Juliheft 1961, Merkur # 161

Die chinesische Novelle

von Werner Helwig
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Wenn große Völker anfangen, die berühmten und geheiligten Gräber ihrer Vergangenheit aufzubrechen und der kunstwissenschaftlichen Neugier auszuliefern (oder zu einer Einnahmequelle zu machen), bedeutet das meistens, daß in ihrer geschichtlichen Selbstauffassung ein Wandel von sehr entscheidender Art eingetreten ist. Das moderne China hat sich dazu bereit gefunden, sein bedeutsames National-Heiligtum, die Minggräber, zu öffnen. Seit 1620 hat es keine Regierung und auch kein Rebelleninterregnum gegeben, das einen solchen Eingriff in die Herzkammer gleichsam seiner Selbstachtung gewagt hätte. Jetzt liegen die geweihten Gewölbe voll der herrlichsten Kunstgegenstände jener großen Epoche jedem Einblick offen.


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