Dezemberheft 1978, Merkur # 367

Neue Gedichte. Ländler

von Hans Magnus Enzensberger
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Wie bitte? Wie? Wer hat hier Wie gesagt? Und was heißt das schon: »Letzten Endes?« Dieser Ländler ist »wie« die Spinne im Bernstein, aufbewahrt in einem Licht, das sich verfinstert hat. Der Ländler im Harz und einige andere längst verschwundene Dinge im zweiten Satz: Unsterblichkeit ist etwas Tödliches. Wie bitte? Ja. Der Unterschied zwischen »Natur« und »Geschichte« ist vielleicht nicht des Aufhebens wert, das wir davon machen, »letzten Endes«. Was heißt hier schon Ländler? »Natürlich« kommt immer etwas anderes dabei heraus, immer etwas anderes, als das, was »wir« wollten. Eine Zukunft, mit der die Spinne im Bernstein nicht gerechnet hat. Nicht ganz das, was sie »wollte«. Ein Ländler, der kein Ländler mehr ist: etwas Ausgestorbenes. Paläontologie, einzige Wissenschaft, an die wir uns halten können, trostreich und nutzlos. Sie dreht sich im Kreis, wie jener Ländler, der sich »letzten Endes« nicht von der Stelle rührt.


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