Was macht das Schreiben mit dem Schreiber?
Serjih Zhadan, ukrainischer Dichter: „Alles beginnt mit Begeisterung – damit, dass du dich verschluckst.“ Und: „Man schreibt, um zu lernen, über das zu sprechen, was einem am meisten Angst macht. Und weil man mit der eigenen Begeisterung irgendwo hin muss.“[1]
Begeisterung ist nicht das Gegenteil von Angst. Beide kommen miteinander vermengt. Halte es fest, das Fundstück. Damit es nicht gleich wieder weg ist. Schreib es ab, zuerst in dein Notizbuch, dann in deinen Computer. Schreiben ist die Stopp-Taste, es hilft dem eigenen schlampigen Gedächtnis und stellt das unaufhörliche Ablaufen der Zeit still, für ausgewählte Momente. Man fixiert den Einfall, der einen so begeistert, und bannt die Angst, dass er gleich wieder weg ist. Schreiben ist immer für irgendwann später.
Das faltet sich dann – später eben – aus in einen ganzen Komplex von Arbeiten, sehr unterschiedlichen, vom Recherchieren bis zum Redigieren. Schreiben ist gleichzeitig eine Aufgabe und ein Ehrentitel, den man sich umhängt, stolz oder schamhaft. Vom Schreiben wird in ehrfürchtigem Tonfall gesprochen. Es macht die Person, die es tut, schon dadurch besonders, weil es ihr mehr Zeit verschafft, einen längeren Anlauf bei der Bewältigung dessen, was damit festgehalten wird. Aber was für Wirkungen hat es sonst?
Schreiben ist eine Perspektive. Und zwar im Sinn der historischen Bedeutung des Begriffs: Der ist nicht als Abstraktion erfunden worden, sondern als Instrument und kommt von perspicere, durchschauen. Schreiben ist ein Apparat zum Registrieren und Bearbeiten der eigenen Wahrnehmungen. Aufschreiben, was einem widerfährt, ist psychisch entlastend; es vermittelt das Gefühl von Abstand und nachträglicher Kontrolle. Beides ist wenigstens teilweise illusorisch, fühlt sich aber gut an.
Schreiben ist eine Blase, ein selbst erzeugter Binnenraum. Er stattet die schreibende Person mit Superkräften aus, wenn auch nur im Inneren ihres eigenen Kopfs, zuerst, und dann im Text: In ihm kann man die Zeit nach Belieben dehnen, anhalten, rückwärts und beschleunigt wieder nach vorne laufen lassen, neue Ereignisse einfügen und Unpassendes löschen. Das wird von denjenigen, die es tun, gerne als Wahrheitstechnik gefeiert – alles auseinandernehmen, genau ansehen und dann wieder zusammenfügen, in Bestform. Gewöhnlich nimmt das die Form der demonstrativen Demut vor Publikum an. „Schreiben“, so etwa Roger Willemsen, biete „die beste Möglichkeit, sich der eigenen Dummheit zu vergewissern. Man stößt dabei dauernd auf Dinge, die man nicht auf den Begriff bringen kann.“[2]
Sicher. Und wo stehen diese ungelösten Rätsel dann in der letzten, publizierten Version? An der richtigen Stelle, wo sie den besten Eindruck machen. Schreiben ist das Versprechen auf Kontrolle und Reparatur, und deswegen ein gutes Mittel gegen Angst, da hat Serjih Zhadan recht. Unter anderem gegen die Angst, schon wieder zu spät dran zu sein.
Deswegen handelt Schreiben von dem, was ich nicht über die Lippen gebracht habe, obwohl ich es hätte sagen müssen. Und davon, was mir rechtzeitig hätte einfallen können oder müssen, das richtige Wort eben, die richtige Antwort, die überzeugende Position. Die kann ich zum Glück jetzt nachliefern, schwarz auf weiß. In meinen Texten kann ich als die beste Version meiner selbst auftreten. So gelassen, heiter, superinformiert und ironisch-optimistisch bin ich in der Wirklichkeit meistens nicht.
Beim Schreiben – und nur beim Schreiben– kann ich außerdem andere Leute die Sachen fühlen und sagen lassen, die in mein eigenes Konzept passen, und genau in der Reihenfolge, die für meine eigenen Zwecke am brauchbarsten ist. Schreiben ist das Versprechen auf die Über-Souveränität, innerhalb des Texts eine eigene Wirklichkeit zu erzeugen. Es ist der demonstrative Auftritt, mit dem die Autor-Person sich zuerst selbst hervorbringt und dann für die Augen der Leseinnen und Leser die eigenen Fähigkeiten machtvoll entfaltet, gleichzeitig elegant, allmächtig und demonstrativ bescheiden.
