• Kamel oder Dromedar? Zur Diagnose der gesellschaftlichen Polarisierung

    Die Diagnose der gesellschaftlichen Polarisierung ist zu so etwas wie dem Masternarrativ sozialer Wandlungsprozesse geworden, mit dem Subtext, dass das, was einstmals als integriert und harmonisch erschien, nun auseinanderzureißen drohe. Ohne die Diagnose der Polarisierung geht nichts mehr – keine Auseinandersetzung um das Klima, keine um Corona-Maßnahmen, keine um das Gender-Sternchen. In dem Bild der Polarisierung ist die Gesellschaft in zwei Lager aufgeteilt, die nun mit widerstreitenden Interessen und Orientierungen als Gegensatzpaar aufeinandertreffen. Man könnte eine solche Gesellschaft auch als Kamelrücken beschreiben – zwischen den aufragenden Höckern ein trennendes Tal unüberbrückbarer Unterschiede. (mehr …)