• Schluss mit der Schuldsteuer. Die Überarbeitung des postkolonialen Kanons

    In den Aufsätzen meiner Studierenden ist mir ein Muster aufgefallen. In ihrem Aufbau ähneln sie den Fabeln von Äsop. Am Ende braucht es offenbar immer eine Moral – eine Art Schlusswort wie ein Dankgebet nach einer Mahlzeit oder, wie man’s nimmt, eine Magentablette gegen Sodbrennen. Gelegentlich bemerke ich dasselbe in Gedichten, die abschließenden Zeilen müssen dafür herhalten, die vorangegangenen Zeilen zu rechtfertigen. Ich habe es »Moralitis« getauft. Ohne eine solche Moral von der Geschichte scheinen wir ratlos zu sein, wie sich die Existenz eines Texts legitimieren lässt.

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