• Soziologiekolumne. Sind wir eigentlich noch spätmodern?

    Es ist beinahe unmöglich, soziale Wandlungsprozesse im Augenblick des Geschehens zu erfassen, wesentliche Aspekte eines Wandels erschließen sich oftmals erst im Rückblick. Dies erklärt auch, warum »der Geist« seiner Zeit in der Regel immer ein wenig hinterherhinkt: Menschen bleiben in ihren Wahrnehmungs-, Denk- und Fühlweisen überkommenen Kategorien oftmals auch dann noch verhaftet, wenn diese ihre Orientierungsfunktion längst eingebüßt haben – in den Sozialwissenschaften spricht man in diesem Zusammenhang auch vom cultural lag. (mehr …)

  • Weltbürgerlichkeit als repräsentative Kultur? Soziologiekolumne

    Das Ende des Ost-West-Konflikts und der mit ihm verbundenen bipolaren Weltordnungen hat Veränderungen epochalen Charakters angestoßen und wird längerfristig vermutlich auch die Vorstellungen von Gesellschaftskörpern, ihren Ausdehnungen, Grenzen und Binnengliederungen verändern. Der Übergang in ein neues System von Wahrnehmungen und Deutungen der Wirklichkeit dürfte noch längere Zeit in Anspruch nehmen. Wie die Matrix der politischen und sozialen Ordnungen steckt auch ihr Vokabular im Umbruch. (mehr …)
  • Soziologiekolumne. Eine Welle der Nostalgie. Die akademische Mittelschicht und die illiberale Gesellschaft

    Warum gewinnen in westlichen Gesellschaften, die jahrzehntelang durch Pluralisierungs-, Individualisierungs- und Liberalisierungsprozesse geprägt waren, Haltungen, Einstellungen und Gesellschaftsbilder an Bedeutung, die konträr zu diesen Trends stehen? Wieso haben eskalierende Ungleichheiten, anders als noch um die Jahrhundertwende von Linken vorausgesagt, nicht primär zum Erstarken der Kapitalismuskritik geführt, sondern zum Aufstieg rechter Protestbewegungen? (mehr …)