Video: Erika Thomalla über Dirk Baecker | Zweite Lesung

Die Literaturwissenschaftlerin Erika Thomalla empfiehlt Dirk Baeckers Essay „Ernste Kommunikation“ zur Zweiten Lesung. 1997 im Merkur veröffentlicht, markiert der Text einen Höhepunkt der postmodernen Ironiediskussion sowie der Konkurrenz zwischen Systemtheorie und Dekonstruktion.

Erika Thomalla ist Literaturwissenschaftlerin am Institut für deutsche Literatur der HU Berlin. Den ersten Beitrag für den MERKUR hat sie 2016 geschrieben, zuletzt „Literatur als Klartext. Wie Rechte lesen“, gemeinsam mit Mladen Gladić.

Dirk Baecker
Ernste Kommunikation
Merkur, Nr. 579, Juni 1997

(…lesen)

 

Das digitale MERKUR-Archiv ist eine Schatzkammer mit über 11000 Texten, die seit der Gründung der Zeitschrift 1947 veröffentlicht wurden. In der Video-Interviewreihe Zweite Lesung laden die Herausgeber Christian Demand und Ekkehard Knörer Autoren, Freunde und Wegbegleiter der Zeitschrift ein, mit ihnen über MERKUR-Texte zu sprechen, die ihnen besonders in Erinnerung geblieben sind – und die es sich lohnt, für eine zweite Lesung zur Hand zu nehmen.


1 Kommentare

  1. Reiner Girstl sagt:

    Die Frage die sich einfach stellt, in wie weit bringen eine solche Elfenbeinturm Diskussionen der Lehnstuhl Philosophie weiter? Das man sich schöne Argumente wunderbar zu Recht legt und mit Ironie paart, führt nirgends wo hin. Wie leer manche Teile des Denkens sind zeigt die Wirklichkeit eines Ukraine Kriegs.

    Wirklich wichtig sind Überlegungen zur Sprachphilosophie und zu Aussagenlogiken, bei denen weis man wenigstens, was man von den meisten Diskussionen zu halten hat. Auch Texte zu Ethik können zeitlos sein, wenn sie nicht in einer zeitaktuellen Form gefertigt werden. Aber wen interessiert die Systemtheorie und die Dekonstruktion, im Prinzip ist jede wirkliche Aussage in Systemtheorie eingebettet. Das zeigt sich schon im klassischen Werk des „Fürsten“, das Buch ist die Systemtheorie pur, wo ein Denker beschreibt, wie man sich als Herrscher in einen gegebenen System erfolgreich bewegt. Anschließend fängt auch schon die Dekonstruktion an, in dem alle ständig beweisen wollen, das die Lüftung des Schleiers über die Wirklichkeit, durch den Florentiner nicht die Wahrheit wieder spiegelt. Aber bis her ist der Florentiner nicht Wiederlegt worden, statt dessen wird sein Wissen jeden Tag erfolgreich neu aufgeführt. Damit ist gezeigt wie alt Systemtheorie und Systembeschreibung ist. Der entscheidende Unterschied zu Luhmann und Habermas ist, der Florentiner hat eine tatsächliche Wirklichkeit beschrieben und kein Idealbild eines Wunschsystems. Wunschsysteme werden durch die Wirklichkeit dekonstruiert. Wahre Aussagen erkennt man daran das sie von bellenden Geistesgrößen bekämpft werden, aber nicht klein zu bekommen sind.

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