Septemberheft 2004, Merkur # 665

Das Paria-Volk. Nietzsche, Weber und die Juden

von Gustav Seibt
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Thomas Mann war der erste, der den Zusammenhang von Max Webers Religionssoziologie, namentlich seiner Untersuchung über Die Protestantische Ethik und den Geist des Kapitalismus, mit Nietzsches ethisch motivierter Religionskritik erspürte. Schon in den Betrachtungen eines Unpolitischen, also noch vor dem Erscheinen von Webers religionssoziologischer Aufsatzsammlung zur Wirtschaftsethik der Weltreligionen, welche die Bezüge einigermaßen offenlegte, stellte Thomas Mann fest: Ohne das zeitbeherrschende Erlebnis Nietzsches »wäre unzweifelhaft der Sozialwissenschaftler so wenig auf seinen protestantisch-heroischen Leitsatz verfallen« wie Thomas Mann selbst auf die Darstellung desselben Phänomens in den Buddenbrooks. Das ist ein wenig undeutlich und anmaßend formuliert, und der in eigener Sache schreibende Romancier zeigt wenig Interesse daran, die sehr unterschiedlichen Positionen von Nietzsche einerseits und Werner Sombart, Ernst Troeltsch und Max Weber andererseits zu differenzieren. Doch daß in der Kapitalismusdebatte seit 1900 neben marxistischen Anstößen eine nietzscheanische Luft wehte − die Frage nach dem herrschenden Menschentypus der Epoche −, ist unverkennbar. Webers Untersuchung der protestantischen Ethik ist der wahrscheinlich präziseste, empirisch anspruchsvollste Versuch einer »Genealogie der Moral«, der nach Nietzsche unternommen wurde (Vgl. Wilhelm Hennis, Max Webers Fragestellung (1987) und Max Webers Wissenschaft vom Menschen (1996), beide bei Mohr Siebeck in Tübingen).

Nur unwesentlich überspitzt darf man sagen: Weber forscht nach dem Unbewußten des Kapitalismus sowie Nietzsche nach dem Unbewußten der christlichen Liebe suchte. Ihr liege verschwiegene Rachsucht zugrunde, das Ressentiment der Unterlegenen, der von Geschichte, Natur und persönlichem Schicksal Benachteiligten; eine Priesterideologie, die sich an Stelle kriegerischer und politischer Gewalt etablierte und den Stärkeren wenigstens ihre moralische Überlegenheit bestreiten wollte. Ähnlich liegt für Weber am Grunde der ungeheuren Kräfteentfaltung des modernen Kapitalismus nicht etwa der Erwerbstrieb, eine Gewinngier, die er für etwas durchaus Überzeitliches, auch vorkapitalistisch allerorten Wirksames hält; sondern die panische Angst frommer Puritaner, ob sie denn von Gott auch »erwählt« seien − eine Angst, die sich im Rahmen eines Prädestinationsdenkens bewegt, das magische Einflußnahmen auf Gott oder Natur ebenso ausschließt wie katholische Werkgerechtigkeit: So bleibt nur die harte trockene Berufsarbeit um ihrer selbst willen in einer vollständig entzauberten Welt.

Rache als Ursprung von Liebe, die nun schmeckt wie süßliches Gift, wie »zuckrige Milde«; Angst und furchtgetriebener Arbeitszwang als Auslöser jener gewaltigen Maschinerie des Produzierens und Verbrauchens, die sich ihre Menschen, längst ja nicht nur die asketischen Berufstätigen und Arbeiter, sondern nun auch die lustorientierten Konsumenten, selbsttätig nacherzieht (denn mittlerweile umfängt das stahlharte Gehäuse der kapitalistischen Produktionsweise einen riesigen Freizeitpark): Solche Umbesetzungen entfalten bis heute eine ungebrochene Suggestivität. Ihre Wirksamkeit verdankt sich dem Gefühl der Entschleierung, das sie uns Betrachtern vermitteln. Wer vermöchte sich solchen Wahrheitseffekten zu entziehen! Man darf prophezeien: Max Webers Protestantische Ethik wird nicht aufhören zu faszinieren, bevor der letzte Zentner fossilen Brennstoffs verglüht ist. Und solange es bürgerliche Öffentlichkeiten gibt, wird es nervös-hochfahrende Menschen geben, denen mit Nietzsche »die schändlich vermoralisierte Sprechweise widerstrebt, mit der nachgerade alles moderne Urteilen über Mensch und Ding angeschleimt ist«. In der 1922 postum erschienenen »Einleitung« zur Wirtschaftsethik der Weltreligionen ist Weber direkt auf Nietzsches Ressentiment-Theorem zu sprechen gekommen, wie immer bei ihm, wenn es sich um einen erheblichen Einfluß handelt, mit der Geste der Abgrenzung: »Allein so glücklich und fruchtbar die Aufdeckung der psychologischen Bedeutung des Ressentiments an sich war, so große Vorsicht ist bei der Abschätzung seiner sozial-ethischen Tragweite geboten.