Bei meinem letzten Besuch im Freibad habe ich von übermütigen Teenagern am Sprungturm das Wort Arschköpfler gelernt. Beim Schreiben macht man den Arschköpfler, sich kontrolliert fallen lassen, vor und fürs Publikum. Beim Schreiben – wie am Sprungturm – fallen die Pose und die Wahrheit in eines, endlich. „Es lebe das sekundäre Leben“ hat Diedrich Diederichsen das elegant auf den Punkt gebracht. „Es gibt auch kein anderes.“[3] Jedenfalls am idyllischen Pool des eigenen Texts.
Nur geht die Angst davon nicht weg, die Angst, die nach der Begeisterung kommt. Texte in digitaler Form sind praktischerweise gewichtslos und fast ohne Ausdehnung, sie passen auf jede Festplatte. Sie sind aber eigenartig unabschließbar. Ich finde es schwierig, ältere elektronische Versionen von irgendetwas endgültig zu löschen, ich könnte Details daraus ja noch für irgendetwas brauchen, irgendwann. Ich bewahre sie nicht aus Begeisterung auf, wie bei manchen Fotos oder Gegenständen, sondern aus Angst vor Verlust.
Wenn du dich auf die Abwehr einer Gefahr vorbereitet, die nicht existiert, behältst du immer recht mit deinen Vorkehrungen, und noch besser, es wird nie Entwarnung geben. Die Angst vor Verlust ist wie die Angst vor dem Zuspätkommen eine kleinteilige, diffuse und ausgesprochen zähe Angst. Sie ist gegen tatsächlich erlebte Ernstfälle immun. Der Zug fällt aus, der Anschluss ist perdu, man kommt eine Stunde oder zwei Stunden später an als geplant: Bisschen hektisch, aber kein Problem. Die Datei ist weg, und ich muss den Text neu schreiben: Anstrengend, aber kein Weltuntergang, meistens mir fällt etwas Neues ein, der Text wird kürzer und besser. Das habe ich in den letzten 25 Jahren so oft erlebt, dass ich mich sicher nicht einmal an die Hälfte dieser Fälle erinnern kann. Aber meine Angst wird dadurch nicht kleiner.
Die Verluste von früher waren unangenehm, sind aber überstanden. Meine gespeicherten Textdateien dagegen sind die imaginäre Verlängerung meiner eigenen gesammelten Ideen in eine mir unbekannte Zukunft. In meiner Festplatte befinden sie sich in einem extrem gedehnten Noch-nicht. Das könnte beruhigend sein, ist es aber nicht, sondern fühlt sich wie eine Last an; ein eigenartig unkomfortabler Zustand. Was mir in der Vergangenheit geglückt ist, Bluffs und unverschämtes Improvisieren inbegriffen, macht meine Befürchtungen vor dem möglichen Schiefgehen in der Zukunft nämlich nicht kleiner und auch nicht weniger drückend.
Im Schreiben ist nämlich der Selbstzweifel fest eingebaut. Mein Zeug von früher ist in den digitalen Dateien extrem gut transportabel, fast unsichtbar, hochkomprimiert und körperlos, fast ohne Gewicht, hat mich aber im Griff. Die vielen Dateien mit meinen Projekten von früher könnten mir ganz egal sein. Sie bedrücken mich, und ich will sie los sein. Was davon das eigentlich Wichtige ist, kann ich aber jetzt noch nicht wissen, und das ist meine Variante der Angst vor der Zukunft: vor der Zukunft nach dem seligen oder trotzigen Löschen, wo sich die selbst gewonnene Freiheit plötzlich als eigene Dummheit entpuppt, als Fehler: Wenn ich merke, dass ich diese Notiz und diesen Text von früher doch dringend brauche, und zwar jetzt.
Besser also alles aufheben. Damit man später etwas Neues daraus machen kann. Recycling ist so beruhigend, weil es Selbstwirksamkeit suggeriert angesichts überwältigender Unordnung, Vergeudung und Verschmutzung. Es ist umso wirksamer, weil man es selbst tun muss. Recycling ist Trost und Wiedergutmachung in Form der Wiederholungsschleife, deswegen hat das Wort die beruhigende Vorsilbe Re-, wie Reparatur. Und Repetition.
3.
Texte – alle Texte, von Romanen und Reiseberichten bis zu philosophischen Essays und dicken wissenschaftlichen Büchern – sind dann am wirkungsvollsten, wenn sie diesen Trost durch Wiedergutmachung versprechen und ihren Leserinnen und Lesern deren eigenes Bild von sich bestätigen. Du bist wohlinformiert, klug und neugierig, flüstern sie, du hast die richtigen Sachen gelesen und hast es immer schon gewusst. Deswegen bist du jetzt bei mir. Es wird dir nie mehr langweilig sein, wenn du mich öffnest und in mich eintauchst. Ich bin dein Zauberspiegel. Du wirst aus den von dir selbst erzeugten Widersprüchen befreit werden, wenn du mich nur liest, und smarter werden, weiser und attraktiver.
