• Keine Zoologie

    Sie werden in Zügen gewesen sein, wenn sie hier auftauchen. Sie werden vielleicht ein Flugzeug genommen haben oder auch nur die U-Bahn, deren Stationsausgang schon fast ins Münchner Oberlandesgericht hineinführt. Sicher ist, auch der Mann aus der Tiefgarage, wie ein Verteidiger genannt wird, wird wieder da sein. Er komme nie durch die Vordertür herein, heißt es, nehme immer den Zugang über die Garage. Sein Kollege, der nicht mehr so ganz Kollege sein darf, weil seine Immer-irgendwie-noch-Mandantin das nicht mehr möchte, der sogenannte Altverteidiger, spaziert bereits mit einem Köfferchen herein. Er holt eine noch verpackte weiße Krawatte heraus, schiebt sie aus der Plastikhülle, rollt sie ein und steckt sie in die Innentasche seines Jacketts. Eine kurze Weile später steht er auf und geht hinaus. Er wird seine Krawatte draußen gebunden haben, werde ich später wissen, jetzt aber beobachte ich noch, wie die anderen den Sitzungssaal betreten Auch im Gericht gibt es unterschiedliche Arten aufzutauchen, und nur die der Angeklagten wird vermutlich in Erinnerung bleiben. Die Hauptangeklagte wird dann die sein, die am wenigsten gegrüßt und am meisten Platz genommen haben wird, das ist eben das Gericht, wird man sagen, das ist die Schwerkraft der Rechtsprechung, die sich um Täter kümmert und nicht um Opfer, wird man sagen und bedenklich den Kopf wiegen, obwohl in diesem Fall mit über neunzig Nebenklägern die Optik anders sein könnte. (…)

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  • Patienten im Netz

    In seinen letzten Lebensjahren ging mein Großvater jeden Tag auf seinem Balkon spazieren, fünfhundert Schritte machte er, nicht einen weniger, nicht einen mehr. Er hatte sich in jungen Jahren beim Eislaufen das Hüftgelenk gebrochen, und durch falsche Behandlung war das rechte Bein verkürzt, so dass er fortan auf den Stock angewiesen war. Warum er diesen eintönigen Spaziergang machte, dieses unselige Herumtigern, war mir nicht verständlich. Klar war nur eines: Bei diesem Ritual durfte man ihn nicht unterbrechen oder mit Fragen stören, er war am Zählen seiner Schritte, beim vierhundertfünfzigsten Schritt hellte sich seine Miene auf, er würde es bald hinter sich gebracht haben und sich an den Kaffeetisch setzen können. In unserer Zeit hätte er sich nicht länger mit dem Stock herumplagen müssen. Ihm wäre ein künstliches Hüftgelenk eingesetzt worden, und statt sich dem mühseligen Ritual des Schrittezählens zu unterziehen, würde er heute am Arm eine Fitness-Uhr tragen, die ihm das Zählen abnimmt. Mein Großvater wäre nie auf die Idee gekommen, seine Patientenakte zu lesen, im medizinischen Fachjargon war er nicht bewandert. Weshalb sollte er sich also die Mühe machen? Noch befremdlicher wäre ihm die Idee erschienen, er könnte selbst zum Autor seiner Patientengeschichte werden. Doch genau diesen Möglichkeiten sehen sich Patienten heutzutage gegenüber. Mit dem Internet eröffnen sich ihnen ungeahnte Wirkungsfelder auf dem Gebiet der Kommunikation über ihre persönliche Leidensgeschichte. Zu den neuartigen Textformen zählen Erfahrungsberichte mit Medikamenten und Operationen, mit denen Patienten in Online-Foren und Chatrooms um Rat suchen oder selbst als Berater auftreten. In diesen oft nur aus wenigen Sätzen bestehenden Texten artikuliert sich meist ein Widerspruch zu Empfehlungen der Schulmedizin. Es herrscht ein munteres anything goes der Interpretation von Diagnosen und der Therapievorschläge – eine mehr oder weniger gemäßigte Rebellion. Mit dem Internet hat auch eine weitere Sorte von Texten an Bedeutung gewonnen: das Patientendossier (elektronische Patientenakte), das zwar von Ärzten geschrieben, doch dank der großen, stetig anwachsenden Zahl elektronischer Hilfsmittel, wie Apps und anderer Gadgets, unter aktiver Mitwirkung der Patienten entsteht. Das Patientendossier gleicht einem Fortsetzungsroman, in dem Krisen und rettende Interventionen, Komplikationen und Zeiten der Rekonvaleszenz einander in dichter Folge ablösen können. Die Rolle des Patienten in diesem Fortsetzungsroman ist schwer zu definieren. Doch die Option, selbst handelnde Person zu sein, ist für ihn dabei bestimmend. (…)

