Aprilheft 1971, Merkur # 276

Mit der Sprache im Gespräch

von Werner Helwig
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Das Mißtrauen den Worten gegenüber ist gegeben. Man sollte die Recherche von einem ganz neuen Code aus riskieren, um zu einer Konstruktion von Objekt-Texten für spirituelle Anwendungen zu gelangen. − Nach Weltkrieg II erhob sich eine luzide Kohorte, ironisch, giftig, rebellisch, grell und durstig. Geben die Anlaß zu Hoffnungen? − Tief verstört von den großen Evenements der Geschichte, aufgestrammt in den konvulsivischen Realitäten der Creatomique, formierten sich Energie, Engagement, streithafter Geist und Wille, um Grenzen und Tabus niederzulegen, damit Raum für die Heilung entstehe. − Welche Heilung? − Im Sinne einer universellen Rekonziliation. − Wie das? − Sie geben sich mehr oder weniger allusiv-corrosiv in den Romanen, Stücken, Essays, Gedichtmontagen, mit denen sie uns überrennen. − Was ist davon zu erwarten? − Der neue Mensch avanciert, er ist auf dem Wege, er stellt vergangene Ordnungen in Frage, stellt ebenso in Frage jedes scheinbar gute, opprimierende heutige Gewissen.− Worum handelt es sich »im Grunde«? − Nichts Geringeres als darum, neue menschliche Rapporte zu edifizieren und zugleich um die Herausstellung eines neuen Typus, der in sich selbst und für die anderen befreit ist. − Wie soll das geschehen? − Durch Gewalt und immer wieder Gewalt. [WS, 16.09.2019]


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