• Der Globus. Bericht aus der Kunstförderung

    Der Künstler war am Ende seines Lebens zu alt und zu schwach gewesen, um sein Atelier aufzulösen. Die Erben, nach seinem Tod mühsam ermittelt, waren am Nachlass nicht interessiert. Dieser bestand vor allem aus dem Inhalt des Ateliers. Da der Künstler zwar lokalen Respekt genoss, doch keine größere Berühmtheit erlangt hatte, war der Anreiz gering, ein unübersichtliches Gebirge aus Bildhauerwerkzeugen, Steinblöcken, Kunstwerken in verschiedenen Produktions- und Erhaltungszuständen, sehr vielen verstaubten Büchern, Kisten voller Dokumente und Krimskrams aller Art abzutragen. Nach einer Inspektion des Ateliers beschloss daher die zuständige Kulturbehörde als Vermieterin des Ateliers, die Räumung zu übernehmen. Die Aufgabe war mir zugefallen, da ich für die Kunstförderung verantwortlich war. Normalerweise sollte ich die künstlerische Kreativität und Produktion befeuern. Nun erfuhr ich, dass auch die Auseinandersetzung mit ihren Folgen dazugehören konnte. (mehr …)