• Betriebshellsichtigkeit. Zur Souveränität des Theaters

    Der Essay ist im Dezemberheft 2018, Merkur # 835, erschienen.

    Es hat Vorwürfe sexueller Belästigung gebraucht, damit am Theater wieder über Machtverhältnisse geredet wurde. Wieder – denn politisch motivierte Kritik am Machtgefüge der Theaterarbeit gab es schon früher, sogar welche mit Konsequenzen. Aber da der Anlass diesmal männliche Regisseure sind, die ihre souveräne Position missbrauchen, rückt auch die Souveränität dieser Position mit in den Fokus: Ruft die Macht des Regisseurs nicht geradezu nach ihrem Missbrauch? Ja, besteht sie nicht auch dort, wo jemand sie ganz im Sinne ihrer Einrichtung ausübt, stets ein Stück weit darin, die Grenze des Anstands zu überschreiten und mit den Körpern anderer Menschen Dinge zu tun, die deren Recht auf Selbstbestimmung zwischenzeitlich suspendieren? (mehr …)