• Dahrendorfs Welt

    Wenn die Verhältnisse unübersichtlich werden, weil es in der Mitte brodelt und die auf der Brücke nur noch auf Sicht steuern, ist die Soziologie gefragt. Die Historie ist zu weit weg und die Ökonomie zu nah dran. Weder die universalhistorische Betrachtung über die Geschichte von morgen noch die Konjunkturprognose fürs nächste Vierteljahr befriedigen die Deutungsbedürfnisse des Publikums, wenn einem der Boden unter den Füßen wegzubrechen scheint. Man wendet sich der Soziologie zu, weil die einem etwas über Gewinner- und Verlierergruppen, über konkurrierende Werte und über morsche Institutionen und flexible Mechanismen zu sagen hat. Die kognitive Mischung aus Realismus und Idealismus passt zu Zeiten eines drohenden sozialen Wandels. Jedenfalls im Prinzip und wenn das entsprechende Angebot vorhanden ist. (mehr …)