« Darauf folgt eine jener wundervoll präzisen Weberschen Kasuistiken, die sich hier um die möglichen Theodizeen des Leidens dreht, also Rationalisierungs- und Rechtfertigungsmöglichkeiten, die Nietzsches Wirkungskette von Unterlegenheit über Rache-Ressentiment bis zur »Liebe« an Fülle und Feinheit weit hinter sich lassen. In diesem Zusammenhang kommt Weber auch auf die Juden zu sprechen, im Vorgriff auf den letzten Band der religionssoziologischen Aufsätze über Das antike Judentum (ihn konnte Weber dann allerdings nicht mehr selbst überarbeiten). Daß die nachexilische, von den Propheten geschaffene jüdische Religiosität auch von dem Ressentiment und den Rachegefühlen eines »Paria-Volks« geprägt sei, hatte mit einer gewissen Kälte bereits der kurz vor dem Ersten Weltkrieg abgeschlossene religionssoziologische Abschnitt von Wirtschaft und Gesellschaft postuliert. (Vgl. Hans G. Kippenberg/Martin Riesebrodt (Hrsg.), Max Webers »Religionssystematik«. Tübingen: Mohr Siebeck 2001, dort vor allem der Beitrag von Klaus Lichtblau über Ressentiment, Negative Privilegierung, Parias.) Der latente Nietzscheanismus von Webers Religionssoziologie verdichtet sich also bei der Behandlung des Judentums (das dabei auch in die Vorgeschichte des Protestantismus eingeordnet wird) zu einem unmittelbaren Bezug. Wie eng er ist, hat Jacob Taubes 1964 in der Gedächtnisschrift der Münchner Universität zum hundertsten Geburtstag Webers deutlich gemacht, durch Rückgriff auf Stellen aus dem Willen zur Macht und dem Antichristen, die Weber selbst nicht direkt zitiert hat. Seit der kritischen Nietzsche-Edition von Giorgio Colli und Mazzino Montinari aber wissen wir, daß es sich bei all diesen von Weber nicht genannten, ihm dabei so nah wirkenden Nietzsche-Passagen um wenig mehr handelt als um Exzerpte, teilweise sogar wörtliche Übernahmen aus Julius Wellhausens Prolegomena zur Geschichte Israels von 1883. Dieses Werk hat Nietzsche in der Zeit unmittelbar vor seinem Zusammenbruch intensiv studiert, mit der Kompetenz des Altphilologen und Theologen. Die von Wellhausen postulierten Quellenscheidungen und Datierungen der verschiedenen Bearbeitungsstufen des Alten Testaments und seine daraus entwickelte Konstruktion der israelitischen Geschichte bis zur Schwelle des Christentums waren selbstverständlich für die gesamte nachfolgende Fachwissenschaft und so auch noch für Weber maßgeblich. Die Abfolge Wellhausen-Nietzsche-Weber ist in der Judaistik, in der Nietzsche- und Max-Weber-Forschung mittlerweile allgemein geläufig. Außerhalb davon ist sie so wenig bewußt, daß es gewiß nicht überflüssig ist, sie hier in hoffentlich unsträflicher Vereinfachung zu skizzieren. Denn erst in diesem Zusammenhang sind sowohl Nietzsches Religionsgenealogie wie Webers weltgeschichtliche Religionssoziologie in Bezug auf Judentum und Ressentiment recht zu fassen. Bei Wellhausen lernte Nietzsche die Bibel »als Buch (und nicht als Wahrheit) zu lesen, um diese Geschichte nicht als »heilige Geschichte«, sondern als eine Teufelei von Fabel, Zurechtmachung, Fälschung, Palimpsest, Wirrwarr, kurz als Realität zu erkennen«. Welche Realität? Die einer zweigeteilten jüdischen Geschichte und Religion: einer Religion, »vor dem Gesetz«, in der die Israeliten diesseitig kraftvoll lebten wie jedes antik-heidnische Volk, als Krieger und Bauern, mit einem Kriegsgott für Sieg und Überlegenheit, der zugleich ein Wettergott für gute Ernten ist; und einer zweiten Phase, unter dem Gesetz, der eigentlichen jüdischen Religion. Sie beginnt mit der Zermalmung Israels durch die vorderorientalischen Großmächte, vor allem mit dem babylonischen Exil. In dieser Niederlage ziehen die Juden dem Nichtsein »das Sein um jeden Preis« vor und werden so zum »verhängnisvollsten Volk der Weltgeschichte« (Nietzsche). Denn sie retten sich in eine Priesterreligion, welche die archaischen Werte der Vorzeit umfälscht, Stärke zur Bosheit erklärt und Schwäche zur Güte. Mit Wellhausen erkennt