• DIE LEGENDE VOM »KONFORMITÄTSDRUCK«. Zur zweifelhaften Kritik an der Corona-Debatte

    Wenn medial präsente Intellektuelle ein »Manifest« veröffentlichen, in dem sie die Unterrepräsentation ihrer Ansichten beklagen, dürfte es sich um Vertreterinnen und Vertreter einer gesellschaftlichen Minderheitenposition handeln. Dies allein sagt freilich noch nichts über die Qualität des Anliegens selbst. Spätestens seit Tocquevilles Diktum von der »Tyrannei der Mehrheit« ist bekannt, wie sehr die Entstehung integrativer Mehrheiten von pluralistischen, institutionell verankerten und gewaltenteilig organisierten Diskussionsprozessen im Rahmen demokratischer Öffentlichkeit abhängig ist. Eben hier setzt die Klage der Unterzeichner und Unterzeichnerinnen des Manifests der offenen Gesellschaft vom März dieses Jahres an.1 (mehr …)

  • Das Scharnier – Neuer Konservatismus und Neue Rechte

    Im Oktober 2017 veröffentlichten zwölf konservative europäische Intellektuelle eine »Pariser Erklärung«.1 Zu den Unterzeichnern gehörten der polnische Philosoph und PiS-Politiker Ryszard Legutko, der von der Fidesz-Regierung begeisterte ungarische Universitätsrektor András Lánczi2 sowie die inzwischen verstorbenen Robert Spaemann und Roger Scruton. In 36 Punkten werden die vermeintlichen Defizite des liberalen Westens aufgelistet. Die Autoren fordern ein »wahres Europa«, »soziale und kulturelle Hierarchien« und die »Assimilation« von Migranten. Gegen die »Tyrannei des falschen Europas« wird ein altbekanntes Instrument der Machtpolitik ins Spiel gebracht – die personalisierte Führerschaft. (mehr …)