Smarter als wer? Die Vorstellung, dass die anderen um einen herum, die Nachbarn, die man nur vom Sehen kennt, die Leute auf der Straße und im Bus und all die anderen unzähligen Kundinnen und Kunden der Nachrichtenkanäle das wirklich Wichtige nicht kapieren, dass sie defizitär sind und begriffsstutziger und bequemer, dass weniger gut Bescheid wissen als man selber und sich nützlichen Informationen störrischer und bornierter verschließen als man selbst – diese Vorstellung ist ziemlich weit verbreitet, um es vorsichtig auszudrücken. Sie hat aber diesen unklar benannten Anderen nichts zu tun, sondern handelt nur von denen, die sie selbstbewusst verkünden. Sie ist die Schmusedecke fürs Ego, man wickelt sich sie ein, wenn einem kalt wird, oder zieht sie sich über den Kopf. Als Erzählertrick allerdings ist sie unschlagbar. Du und ich, haucht der Text, wissen natürlich, dass alle anderen Deppen sind, konservativ und ängstlich und nicht so neugierig, wach und empfindsam wie wir beide. Du bist etwas ganz Besonderes, weil du das hier liest.
Schreiben ist ein Simulakrum. Es verheißt gleichzeitig Rückkehr zum Richtigen und Verwandlung, Erneuerung und Erfüllung. Schreiben, sagt mein böses Notizbuch, ist maya, in Sanskrit korrekt mit zwei überstrichenen a geschrieben. Je nach konsultierter Autorität wird es in den alten indischen heiligen Texten entweder mit vidya, Wissen verbunden, oder avidya, Unwissenheit, oder mit einer Mischung aus beiden, der Illusion nämlich, dass man selber das wirksame Prinzip und der Akteur sei. Außerdem ist es der Name von Buddhas Mama. So geht Recherchieren, nach einer Viertelstunde in den digitalen Nachschlagewerken explodiert das vermeintlich treffende Wort in vielen auseinanderfliegenden Bedeutungen.
Wie bastelt man solche Zauberspiegel? Schreiben ist für die diejenigen, die es tun, selbst erteilte Erlaubnis, unerfüllbare große Verpflichtung und die imaginierte Belohnung für die Mühe, die in beidem steckt – alles gleichzeitig. Die Schreibperson bescheinigt sich selbst besondere Fähigkeiten. Gleichzeitig ist sie sicher, dass alles außerhalb ihrer Darstellung in Text irgendwie weniger wichtig, zweitrangig und eigentlich irrelevant sei. Hat man selbst die Möglichkeit, eine obsessive Fixierung von der vermeintlich unermesslich weiten Freiheit zu unterscheiden, als die sie einem erscheint?
Aus der Perspektive von uns Schreiberinnen und Schreibern gibt es deshalb kein glückliches Nicht-Schreiben. Wir wollen – oder müssen – unsere eigenen Schreibfähigkeiten fortwährend vergrößern, weil es um Wirkung geht, auf andere. Als Schreiber teile ich Nichtschreiber sofort in zwei Gruppen ein: Erstens mögliche Leserinnen und Leser; und zweitens Uninteressierte, illiterati. Das ist mit Wertungen verbunden und mit unterschiedlicher Selbstdarstellung ihnen gegenüber, ein bisschen wie der gegenüber möglichen begehrenswerten Sexpartnern und denen, mit denen man es sich lieber nicht vorstellen möchte.
Andere Schreibpersonen werden auf ähnliche Weise taxiert. Entweder sind sie mögliche Verbündete und Verstärker der eigenen Produktion. Oder Konkurrenzunternehmen, denen man zeigen muss, dass man besser ist, klarer, entschiedener, und ganz viel weiß und kann, von dem sie noch nie gehört haben, oder gelesen.
Wir Schreiber und Schreiberinnen wissen viele Dinge, aber am besten kennen wir mit anderen Textproduzenten aus. Daher beschäftigen wir uns so gerne und ausgiebig mit ihnen, am liebsten schreibend. Daher auch die besondere Atmosphäre auf wissenschaftlichen Konferenzen, Tagungen, Literaturfestivals: Alle Vortragenden sind herzlich, neugierig, enthusiastisch und brutal angespannt.
Das ist die Schreiberkrankheit: Dass man sich nur spürt und nur da ist, präsent und in der Wirklichkeit, wenn die eigenen Produkte verbreitet werden, vorgelesen, publiziert, digital oder auf Papier. Der Kollege, dem ich von meiner Gehörgangsentzündung und meinen schlaflosen Nächten im großen Rauschen erzählte, antwortete selbstbewusst, er habe seit zehn Jahren Tinnitus, und zwar ununterbrochen. Hat er seine vielen Bücher über die Geschichte der Medizin geschrieben, um mit seinen eigenen Symptomen fertigzuwerden?
