• Neoliberalismus, Demokratie und die supranationale Föderation

    »Neoliberal« und »Neoliberalismus«, so eine weitverbreitete Meinung, sind zu politischen Kampfbegriffen verkommen, die längst jede Präzision und jede analytische Kraft eingebüßt haben. Stattdessen fungieren sie lediglich als Platzhalter für Politiken, Verhaltensweisen, Mentalitäten, die einem aus Gründen, die man nicht näher benennen kann oder möchte, irgendwie zuwider sind. »Neoliberal«, so stellte die amerikanische Autorin Andrea Long Chu mit Blick auf die Debatte um die New Yorker Skandalprofessorin Avital Ronell fest, bedeute manchmal lediglich »Regeln, die ich nicht befolgen müssen sollte«. Dass der Begriff bereits seit vielen Jahren inflationär verwendet wird und Sachverhalte häufig eher verdunkelt als erhellt, lässt sich wohl kaum bestreiten. Soll man ihn also aufgeben?

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  • Ökonomie des Notbehelfs