Christian Wiebe im Merkur

4 Artikel von Christian Wiebe

Echte Leben, echte Texte

KitschKrieg und die mediale Moderne Die Veröffentlichung des ersten Albums des Hiphop-Produzenteams KitschKrieg im vergangenen Sommer hat für eine gewisse Aufregung gesorgt, aber von einem Skandal wird man nicht sprechen wollen. Foucault, Butler und Nietzsche konnten diesmal liegenbleiben; Cancel Culture, die Freiheit von Meinung und Kunst, Backlash und Ressentiment standen als Schlagworte jeweils bereit, aber warfen nur ihre Schatten auf eine Kritik, die in vielen ähnlichen Fällen bisweilen als ratlos

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Ehrlichkeit, Glauben, Vertrauen – und die Medien

Zeitung aus dem 17. Jahrhundert Die Dichterin Sibylla Schwarz, an deren 400. Geburtstag im Februar erinnert wurde, schrieb ein bemerkenswertes Trostgedicht für Christina Maria von Seebach, weil die Nachricht ankam, deren Mann sei in Kriegshandlungen gestorben.1 Die Überschrift des Gedichts verdeutlicht die Kommunikationssituation: »An || Christina Maria von Seebach || etc. Weiland || u. Herrn Alexanders von Forbusch || u. Obersten || u. Hertzgeliebte Gemahlin || als die

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Serielle Produktionsexzesse: Verlorengehen mit Haiyti

Die Verleihung des Musikautorenpreises der GEMA in der Sparte »Text Hip-Hop«, ein aufgezeichneter Liveact, der in der ZDF-Mediathek zu finden ist, oder das vom Musikmagazin JUICE bis zur Stuttgarter Zeitung verwendete Etikett »Feuilleton-Liebling«:1 Die Rapperin Haiyti ist in der öffentlichen Wahrnehmung, das heißt außerhalb der Hiphop-Szene, angekommen. Zugleich ist da eine Irritation, wenn ihre Produktionen aus der Menge des deutschen Hiphop herausgehoben werden, denn die letzten drei Alben sind in solch

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Doppel-, Dreifach-, Multigänger und Karl Heinz Haags Nachdenken über die Metaphysik

Alles voller Doppelgänger: In den Medien der Populärkultur haben sie sich zuletzt enorm vervielfacht und ausgebreitet. Besonders viele von ihnen treiben sich derzeit im allerpopulärsten Popcorn-Kino und Serien-Kosmos herum, also im so genannten Marvel Cinematic Universe, dem »MCU«. Ständig werden dort die Protagonisten mit anderen Versionen ihrer selbst konfrontiert: Der Gott Loki beispielsweise begegnet seiner weiblichen Alternative, und er verliebt sich in sie, natürlich: eine besondere Form des Narzissmus

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