieren muss. Einfach mal kommen lassen. Als würden sich ansonsten die Dinge immer gleich überschlagen beim Zuhören. Als bräche dann eine Hektik aus.

Oder was ist los mit denen, die immer wieder sagen, man müsse den Leuten endlich mal zuhören? Hören wir ihnen denn nicht andauernd zu? Sind nicht unser aller Ohren geöffnet, wenn der »Mann von der Straße«, der »einfache Mann«, der Rechtsradikale und der Populist, sozusagen die Björn-Höcke-Ausprägung der Öffentlichkeit, loslegt, schon allein deshalb, weil er uns mit dem, was er sagt, provoziert? Und was passiert dann? Überschlagen sich die Dinge wirklich? Vielleicht geht es ja darum, aus den hasserfüllten Botschaften das Brauchbare herauszudestillieren, den sozusagen einfachen Mann aus dem Rechtsextremen, und dann vielleicht noch den Mann aus dem Menschen, als ginge das; beziehungsweise aus dem inzwischen entstandenen Konglomerat in den Aussagen der sogenannt besorgten Bürger etwas, mit dem man umgehen kann und über das man mal reden sollte? Vielleicht geht es dann wirklich um Umverteilung, vielleicht um soziale Gerechtigkeit – nur was würde daraus erfolgen? Etwa Handlungen, Entscheidungen?

(…)

Möchten Sie weiterlesen?

Testen Sie jetzt den Merkur im digitalen Probe-Abo. Oder erwerben Sie den Artikel für 2 € als Download in unserem Volltextarchiv. Sie sind schon Digital-Abonnent? Hier einloggen, um weiterzulesen.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *


* Die Checkbox für die Zustimmung zur Speicherung ist nach DSGVO zwingend.

Ich stimme zu.