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  • Über das Schreiben als Schriftsteller in der Schweiz

    »Du bist halt ein white rich man!«, sagte mir mal eine Iranerin und meinte weiter: »Du darfst also nicht über die Probleme in vielen Teilen der Welt schreiben, als wären du und die Schweiz für alles zuständig – aber nur über die Wohlstandsprobleme in deiner Heimat zu schreiben, das hat auch keinen Sinn.« In der Tat drückt dies unter anderem genau das aus, was ich mich seit Beginn meines literarischen Schreibens immer wieder gefragt habe: Worüber schreibt ein Schweizer Schriftsteller? Oder anders gefragt: Mit welchem Recht schreibe ich (ganz besonders über die Schweiz), verglichen mit der Situation von Menschen anderer Länder, die nicht diese gute medizinische Grundversorgung haben, kein stabiles politisches System, kein derart hohes Bildungsangebot und keine Infrastruktur, die unverschämt gut ausgebaut ist? Letztlich muss die Antwort natürlich jeder Literaturschaffende für sich selbst finden (oder die Frage als irrelevant ablehnen), und inzwischen trifft das doch, gut zweiundsiebzig Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, zum Teil auch auf Deutschland zu. Was aber, auf das kommt es hier ja an, unterscheidet die Schweiz eigentlich von Deutschland hinsichtlich ihrer Literatur und ihren Schriftstellerinnen und Schriftstellern? Zuerst einmal, wie man überlebt. Ein Schweizer Literaturschaffender gilt im kleinen eigenen Land meist erst etwas, wenn er es auch im großen Ausland geschafft hat (deswegen gibt es auch eine beachtliche Künstlerkolonie von Schweizern in Berlin). Das mag mit der Unwichtigkeit der Schweizer Intellektuellen in den Medien korrespondieren. Im Gegensatz zu Frankreich und selbst Deutschland werden Intellektuelle hier selten öffentlichkeitswirksam in aktuelle Diskurse eingebunden. Die Schweiz sieht sich mehr als ein Land, in dem jeder direktdemokratisch eine Meinung hat, die gleich wichtig ist wie des Nachbars Meinung. Während dieser Gedanke unleugbar nobel ist, ebnet er medial einen effektiv vorhandenen Bildungsvorteil von Intellektuellen ein, die in ihren jeweiligen Spezialgebieten sehr wohl auf Punkte aufmerksam machen könnten, die nicht allen Stimmberechtigten einfallen. Es ist aber leider so, dass Schriftsteller wie Lukas Bärfuss eher in deutschen Blättern veröffentlichen können, was sie Kritisches über die Schweiz zu sagen haben, als in hiesigen. (…)

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  • Sowjetheimkehrer in der DDR-Geschichtswissenschaft

    Das hundertjährige Jubiläum der Oktoberrevolution brachte die Frage zurück in das öffentliche Bewusstsein, auf welche Kräfte sich eine Bewegung gestützt haben mag, die nicht nur Befreiung proklamierte und Unterdrückung praktizierte, sondern zeitweilig gerade ihre loyalsten Anhänger in furchtbarster Weise verfolgt hat. Wie konnte es dazu kommen, dass auch unter den kommunistischen Emigranten, die in der Sowjetunion das Heil erhofften und die Hölle erlebten, der Glaube an die gute Sache nicht erstarb, sondern oft noch gefestigt wurde? In Der Archipel Gulag erinnert Alexander Solschenizyn an János Kádár, an Władysław Gomułka, an Gustáv Husák, die kommunistische Diktatoren wurden, nachdem sie Opfer kommunistischer Repression geworden waren; und er lässt einen russischen Straßenbauingenieur zu Wort kommen, der erst ein halbes Jahr in der Todeszelle verbracht hatte, dann zu fünfzehn Jahren Lagerhaft verurteilt und anschließend in die »ewige Verbannung« geschickt worden war und doch bekannte: »In meinem Kopf hat sich nichts verändert. Bin derselbe parteilose Bolschewik geblieben. Der Glaube an die Partei hat mir geholfen«. Wie lässt sich diese selbstmörderische Bindungskraft einer Idee erklären? Näheren Aufschluss verspricht eine besondere Personengruppe, nämlich die der kommunistischen Emigranten, die nach der nationalsozialistischen Machtergreifung aus Deutschland in die Sowjetunion gingen und dort nicht wie viele Hundert ihrer Landsleute dem Großen Terror zum Opfer fielen, sondern überlebten und nach 1945 ihre Heimat in der DDR fanden. Unter ihnen bilden die wenigen Historiker-Remigranten eine kleine und heterogen zusammengesetzte Gruppe, die die wissenschaftliche Analyse und öffentliche Präsentation ihrer Sicht auf die Vergangenheit zum Beruf gemacht hatte und deswegen mehr als andere zur historischen oder biografischen Reflexion berufen war.

