• Kein Formbegriff in Sichtweite. Kann uns die Systemtheorie helfen?

    Mal schnell einen aufgeklärten Formbegriff sich zu holen, fällt mittlerweile so schwer, wie eine Telefonzelle in der Innenstadt zu finden. Es haben sich die Fächer, für die Form so lange Leitbegriff und Glaubensartikel war, von dieser Kategorie in den siebziger Jahren verabschiedet. In der Kunstgeschichte darf Max Imdahls »Ikonik« als der letzte Theorieansatz gelten, in dem Formanalyse eine Zentralstellung hat. Ging aber nicht die Kunst selbst dieser Entwicklung voraus? In der Bewegung des Informel zum Beispiel? Wo war Große Form noch das Ziel – nach dem Ausklingen des Abstrakten Expressionismus und spätestens nach den heroischen Setzungen der Minimal Art? Das Ungeformte fand man immer schon geformt vor und konnte, nein musste es mehr oder minder fertig abholen – wir denken an Pop Art, Appropriation und postmoderne Ansätze.

    (Der Essay ist im Juliheft 2019, Merkur # 842, erschienen.)

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  • Und immer siegt das Land. Stadtflucht, Landliebe, Landarbeit im deutschen Fernsehfilm, aber auch bei Goethe