Allerdings hat er von allem, von dem ich ihm erzähle, mehr als ich. Er hat auch mehr Bücher, mehr Artikel, mehr Rezensionen, mehr Erfolg und mehr Symptome, logisch. Er weiß alles besser, man hat aber nichts davon; sein überlegenes Wissen dient nur ihm selbst. Er ist ein Mehrhaber. Das umgibt ihn, wo auch immer er ist, wie ein Rasierwasser. Die Unersättlichkeit anderer Leute finde ich umso ekelhafter, je ähnlicher sie meiner eigenen ist. Jetzt, sagte er mir nach seiner Emeritierung, sei er endlich das, wovon er immer geträumt habe: „ein freier Autor“. Er sagt das mit unüberhörbarem Stolz. Aber wovon ist man als Autor eigentlich frei?
5.
Frankfurt am Main, Westbahnhof: Ein schön geschwungenes Firmenschild in der Typographie der frühen 1960er Jahre vor einem Hinterhof: „Schreibweis“. Ich war auf dem Rückweg von einer Konferenz, wo ich von Kollegen aus der Literaturwissenschaft das Wort „Hochaufklärung“ gelernt hatte. Sie wurde gefolgt wovon?
Als sie die versammelten Schreiber zum ersten Mal sah, lässt die koreanische Autorin Bae Suah ihre Ich-Erzählerin sagen, „fiel mir sofort auf, wie alt, grau und niedergeschlagen sie wirkten, und zwar alle, ausnahmslos. Es war keine abstrakte, sondern eine sensorische Erfahrung, ihre Körper schienen winzige Partikel auszustoßen. Durch ihre Präsenz schienen sogar die Lichter im Veranstaltungsraum ihre Strahlkraft zu verlieren, sie wurden matt und dunkel. Ich erinnere mich nicht mehr, ob sie biologisch alt waren. Was mir aber im Gedächtnis blieb, war ihr verblichenes graues Haar, ihre gebeugten Rücken, ihre schlaff hängenden Schultern, ihre reflektierenden Brillengläser (…) Es schien, als seien sie mit ihrem ganz eigenen Körpergeruch von einem bleichen Schatten verschluckt worden.“
„Mit anderen Worten“, fährt sie fort, „ich war eine von ihnen.“
Die Schlussfolgerung ist naheliegend. „Du meinst“, sagt die Ich-Erzählerin, „wir müssen andere überzeugen, weil wir einsam sind?“[4]
Schreiben ist das Paradies, und das ist entweder der Ort, in den du nicht hineinkommst oder aus dem du nicht mehr herausfindest. Adam und Eva und die vielen freundlichen sanften Tiere von ganz früher sind daraus mittlerweile ausgezogen, wie wir wissen. Jetzt wohnt dort jemand Neues. Er ist von gewaltiger Statur, mit riesigem Kopf, und auf den ersten Blick furchteinflößend. Aber seine Stimme ist wohlklingend und charmant. Er ist mitteilsam. Er hört gar nicht mehr auf zu reden und führt dabei seine Besucher immer tiefer hinein an jenen ganz besonderen Ort, der nur aus seinen eigenen Empfindungen besteht und sich in seinem Kopf befindet. Minotaurus ist ein Erzähler.
6.
Schreiben soll seit zweihundert Jahren alle am Unternehmen Beteiligten vervollständigen, befreien und ermächtigen und aus Gewalt, Verblendung und Manipulation erlösen. Im Jahr 1800 lag der jährliche Papierverbrauch pro Kopf in Deutschland etwas unter einem halben Kilogramm; pro Jahr erschienen etwas weniger als 2600 Bücher. Am Beginn des 21. Jahrhundert waren es mehr als dreißig Mal so viele, der gesamte Papierverbrauch hatte sich verfünfzigfacht.
Aber irgendwo im Schreiben und im emphatischen Reden darüber ist ein eingebauter Mangel – ein Loch. In welchem Ausmaß die herbeigesehnten Effekte des massenhaften Textkonsums eingetreten sind, bleibt irgendwie unentscheidbar. Bedrucktes Papier ist nicht irgendein Material, sondern das Territorium der Fantasien vom Schreiben als Ort der Wahrheit und der richtigen, ansteckenden Empfindung. Die digitalen Medien haben daran nichts geändert, sondern nur die Unterlagen technisch aufgerüstet: Sie leuchten jetzt im Dunkeln. Schreiben ist ein Märchen von Verwandlung, und wie alle Märchen geht es selbstverständlich in Erfüllung, aber nur im Kopf der Person, die sie aufschreibt und, im besten Fall, in denen seiner Leserinnen und Leser, nirgendwo sonst.
