• Notizen zu einem unveröffentlichten Roman

    Als erstes kam mir die Heldin in den Sinn. Vor fünfzehn oder sechzehn Jahren sah ich sie zum ersten Mal vor mir: klein, jung, sehr dünn, mit kurzem, braunem Lockenhaar, eindringlichen, dunklen Augen und großer Nase. Geradezu herzzerreißend klug, auf neurotische Weise sexy und furchtbar allein. Ihren Namen wusste ich ziemlich bald: Judith. Sehr lange dachte ich deshalb, sie müsse Jüdin sein – aber das stimmte nicht. Nein, Judith war keine Jüdin. Sie hatte wohl einen Juden in der Familie – vielleicht ihr Vater? Oder ihr Großvater? –, aber sie war, wie sie sagte, eine „bekennende Schickse“. (Oder Halbschickse?) Judith also. (mehr …)