    Überlebensschicksale

    Diese Gruppe reicht von dem 1901 geborenen Altkommunisten und Nestor der parteilichen DDR-Historiografie Leo Stern und dem drei Jahre jüngeren Arnold Reisberg über den 1917 geborenen und erst in der Sowjetunion zum Historiker ausgebildeten Weimar- und NS-Historiker Wolfgang Ruge bis zu dem weitere sieben Jahre jüngeren Stefan Doernberg, der 1945 als Rotarmist nach Deutschland zurückkehrte und hier in einer zweifachen Doppelrolle als Sowjetbürger und Deutscher, als Historiker und Diplomat tätig war. (…)

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  • „Lone Wolf“-Terrorismus

    Am 31.  Oktober 2017 lenkte Sayfullo Saipov einen gemieteten Umzugslastwagen in New York auf einen Fahrradweg, pflügte durch die Passanten und rammte einen Schulbus. Acht Menschen starben; mehrere wurden schwer verletzt. Akribisch hatte er seine Tat geplant. Ganz bewusst hatte er sich den Abend von Halloween ausgesucht, sogar das Kurvenfahren mit dem Truck geübt. Neben dem Kleintransporter fand die Polizei Zettel, auf denen »Der Islamische Staat wird für immer fortbestehen« auf Englisch und Arabisch geschrieben war. Auf Saipovs Mobiltelefon befanden sich Propagandafotos und Videos des IS. Vorbildlich folgte Saipov der Terroranleitung, die der IS im englischsprachigen Onlinemagazin Rumiyah im November 2016 veröffentlicht hatte; dort war sogar ein Umzugswagen abgebildet. Für die Sicherheitsbehörden kam er aus dem Nichts. Als Roshonara Choudhry mit einem Messer auf den britischen Abgeordneten Stephen Timms einstach, waren alle überrascht. Choudhry wuchs in bescheidenen Verhältnissen im Ost-Londoner Viertel East Ham auf. Die junge Britin war jedoch auf dem besten Weg, der Armut zu entkommen. Sie studierte am prestigeträchtigen King’s College in London und hatte gute Noten. Gegen Ende ihres letzten Semesters, im November 2009, brach sie ihr Studium jedoch ab. Von ihrem sozialen Umfeld unbemerkt lud sie sich die Hasspredigten Anwar al-Awlakis herunter  – des berüchtigten Chefideologen des jemenitischen al-Qaida-Zweigs, ein US-amerikanischer Staatsbürger, dessen Reden und Traktate über Jahre maßgeblich zur globalen Rekrutierung von Dschihadisten beigetragen haben (bis er 2011 durch einen US-Drohnenschlag getötet wurde). Choudhry hatte zuvor keine Sympathien für den Islamismus gezeigt. Bemerkenswerterweise trat sie zu keinem Zeitpunkt mit al-Awlaki in direkten Kontakt. Offensichtlich genügten dessen Predigten, um Choudhry davon zu überzeugen, dass der Dschihad eine erstrebenswerte Alternative zu ihrem bisherigen Leben sei. Im Mai 2010 griff sie Stephen Timms mit einem Messer an. Zweimal konnte sie auf ihn einstechen, bevor das Sicherheitspersonal Choudhry zu Boden rang. Timms hatte Glück und kam mit dem Leben davon. In beiden Fällen handelt es sich um sogenannte einsame Wölfe – einzelne Täter ohne beziehungsweise mit nur minimaler Unterstützung durch andere Personen oder Gruppen, die mit ihrem Terror ein politisches, soziales, religiöses oder ein anderes Ziel zu erreichen wollen.1 Einsame Wölfe stellen die Sicherheitsbehörden vor besondere Herausforderungen. Oft fehlen Frühwarnfaktoren; daher laufen viele Instrumente der klassischen Terrorismusbekämpfung ins Leere. Es gibt keine Gruppen oder Zellen, die sich infiltrieren lassen; keine Mitglieder, die zur Informationsgewinnung oder Anwerbung verhaftet werden können; häufig findet keine Kommunikation statt, die sich abfangen und überwachen lässt. Dementsprechend schwer ist es, einsame Wölfe vor der Tat aufzuspüren. »And isn’t it kind of scary that one man could reap this kind of hell?«, stichelte Timothy McVeigh, der im April 1995 ein öffentliches Gebäude in Oklahoma City mit 2000 Kilogramm Sprengstoff in die Luft gejagt und 168 Menschen getötet hatte. (…)