Das macht die Resultate oft leicht peinlich – vor allem dann, wenn darin vom Schreiben als Befreiung die Rede ist. Er habe, hat Michel Foucault vollmundig verkündet, das Skalpell seines Chirurgenvaters eingetauscht für seine (und offenbar genau so scharf schneidende) Füllfeder. „Ich habe das Unauslöschbare der Narbe durch das absolut löschbare und durchstreichbare Zeichen der Schrift ersetzt. Vielleicht ist das Blatt Papier für mich der Körper der anderen.“
Das war 1968, auf dem Höhepunkt seines publizistischen Erfolgs, er trat im Fernsehen auf und seine Bücher verkauften sich in Hunderttausenden von Exemplaren. In seinem letzten Interview 16 Jahre später, drei Tage vor seinem Tod, klang das anders. „Ich glaube, dass es wichtig ist, eine kleine Anzahl Autoren zu haben, mit denen man denkt, mit denen man arbeitet, aber über die man nicht schreibt.“[5] Wie jetzt, keine Wahrheit über die Wahrheit, sondern Diskretion, Versteckspiel und Geheimhaltung?
7.
Berlin, eine Zeitungsredaktion. Der enthusiastische Praktikant schwärmt von seinem Wunsch, Reporter zu werden, unbedingt, Essayist, Autor. „Meine Güte, mein Junge“, sagte der graubärtige Redakteur, 40 Berufsjahre, schwules linkes Urgestein. „Willst Du denn wirklich so eine Medienmuschi werden wie ich? Das richtig gute Zeug stand doch nie in der Zeitung.“
Schreiben ist eine Machtfantasie, simulierte Allgegenwart und Superbeschleunigung, gleichzeitig Flugapparat und Falle. Vielleicht ist ja jedes schnelle Verkehrsmittel beides gleichzeitig; nach längerem Aufenthalt darin ist man doch jedes Mal froh, wenn man es wieder verlassen darf. Sehr viel Erfolg beim Schreiben zu haben ist, das wird beim Lesen von Biografien berühmter Autorinnen und Autoren rasch deutlich, kein Spaß. Textproduzenten setzen wunderschöne Dinge in die Welt, aber sind nicht unbedingt ausgeglichene und zufriedene Leute. Und das schreiben sie auch. „Jede Stilisierung ist Lüge“, schreibt der erfolgreiche Schriftsteller Arno Geiger streng. „Ich bin überzeugt, dass Menschen, die nicht für die Öffentlichkeit schreiben, einen Tick weniger lügen als unsereins.“[6]
Dem Kunsthistoriker war alles gelungen, seine ganze Karriere lang. Er hatte Erfolg mit seinen Thesen, er wurde in den einflussreichen Feuilletons drei Jahrzehnte lang nur gelobt. Er bekam den einflussreichsten Lehrstuhl in der Hauptstadt, viele große Forschungsprojekte, jede Menge Macht über viele fleißige Untergebene und schrieb viele, viele Bücher zu immer umfangreicheren Gegenständen, die alle in renommierten Verlagen erschienen. Dazu gab es Preise, immer mehr, je älter er wurde, er hielt die Adorno-Vorlesungen und stieg immer höher hinauf, zu den Metathemen mit Superbedeutung – und dann war es auf einmal vorbei. Heute ist all das, was er gemacht hat, leicht unglaubwürdig; und seine Triumphe und seine fast unbegrenzte Macht innerhalb seiner Disziplin und in all den distinguierten Gremien in der Rückschau ein kleines bisschen bizarr und erklärungsbedürftig. Der richtig große Erfolg verschluckt den und die, die ihn haben. Sie verlieren die Kontrolle, er stülpt sich über sie und alles, was sie gemacht haben.
Wer vergibt eigentlich alle diese Preise? „Ach“, sagte der Freund, „die Akademie. Die erkalteten Edelfedern. Die sich immer ganz dringende Sorgen machen über den Zustand der deutschen Sprache, der Medien und der Welt.“ Er hatte schon drei Gläser Wein getrunken. „Müssten die sich nicht einen neuen Namen geben? Für Wache und Schlichtung. Für Sprüche und Richtung, Versprechen und Verwichtigen. Das sind alles sehr nette Leute, und sie loben sich gegenseitig zu Tode.“
Der Preis, sagt mein böses Notizbuch, schafft das ab, was er auszeichnet. Nach dem Merck-Preis für Essayistik schrieb die Reporterin keine luziden Reportagen mehr, sondern teigige kulturprotestantische Moraltraktate, weil berühmt. Den Büchnerpreis bekam Rainald Goetz zwei Jahrzehnte nach seinen Romanen, als sein Sound historisch geworden war und er eine Figur von früher, ein Stück Geschichte. Die Dichterin Elke Erb bekam ihn, nachdem sie verwirrt geworden war, ein besonders beklemmendes Exempel der Wertschätzung weiblicher literarischer Subjektivität. An die vielfach ausgezeichneten Dichterfürsten der Generation vorher erinnert man sich heute großteils mit peinlichem Unbehagen. Der richtig große Ruhm ist offenbar auch das definitive Ende der persönlichen Möglichkeiten.
Institutionen dagegen mögen diese Preise, weil sie sich mit der Verleihung mit der vielen Arbeit und dem schönen Zeug von anderen schmücken können. In Wirklichkeit zeichnen sie sich selber aus. Schließlich brauchen etwas, das sie gut beleuchtet in die Schaufenster ihrer eigenen Kultiviertheit, Exzellenz und Großzügigkeit hängen können: Skalps. Mit ganz viel Text daran.