Nietzsche, daß das mosaische Gesetz eine Rückprojektion dieser zweiten Phase in die erste ist, ein Priesterkonstrukt, um die überlebenden Reste des jüdischen Volks in einer Gesetzesreligion zu sammeln und so vor dem Untergang, der »Absorption«, zu bewahren. Der weitgehend ortlose, auf einen einzigen Tempel bezogene, unsinnlich gewordene jüdische Kultus, die an historischen Erinnerungen ausgerichteten Feiertage, die Schriftfixierung, aber auch das plebejische Ethos dieser Religion sind das Produkt einer Priesterkaste, die sich als »heiliger Rest« an die Stelle eines verschwundenen Staates gesetzt hat. Schon Wellhausen sprach in diesem Zusammenhang von »Denaturalisation«, Nietzsche dann von »Entnatürlichung der Natur-Werthe«, für welche die Geschichte Israels das unschätzbare Beispiel biete. Alles, was Nietzsche dem Christentum vorwirft, hat hier seinen Ursprung: die Umfälschung von irdischer Geschichte in Heilsgeschichte als Strafmechanismus; das Sündenbewußtsein; die Verketzerung von Vornehmheit und Stärke, von Lebensbejahung als Böses, die Ablehnung der »Welt«, die Entheiligung der Natur, die »decadence«. Das Alte Testament, das Wellhausen philologisch als Schichtenbau der Bearbeitungen verschiedenster Epochen auseinanderdividiert hatte, gilt Nietzsche als »große litterarische Fälschung« durch eine machtbesessene Priesterkaste, die sich mit Hilfe eines rückdatierten, mit allem hieratischen Pomp »aufgefundenen« Gesetzes in alle Lebensbelange parasitär einnistet und einmischt, nicht zuletzt um Geld und Güter einzunehmen. Das lebensfeindliche Ressentiment erfindet dabei »eine andere Welt« und einen anderen Gottesbegriff. Jahwe ist nun kein stolzer Heidengott mehr, er wird zum Arme-Leute-Gott, Sünder-Gott, Kranken-Gott. In der Frühgeschichte des Christentums wiederholt sich nach Nietzsche nun dieser zweistufige Vorgang: Unter Jesus ist es zunächst nur ein Aufstand gegen jene verbliebenen Strukturen von »Macht«, welche die jüdische Priesterlichkeit immerhin noch bewahrt hatte, in Gestalt von Gesetz, Ritus und Kult, nicht zuletzt durch die Beschränkung auf ein einziges »auserwähltes« Volk. Dieser priesterlichen Schwundstufe von strukturierter Gewalt setzt Jesus Christus seine pazifistische Liebe und Gnade entgegen, als Widerpart von Gesetzlichkeit, seinen Universalismus als Aufhebung der jüdisch-konfessionellen Identität; einen Gott also, der »Cosmopolit« wird, der nun die »grosse Zahl« und die halbe Erde auf seine Seite zieht, als »Demokrat unter den Göttern«. Nietzsche spricht von dieser Frühstufe der Christlichkeit mit dem indischen Ausdruck der »Tschandala«, also der alleruntersten, schmutzigsten Kaste der Sozialordnung. Der Christengott dehnte sich nun zwar in die ganze Welt aus, aber er behielt die niedrigen Eigenschaften seines Vorläufers: »Er blieb Jude, er blieb der Gott der Winkel, der Gott aller dunklen Ecken und Stellen, aller ungesunden Quartiere der ganzen Welt! ... Sein Weltreich ist nach wie vor ein Unterwelts-Reich, ein Hospital, ein Souterrain-Reich, ein Ghetto-Reich.« Diesen Gott versöhnte nun der Apostel Paulus erneut mit der Macht. Jesus hatte einen Aufstand gegen die »Guten und Gerechten« geführt, gegen die »Heiligen Israels«, gegen die Hierarchie der Gesellschaft, also gegen die Tyrannei einer Kaste, ein Attentat auf Alles, was Priester und Theologe ist (und damit allerdings auch auf die Reliquie der politischen Sonderexistenz der Juden, auf den Willen der jüdischen Selbsterhaltung). Diesen »naiven Ansatz zu einer buddhistischen Friedensbewegung, mitten aus dem eigentlichen Herde des ressentiment heraus« habe Paulus durch seine Theologie zu einer heidnischen Mysterienlehre umgedreht, »welche endlich sich mit der ganzen staatlichen Organisation vertragen lernt ... und Kriege führt, verurtheilt, foltert, schwört, haßt«, also zu einer Kirche, der katholischen Kirche. »Das Attentat auf Priester und Theologen mündete, Dank dem Paulus, in eine neue Priesterschaft und Theologie − einen herrschenden Stand, auch eine Kirche« − wiederum bewehrt mit Angst und Schuld, Sünde und nun auch einem Unsterblichkeitsversprechen, einem »Cultus« an Stelle einer Praxis.

