Die Philosophie in der Pandemie – ein Totalausfall

Erneut rollt eine Infektionswelle durch die Welt und bringt Unerfreuliches wie die Einführung von Impfpässen mit sich, während die Gesellschaft von einem leider nur allzu bekannten Zusammenschluss aus Uninformierten, Falschinformierten, Fehlgeleiteten und Misanthropen in Schach gehalten wird. Sie sind es, die die Impfpässe, die eigentlich niemand will, zu einer Zwangsmaßnahme machen, um die wir wohl kaum noch herumkommen werden. Ohne ihren Lärm und ihren Narzissmus wären die Impfraten so hoch, dass es die Pässe vielleicht gar nicht bräuchte.

(Dieser Text ist im Oktoberheft 2021, Merkur # 869 erschienen.)

Doch es ist nicht einfach der »Pöbel«, der uns in diesen traurigen Schlamassel hineingeritten hat, auch einige Stimmen aus den oberen Rängen der akademischen Welt haben ihren Anteil daran. In dieser Pandemie, in der die Gesellschaft so verzweifelt nach Positionen verlangt hat, die das große Ganze im Blick haben, hat die Philosophie versagt – in Teilen durch Unwissenheit oder Inkohärenz, in Teilen durch kaum verhohlene intellektuelle Unredlichkeit. Am Beispiel des italienischen Philosophen Giorgio Agamben wird deutlich, wie das passieren konnte.

Agamben, bekannt für seine Kritik der »Biopolitik«, verbrachte die Pandemie damit, mehr als ein Dutzend Leitartikel zu veröffentlichen, in denen er sich in einer Weise über die Situation äußerte, die deutliche Parallelen zu rechten (und linken) Verschwörungstheorien aufweist.


1 Kommentare

  1. Johannes Mapro sagt:

    Wir können unendlich weiter machen in dieser Diskussion, die nur eine unausweichliche Wahrheit kennt. Die Wahrheit lautet, wir leben in der Zeit einer alle Menschen bedrohenden Pandemie, die alle Menschen unaufhörlich tötet. Gegen die Pandemie gibt es nur ein Mittel das in einem Impfstoff besteht der in sagenhaft kurzer Entwickelt wurde. Wer sich nicht impfen läßt ist ausserhalb der Vernunft gefallen. Jeder Zweifel an der Story oder auch an der Qualität des Impfstoffs, der vollkommen frei von jedem Risiko ist und vor allem vor dem auf jeden Fall tödlichen Virus schützt ist Ketzerei. Nun nach meinen Kenntnisstand gibt es Fächer wie Wissenschaftstheorie, Wissenschaftsphilosophie und es gibt eine Logik der Forschung. Wittgenstein und auch andere Philosophen in seiner Tradition haben gezeigt was man mit Sicherheit sagen kann. Feyerabend und Kuhn haben aufgezeigt wie schwierig der Prozess der Erkenntnis ist. Feyerabend hat auch gewagt zu sagen Wissenschaft ist Politik. Alles muß sich an der Empire messen lassen, die Auswirkungen der CO2 Emissionen im Industriezeitalter ermißt der Mensch erst heute. Die Wirkung der RNA wird der Mensch auch erst im Lauf der Zeit erfassen, das selbe gilt für die Vektor Impfstoffe. Das schlimme und gefährliche an nicht in fragstellbaren Logiken und geschlossenen Logiken ist, das sie im Kreis der Gläubigen auf jeden Fall wahr und zutreffend sind, alle aussen stehenden Kritiker und Zweifler haben die Vernunft verlassen und sind Ketzer. Wer Kuhn gelesen hat, weis wie schwierig diese Fragen sind. Andere würden von der „Anmassung des Wissen“ sprechen. Man kann einfach nur hoffen das die Kritiker nicht am Ende Recht haben und ihre Aussagen empirisch bewiesen werden. Um auf andere Diskussionen mit der ähnlichen Lage, aber nit nehr Toleranz und mehr Diskussionsbereitschafts zu verweisen, die Wahrscheinlichkeit das es zum Supergau kommt lag irgend wo jenseits von Millionen Jahren, je nach Zählweise, sind dieses Millionen Jahre 2 bis 5 mal in deiner Spanne von großzügig bemessenen 70 Jahren eingetreten. Das zu Zweifeln an sicheren Aussagen. Ich könnte jetzt noch beschreiben, welche Wundermittel die Pharma Industrie unter die Menschen gebracht hat, die sich dann als ganz anderes erwiesen haben. Also woher kommt die Sicherheit in diesem Fall, die eine einzige richtige Meinung? Warum versucht man mit den Mitteln eines neuen disziplinar Regimes das Impfen durch zu setzen? Ist das Zeitalter des Pragmatismus das unter anderen einst Dewey erschaffen unwillkürklich zu Ende und die Systemkonkurrenz mit den Gesellschaften mit den eineindeutigen Anordnungsregimen zwingt uns zum Umdenken? Wenn alles das Stimmt was die Wissenden sagen, dann wäre für unser aller Überleben, das Impfen der 7 Milliarden Menschen in den nicht wohlhabenden Ländern der notwendigste von allen Schritten. Wenn wir uns an das Wissen von Pasteur, Koch und Virchow halten, kommen wir zu anderen Einsichten. Eine einzige Wahrheit, die nicht geprüft ist und nicht überprüfbar ist, ist das gefährlichste, wenn man es mit den Aussagen von Popper mißt. Das zur Kritik an Agamben.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.