8.
Wir Schreiberinnen und Schreiber verfügen nicht über eine zusätzliche Fähigkeit, die andere nicht haben, fürchte ich. Möglicherweise ist es genau anders herum, uns fehlt etwas, und das Produzieren und Publizieren soll es wieder herschaffen und die Lücke füllen.
So wird das auch verkündet. „Schreiben“, noch einmal Arno Geiger, „ist nie ganz zufriedenstellend, nie uneitel, immer anmaßend, egal wie man’s anfängt.“[7] „Das Schreiben altert schlecht“, weiß Rainald Goetz in seiner Dankesrede für den Büchnerpreis. „Man erfährt es an sich selbst, sieht es an vielen Beispielen anderer.“ Und: „Die Diktatur der Schrift regiert ein Reich der Finsternis.“[8] Applaus. Und dann nimmt derselbe kluge Mann in seinem Buch sich und seine Leserinnen und Leser mit auf lange Tunnelfahrten über die Selbstbezüglichkeit der Medien und über die Unmöglichkeit von Literatur. Ah ja, danke. Schreiben ist Besserungsanstalt und Erziehungsheim, mit dem jeweiligen Textproduzenten als allwissendem, zerstreutem, ungeduldigen und unbarmherzigen Direktor.
„Im Grunde“, hat Thomas Bernhard 1981 in die Kamera erzählt, „schreibe ich ja nur deshalb, weil vieles unangenehm ist.“ Den Büchnerpreis hatte er schon 1970 bekommen. „Das Schreibmaterial ist immer das, was einem notig ist. Wo ein Mangel ist, die geistige oder körperliche Verkrüppelung.“[9] Und nein, das ist kein Tippfehler: er sagte nicht nötig, sondern notig, ein Salzburger Dialektausdruck. Es bedeutet ‚dringend‘ und kommt vom Wort Not. Jede und jeder Berühmte ist eben auch eine bisschen eine arme Sau. Wahrscheinlich gibt es kaum einen zuverlässigeren Hebel, sich auf Dauer unglücklich zu machen, als den Entschluss, hauptberuflich Autorin oder Autor zu werden. Der ist Opferheldentum vom Feinsten: Nie mehr wird einem irgendetwas egal sein, was mit allen eigenen Hervorbringungen und allen ihren Wirkungen auf andere auch nur entfernt zu tun hat.
9.
Ideologie ist das, von dem ich überzeugt bin, aber nicht wissen will, wie beharrlich und verzweifelt ich daran glaube. Erzählspezialisten neigen dazu, die Macht ihrer Narrative über die Wirklichkeit zu überschätzen: Die Vorstellung, dass Erzählen die einzige sichere Quelle von Werten und Einsichten sei, ist ein ziemlich zuverlässiges Symptom für die eigene Situation, aber nicht unbedingt der Ausweg daraus. Es sieht ganz so aus, schreibt Peter Brooks 2022 in seinem Buch Seduced by Story: The Use and Abuse of Narrative, dass heute nicht nur alle eine Story haben, sondern jeder eine Story sein muss.
Schreiben ist kapieren, und das kommt nicht nur von caput, dem Kopf, sondern auch von capere, jagen, packen, kapern. Schreiben ist Ergreifen und Festhalten, und jede Schreibperson trägt ihre feste Schutzhülle – den Text – stets mit sich herum. Ihre Augen sitzen ganz außen auf hochempfindlichen Fühlern, die sie bei Gefahr ganz schnell einziehen kann. Sie ist eine Schnecke, sie geht auf der eigenen Zunge und sondert dabei ein Sekret ab, mit dem sie fast jedes Hindernis überwinden kann.
Kein Schneckenhaus ist exakt wie das andere, das weiß jeder nach einem sommerlichen Waldspaziergang im Regen. Aber ihr Bauprinzip ist immer dasselbe. Schreiben enthält einen notwendigen Anteil an selbst gemachter Täuschung über die Ausmaße der eigenen Besonderheit. Das erzählende Ich ist ein Eigenheimbesitzer, der sich auf seinem eigenen Schleim unaufhaltsam durch die Welt bewegt, mit beträchtlichem Appetit. Wenn jeder und jede wirklich einzigartig wäre – denn darauf beruht das Erzählmodell vom Triumph der Erzählung – wären Statistik, Demographie und Medizin irrelevant. Sind sie aber nicht. Das weiß auch jede und jeder, die und der schon einmal in ein Spital eingeliefert wurde. Dann ist es sehr erleichternd, mit den eigenen Symptomen nicht der außergewöhnliche Ausnahmefall zu sein und das unerhörte Besondere.
