• Erregungswellen: »Identitätspolitik« mit Lisa Eckhart und Hengameh Yaghoobifarah

    Es ist ja so, dass seit einiger Zeit im Grunde ununterbrochen darüber gestritten wird, wer im Denken totalitärer ist, wer falscher liegt, wer den Schuss weniger gehört hat: all jene, die unter den Schlagwörtern »jung«, »woke«, »Identitätspolitik«, »schreibt im Internet und ist kein alter weißer Mann« einsortiert und für verrückt erklärt werden, oder die Gegenseite, also die sogenannten alten, weißen Männer beziehungsweise deren aus den alten Zeitungshäusern heraus produzierten Meinungstexte, die sich besorgt mit dieser »Identitätspolitik« befassen. Debatten, die unter diesem Label laufen, scheinen weniger Vorgänge zum Inhalt zu haben als die Frage, wer was wie gesagt hat, und damit bewegen sie sich auf der Ebene der Zeichen, des Symbolischen, woraus wiederum regelmäßig der Vorwurf folgt, »Identitätspolitik« sei elitär, abgehoben etc. (mehr …)