• Eine kurze Geschichte der Betroffenheits(kritik) in der Bundesrepublik

    Anfang des Jahres entbrannte eine rege Debatte um Identitätspolitik, deren Hitze immer noch nicht erloschen ist. Im Zentrum des Feuers stand Wolfgang Thierse mit seiner Warnung vor den Gefahren einer »cancel culture«, welche die Gesellschaft spalte. In einem Radio-Interview hatte Thierse unter anderem erklärt: »Aber unsere Tradition seit der Aufklärung ist doch die, nicht die Betroffenheit, nicht das subjektive Empfinden darf entscheidend sein, sondern das vernünftig begründende Argument, das muss uns miteinander verbinden, das muss den Diskurs strukturieren. Denn sonst ist klar: Thierse ist ein alter weißer heterosexueller Mann. Seine Ansichten sind so definiert und damit ist der Fall erledigt.« (mehr …)