Die Maschine aus Berlin wurde an einem kalten Novembermorgen ans Gate geschoben, und heraus trat ein Mann im ärmellosen T-Shirt, kurzen bunten Hosen und Badeschlappen, mit unglaublich großem Bizeps: Er trug seinen Popo an den Oberarmen. Die Passanten, die er durchpflügte, würdigte er keines Blicks. Seine zarte Freundin hinter ihm trug seine Tasche und genierte sich für ihn.
Der eigene Körper ist das Medium des Begehrens und des Vergleichens im Blick der Anderen. Wer schreibt, verdoppelt sich und bekommt einen zweiten Körper. Er besteht aus den Texten, die man veröffentlicht hat und aus der Aufmerksamkeit und dem Lob, das diese Texte dann bekommen, also aus Büchern und Artikeln und Klicks. Dieser Textkörper ist ein psychisches Ektoplasma, um Verluste wieder gut zu machen, Wunden zu schließen und um sich vor alten und neuen Verletzungen zu schützen. Deswegen der Kraftaufwand für ihn; und eine gewisse energische Wut. Wir betonen das, von dem wir glauben, nicht genug zu haben. Wir zeigen unseren Mangel als Muskel vor.
Schön schreiben – noch schöner, wahrer, intensiver und wirksamer schreiben – ist das Versprechen auf Metamorphose. Es ist die Verheißung, sich durch solches Schöner- Besser- und Wahrerschreiben in die Person verwandeln, die man sein möchte, samt angemessenem Umfeld und Erfolg: So werden wie die eigenen Vorbilder, aber auf die ganz authentische eigene Weise, mit eigenen Händen und aus der Tiefe meines unglaublich originellen eigenen Selbst geschöpft. Wer schreibt, tut das aus Mitteilungsbedürfnis und dem Drang, sich anderen Leuten mitzuteilen. Als Schreiber strebe ich im Namen meiner eigenen Autonomie die möglichst ununterbrochene Aufmerksamkeit eines möglichst großen Publikums an. Sie muss von Text zu Text immer mehr werden, sonst bin ich enttäuscht.
Das ist der Preis des Schreibens. Dass es alles andere – den eigenen Brotberuf, aber auch die Sorge um den eigenen Körper, Kinder, Kochen und alles andere – zum Uneigentlicheren und Weniger-Wichtigen macht, auch wenn man sich dafür schämt. Dass nur derjenige Teil der eigenen Reisen, Bewegungen und Auftritte der richtige und wichtige ist, der mit dem Schreiben zu tun hat und für und vom Schreiben handelt. Workshops, Lesungen, Jurysitzungen können am langweiligsten und psychisch verregnetsten Ort der Welt stattfinden, egal. Man will unbedingt hin, weil nur dort die Sonne der eigenen Autorschaft aufgehen kann und leuchten, wenigstens für 40 Minuten oder so.
Schreiben, schreibt Stendhal in seinen „Memoiren eines Egoisten“, ist ein Gefängnis aus Seide, wie der Kokon, in den sich die Raupe einspinnt. Das ist nicht nur bei Männern so. „Es ist unerlässlich, dass die Frau mit ihrem Körper schreibt“, hat Héléne Cixous 1975 im Lachen der Medusa gefordert; nur kämpferische Textproduktion ermögliche „das ‚zu Wort kommen‘ der Frau.“ Deswegen ihre Forderung „Schreib!“, um den weiblichen Lüsten, Sinnen und Erfahrungen einen neuen Raum zu öffnen. Cixous selber ist dem nachgekommen. Seit ihrem Debut 1967 hat sie über 70 Bücher veröffentlicht, in den letzten 20 Jahren erschienen allein bei ihrem französischen Verlag Galilée 36 Monografien von ihr.[10]
Wenn Cixous recht hat, kann man dann je genug geschrieben haben? Die vollständige Unterwerfung unter die Pflicht beschädigt die Schreiberin und den Schreiber. Der Textkörper ist ein Sarkophag, und das heißt wörtlich: Fleischfresser. Schreiberinnen wie Schreiber werden von ihren eigenem Zweitkörper aus Papier und Klicks bei lebendigem Leib verzehrt; und zwar umso schneller, je erfolgreicher sie sind und je mehr Termine und Einladungen sie bekommen und annehmen, als gehetzte Hohepriesterinnen, Bonzen und Leibdiener ihrer eigenen Bedeutung.
Der Drang, die eigenen Einsichten anderen Leuten mitzuteilen, und zwar möglichst vielen anderen Leuten, großem Publikum, ist zuerst ein umfangreiches Selbstverpflichtungsaggregat; dann Verstopfung, dann Verpuppung. Man erstarrt in der eigenen Rüstung, mit ausgefahrenen Waffen und behängt mit Trophäen. Die Wirkungen des Schreibens auf diejenigen, die es intensiv betreiben, sind monströs, und das meine ich gar nicht abfällig. Das Wort Monster kommt vom lateinischen Wort für Vorzeigen, vom Unübersehbarmachen dessen, was jemand ist. Als Autorin und Autor scheiterst du nicht an dem, was du nicht kannst. Es ist genau anders herum, deine Superkräfte verkrüppeln dich und verwandeln dich in ein Ungeheuer. „Monsters“, hat mein wunderbar beredter Mediävistenkollege Jeffrey Jerome Cohen am Ende der 1990er Jahre in einem mitfühlenden Moment geschrieben, „are our children.“[11] Er wird doch nicht die eigenen Kolleginnen und Kollegen gemeint haben?
