• Zur politischen Figur des Parasiten

    Der Parasit ist kein Sympathieträger. Er gilt als abstoßendes Lebewesen, das nicht auf symbiotische Beziehungen zu seiner Lebensumwelt setzt, sondern seinen Wirt einseitig schädigt; in manchen Fällen bis hin zu dessen physischem Tod. Tatsächlich gehen die meisten Parasiten geschickter vor und vermeiden es, mit ihrem Wirt zugleich die eigene Lebensgrundlage zu vernichten. Cymothoa exigena, die große Assel, frisst zwar die Zunge ihres Wirtsfisches von innen heraus auf, um sich an deren Stelle in dessen Mund festzusetzen und auf diese Weise ohne weitere Anstrengungen an dessen Nahrungsaufnahme teilzuhaben, tötet ihn dabei aber nicht. Damit ist das entscheidende Merkmal der Begriffsbestimmung benannt, die nicht nur die biologische Bedeutung, sondern auch die übertragene Verwendung des Begriffs im Alltag prägt: Der Parasit lebt auf Kosten anderer. (mehr …)