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Das Porträt bildet fast so etwas wie eine eigene Untergattung in Arendts Essayistik. Einige ihrer Studien über Einzelpersonen hat sie 1968, im selben Jahr, in dem ihr Benjamin-Text in drei Folgen im Merkur erschien, zu dem Buch Menschen in finsteren Zeiten versammelt – unter anderem über Rosa Luxemburg, Isak Dinesen, Hermann Broch, Martin Heidegger und Karl Jaspers –, in dessen deutsche Ausgabe dann auch der Benjamin-Essay Eingang fand.
Vorgeschichten Heine sah in der Literaturgeschichte »die große Morgue, wo jeder seine Toten aufsucht, die er liebt oder womit er verwandt ist«. Kurz darauf wurde die Literaturgeschichtsschreibung zur Königsdisziplin der noch jungen Germanistik und blieb es bis weit ins 20. Jahrhundert. Als ich vor ein paar Jahren Studierende in einer Lehrveranstaltung etwas ungehalten fragte, ob sie eigentlich mal eine Literaturgeschichte in der Hand gehabt hätten, sahen sie mich entgeistert an, denn die
Altes und Neues aus den Literaturwissenschaften Zwei Herren stritten sich jüngst gepflegt. Meister ihres Faches (der Romanistik) alle beide, ging es einmal mehr um Herkunft und Zukunft der Geistes- und vor allem der Literaturwissenschaften. Den Aufschlag machte Hans Ulrich Gumbrecht in der NZZ vom 29. Oktober 2019. Der Bestandsaufnahme (sinkende Hörerzahlen, falsch verstandene Professionalisierung und moralisch überformte politische Korrektheit) folgte die Geschichtslektion: Die große Zeit der
Replik auf Erhard Schüttpelz und Thomas Steinfeld Kühne Erkenntnisse Es ist immer etwas Besonderes, wenn ein Einziger unter lauter verblendeten Trotteln sein Erstaunen darüber kundtut, dass der Kaiser ja gar nichts anhat. Kaiser ohne Kleider, das sind für Erhard Schüttpelz die am Ende des 19. Jahrhunderts gegründeten neuphilologischen Lehrstühle und Institute, die sich rasch zu Fächern und Disziplinen weiterentwickelten. Aus Sicht der diese Initiativen scharf missbilligenden Philologie alter Schule handelte