• Afrikanische Philosophie und die Sprachen Afrikas

    Lassen Sie mich damit beginnen, dass ich die Wichtigkeit der Einzelsprache betone, die wir sprechen oder in der wir schreiben, wenn wir philosophieren. Natürlich ist es nicht kontrovers zu sagen, dass wir ohne Sprache oder außerhalb der Sprache nicht denken können, dass also die Sprache in jeder Phase der Konzeption von Ideen und Argumenten bereits mitarbeitet. Wie ist es aber mit dem Verhältnis nicht zwischen der Sprache im Allgemeinen und dem Denken im Allgemeinen, sondern zwischen philosophischem Denken und der einzelnen Sprache, sei es Griechisch, Französisch, Wolof, Kinyarwanda oder Deutsch? Dazu zwei miteinander verbundene Fragen: Gibt es eine für die Philosophie in ausgezeichneter Weise geeignete Sprache? Gibt es Sprachen, die als untauglich für philosophisches Denken zu gelten haben? Als Philosoph aus Afrika ist man mit diesen Fragen konfrontiert, da sie im Zentrum des Problems der »afrikanischen Philosophie« und ihres Bezugs zu Kolonialismus und Dekolonialisierung stehen.

    (Der Essay ist im Augustheft 2019, Merkur # 843, erschienen.)

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