• Aus dem Leben eines Korrekturlesers

    Nachdem er sich der üblichen morgendlichen Obliegenheiten entledigt hat – Körperpflege, Frühstück, Zeitunglesen –, begibt sich der Korrekturleser in sein Arbeitszimmer, wo auf dem Schreibtisch schon ein neuer Auftrag wartet: ein starker Stoß von DIN-A4-Blättern, Druckfahnen eines zukünftigen Buches, die er am Vortag im Verlag abgeholt hat, im Tausch gegen fertig bearbeitete. Des Weiteren auf der Arbeitsplatte: Bleistift, Anspitzer, Radiergummi – mehr braucht’s nicht. Dazu natürlich das Lineal, mit dem der Korrekturleser in den nächsten Stunden Blatt für Blatt Zeile für Zeile hinabfahren wird, auf der Suche nach einem falsch platzierten Komma, einem orthografischen Lapsus, unzulässigen Zusammenschreibungen, uneinheitlich gehaltenen, fahrlässig getrennten oder sonst wie nicht regelkonform verfassten Wörtern und Sätzen. (mehr …)