Oktoberheft 1963, Merkur # 188

Gewalt und Kraft der Schrift

von Werner Helwig
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Das Deutsche Institut für Volksumfragen, Markt- und Meinungsforschung (Frankfurt am Main) hat vor einiger Zeit, zu einem Zeitpunkt, da die Springflut der Buchproduktion sich der Jahresleistung von 70.000 Exemplaren näherte, eine Umfrage veranstaltet, deren Ergebnisse die Feststellung erlauben, daß unter je hundert befragten Deutschen 24 bis zu 10 Büchern, 28 bis zu 50 Büchern und weitere 24 mehr als 50 Bücher besitzen. Bei den Befragten rangiert Unterhaltungsliteratur an erster Stelle; gleich danach kamen Sachbücher und Lexika. Etwas darunter liegen die Zahlen für Klassiker. Und »Moderne Dichtung« besitzen 18 von Hundert. Demgegenüber steht ein Befragungsergebnis, welches das Allensbacher Institut für Demoskopie ungefähr zur selben Zeit mitteilte. Hier wurde festgestellt, daß unter je hundert befragten Bundesbürgern 35 überhaupt keine Bücher besitzen, während es derer, die 10 Bücher ihr eigen nennen, nur elf sind, bis zu 29 Büchern aber 33, bis zu 99 sind es 19 und bis zu 100 und mehr besitzen 10 Personen. Bei diesen Gelegenheiten wurde zugleich ermittelt, bei welchen Altersgruppen, Berufen, Geschlechtern das Buch am häufigsten anzutreffen sei. Demnach ist der Mann eher ein Büchersammler als die Frau. Unter den Männern sind es wieder die Jugendlichen vom 18. Jahre an und die in den sogenannten besten Jahren, welche die meisten Bücher besitzen. Unter ihnen sind es wiederum die freien und selbständigen Berufe, die sich bevorzugt für Bücher interessieren, gemeinsam mit den Beamten und Angestellten.


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