Paulus hat so die negativen Züge der jüdischen Religion, die man allgemein als »Kirchlichkeit« umschreiben könnte − verstanden als künstliche Sondersphäre und als ein »Jenseits«, das dem »Leben« entgegengesetzt ist −,universalisiert, er hat das Christentum, das als konsequentester aller Sklavenaufstände und damit immerhin als Lebensmacht gegen die Priesterherrschaft begonnen hatte, wieder »verjudet«. »Paulus hat gerade das in großem Stile wieder aufgerichtet, was Christus durch sein Leben annulliert hatte. Endlich als die Kirche fertig ist, nimmt sie sogar das Staats-Dasein unter ihre Sanktion«. Und damit beginnt der vorerst letzte Akt des Dramas, der sich nun zwischen Rom und Judäa abspielt, bei dem am Ende Judäa in Gestalt der katholischen Kirche siegt, und zwar direkt in Rom: »Man erwäge doch, vor wem man sich heute in Rom selber als vor dem Inbegriff aller höchsten Werthe beugt, − vor drei Juden, wie man weiss, und einer Jüdin, (vor Jesus von Nazareth, dem Fischer Petrus, dem Teppichwirker Paulus und der Mutter des Anfangs genannten Jesus, genannt Maria). Dies ist alles sehr merkwürdig: Rom ist ohne allen Zweifel unterlegen.« Das Volk Israel hat also durch seine Verwandlung in eine Priesterreligion nicht nur eine schier endlose Überlebensfähigkeit entwickelt − die Juden gelten Nietzsche »als Volk der Anpassungskunst par excellence«. [WS, 14.09.2019] Es gelangihm sogar, seine lebensfeindliche Ethik der halben Welt aufzuprägen undseinen größten politischen Feind, das Römische Reich - Nachfolger Assursund Babylons - zu überwinden; und all das durch eine mitten aus dem Herdedes Ressentiments entwickelte Sklaven-, Sünden- und Liebesmoral als Wi-derpart von Vornehmheit, Kraft und Diesseitigkeit. Wieviel dieses weltreli-gionsgeschichtliche Konstrukt trotz abweichender Bewertungen der prote-stantischen Bibelkritik verdankt, zeigt Nietzsches unterschiedliche litera-rische Schätzung von Altem und Neuem Testament: Im Alten Testamentfindet er »grosse Menschen, eine heroische Landschaft und Etwas vom Aller-seltensten auf Erden, die unvergleichliche Naivetät des starken Herzens, mehrnoch, ich finde ein Volk. Im neuen dagegen lauter kleine Sekten-Wirth-schaft, lauter Rokoko der Seele, lauter Verschnörkeltes, Winkliges, Wunder-liches, lauter Conventikel-Luft, nicht zu vergessen einen gelegentlichenHauch bukolischer Süsslichkeit, welcher der Epoche (und der römischen Pro-vinz) angehört und nicht sowohl jüdisch als hellenistisch ist« (und der, darfman hinzufügen, in dieser Beschreibung durchaus rousseauistisch anmutet).Daß aber Nietzsche im Alten Testament überhaupt so viel ursprünglicheStärke erkennen kann, das verdankt er zwar vielleicht auch einem von Herdergeprägten Blick, jedenfalls aber den Analysen und Textscheidungen JuliusWellhausens.Auch für Max Weber bedeutet die Religion des Judentums einen » Angel-punkt der ganzen Kulturentwicklung des Occidents und des vorderasiati-schen Orients. An geschichtlicher Bedeutung kann ihm nur die Entwick-lung der hellenischen Geisteskultur und, für Westeuropa, des römischenRechts und der auf dem römischen Amtsbegriff fußenden römischen Kirche,


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