11.
Hallo, ich bin’s, mein Text. Ich bin ein one time-PIN, ein unsicherer link, eine Tür, die nur einmal aufgeht. Wenn du den Verschluss spürst, wenn es anfängt zu drücken, bist du sehr nahe am Ausgang. Wenn sich die Fixierung auflöst, setzt ein Schwindel ein. Alles beginnt sich zu drehen und zu wackeln. Diese Beweglichkeit ist kein Spaß, sondern eher furchteinflößend.
Die junge Frau neben mir im Rückenstudio trug an jedem Handgelenk drei oder vier geknüpfte Armbänder, und an beiden Fußknöcheln auch. Ihr linker Oberarm war bis unter den Ellenbogen bedeckt mit einem feinziselierten tätowierten Muster. Könnte es sein, dass demonstrativer Schmuck einfach Schutz ist, magische Praxis?
So einen Talisman habe ich auch. Den habe ich dringend nötig, und notig auch, weil ich ratlos bin, ein Snob, desorganisiert und über 60. Mir kann aber nichts passieren, solange ich ihn auf mir trage, meinen Fetisch aus feinem dünnen Papier, den Kalender für 2026 vom französischen Verlag Pléiade, samt Stadtplan von Paris (nur Paris) und der Liste aller Départments. Ein ästhetischer Schutzpanzer in festem dunklen Kunstlederimitat mit Prägung und Goldschnitt, er beginnt mit zehn Seiten Überblick über das literarische Leben in Frankreich von 1936. Erst dann darf das neue Jahr anfangen, mit ganz vielen eleganten Zitaten aus der Literatur, für jede Woche eines. Eine Verheißung auf die Eleganz einer weit entfernten Metropole und Lebenszeit shrink to fit. Schreiben ist mein Schmuck, aber hallo. Und meine Fessel.
Oder eben Minotaurus, Schnecke, Seidenraupe: Schreiben ist das Privatungeheuer, das immer neue Formen annimmt, meine persönliche Hydra, und ihre Köpfe wachsen immer nach und reden dabei ununterbrochen, von Begeisterung und Angst gleichzeitig. Dieses Monster wohnt nicht in einem Sumpf hoch oben in den Bergen der Peloponnes oder einem Labyrinth auf Kreta, sondern bei mir daheim. Schreiben ist das von mir selber aufgeblasene farbenprächtige Wundertier, von dem ich ausdauernd verlange, dass es mich in in den Krieger mit Superkräften verwandelt, den ich aus anderen Büchern so genau zu kennen meine. Wer von seinem selbstgemachten Gummitier in einen Helden verwandelt werden will, wird es deswegen überallhin mitnehmen, an jeden Pool, auf jede Abendesseneinladung und in jedes Liebeslager. Und nein, der Selbstüberdruss geht davon nicht weg, danke, dass Sie fragen. Er geht nie von selbst weg. Deswegen heißt er so.
Das Gute von Früher, sagt mein böses Notizbuch, ist kein Grund, für nichts.
Zurück an den Bildschirm.
„Möchtest Du wirklich 17,504 Dateien löschen?“
[1] Serjih Zhadan: Antenne, Frankfurt/M. 2020, S. 12 und 13.
[2] Roger Willemsen: Der Knacks, Berlin 2014.
[3] Diedrich Diederichsen: Musikzimmer, Köln 2005, S. 15.
[4] Bae Suah: Weisse Nacht, Berlin 2021, S. 46 und 49.
[5] Michel Foucault: Das giftige Herz der Dinge. Gespräch mit Yves Bonnefoy, Zürich 2012 (Paris 2011), S. 39; Ders.: Schriften in vier Bänden, Bd. 4, Frankfurt/M. 1988; S. 859-873, hier S. 868.
[6] Arno Geiger: Das glückliche Geheimnis, München 2023, S. 211.
[7] Geiger, Geheimnis, S. 113.
[8] Rainald Goetz: wrong. Textaktionen, suhrkamp: Berlin 2024, S. 68, 183, 181.
[9] Thomas Bernhard – Eine Herausforderung. Monologe auf Mallorca, Film von Krista Fleischmann, ORF 1981; https://www.youtube.com/watch?v=nX6GIrCJY7s.
[10] Onur Erdur, Schule des Südens, Berlin 2024, S. 159 und 186.
[11] Jeffrey Jerome Cohen: Monster Culture (Seven Theses), S. 21, in: Ders. (Hg.): Monster Theory, Minneapolis 1996, S. 3-25.
