Die langweilige Seite des Mondes

Nach 8 Tagen im Weltraum, davon zwei Stunden auf dem Mond, setzten am 24. Juli 1969 Neil Armstrong, Buzz Aldrin und Michael Collins in der Raumkapsel »Columbia« kopfüber und mit 35 Stundenkilometern etwas unsanft im Pazifik auf. Buzz Aldrin präsentierte auf Twitter schon mehrfach ein ungewöhnliches Andenken an seinen Trip: seine Reisekostenabrechnung. Lakonisch machte Aldrin darin 33,10 US-Dollar für die Reise via »Houston, Cape Kennedy, Moon, Pacific Ocean and return to Houston« geltend.1 Für die Astronauten als Angestellte der National Aeronautics and Space Administration war die Mondlandung eine Dienstreise, und Aldrin war die ersten 13 der circa 1,5 Millionen Kilometer mit seinem Privatwagen gefahren. Das Dokument enthüllt die Bürokratie als die Rückseite der Raumfahrt. Das Formular war Aldrin wichtig genug, dass er es noch während der dreiwöchigen Quarantäne ausfüllte, in die die Mondbesucher der Apollo-Missionen zwecks Schutzes vor Kontamination gesteckt wurden.

(Der Essay ist im Novemberheft 2019, Merkur # 846, erschienen.)

Um einen Menschen auf den Mond zu bringen, braucht es eben nicht nur die 3,3 Millionen Liter Treibstoff einer Saturn-V-Rakete, sondern vor allem gute Planung und Administration. Welche andere Erfindung der Moderne könnte ein Projekt wie die Mondlandung bewerkstelligen, wenn nicht die staatliche, bürokratische Verwaltung? Die Mondlandung war nicht die Leistung von tollkühnen Abenteurern wie den ersten Ballon- oder Flugzeugpiloten, sondern von coolen Technokraten. Der »giant leap for mankind« ist, wie die dienstliche Autofahrt im privaten PKW, ein Verwaltungsakt, trocken wie Mondstaub.

(…)


1 Kommentare

  1. Peter Vaclavicek sagt:

    Guten Tag,

    vllt. das nächste Mal etwas besser Basisrecherche betreiben?
    Apollo 11 dauerte nicht 18 Tage, sondern 8 Tage. Auf dem Mond waren Aldrin und Armstrong nicht 2h, sondern eher 20. Lediglich der Mondspaziergang dauerte rund 2h.

    Viele Grüße
    Peter Vaclavicek

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