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  • Oh man. Annie Ernaux und Didier Eribon lesen

    Früher waren es die Man-Sätze gewesen. Man kann doch nicht. Man muss doch. Wenn meine Mutter diese Man-Sätze sagte, war es aus. Dann half nur die Flucht in die Bücher, und das war die Flucht aus dem Man-Milieu. Und jetzt habe ich ein ganzes Buch voller Mans gelesen und finde mich darin wieder. Dieses Buch ist das 2009 in Frankreich erschienene Les années von Annie Ernaux, das jetzt endlich auch auf Deutsch vorliegt. Ich lerne Annie Ernaux kennen, ich moderiere ein Gespräch mit ihr und Didier Eribon in Frankfurt. Ich bin bewegt, ich bin fast wütend: Warum habe ich Ernaux nicht schon vor zwanzig Jahren gelesen? Ihre Bücher La honte, Une femme, La place, Titel wie Vorschlaghämmer – wovon sich in den deutschen Titeln Gesichter einer Frau und Das bessere Leben, in der Frauenerotiknische eines Publikumsverlags gestrandet, nichts wiederfand. Hätte ich sie gelesen, hätte ich Leitplanken gehabt. Und ein Idol, eine, die einem Mut gemacht hätte. Die Unerschrockene. Die Freibestimmte. Die Kluge, die es trotz all dieser Eigenschaften geschafft hat, sich nicht sozial auszuschließen. Ja, trotz. Natürlich. Dabei war ihr Weg hart erkämpft. In Die Jahre liest man Sätze wie: »Man hatte die Worte noch im Ohr, die man am liebsten gleich wieder vergessen hätte, los, blas mir einen, lutsch meinen Schwanz, Worte, über die man ein Liebeslied legen musste, c’était hier ce matin-là, c’était hier et c’est loin déjà, um sich die Sache schönzureden, um die romantische Fiktion eines ›ersten Mals‹ zu erschaffen, um einen Schleier der Melancholie über die misslungene Entjungferung zu legen. Wenn einem das nicht gelang, kaufte man Kuchen und Bonbons und betäubte den Schmerz mit Zucker und Sahne – oder man wurde magersüchtig, um ihn auszuhungern.« Oder: »Sie schämt sich dafür, dass sie niemanden kennt, der auf die Universität geht, dass sie eine Jacke aus Wildlederimitat trägt und keine echte.« Ernauxs Herkunftswelt ist nicht die der Bücher, die doch die einzige ist, in der sie sich nicht einsam fühlt. Ernaux nennt Die Jahre eine »kollektive Autobiografie« und sich eine »Ethnologin ihrer selbst«. Sechzig Jahre soziale, politische und persönliche Geschichte spannen sich um ein Personalpronomen, das nie genannt wird: ich. Das Ich ist ein Loch, eine Leerstelle. Es gibt ein »sie«, es gibt »man«, »wir« und »die Leute«, sie alle füllen das Loch. »Man« findet in den sechziger Jahren »normal, dass die Einwanderer in Armenvierteln lebten, in Fabriken und im Straßenbau malochten, dass ihre Oktoberdemonstrationen erst verboten und dann blutig niedergeschlagen wurden, und vielleicht sogar, wenn man es überhaupt mitbekam, dass über hundert Demonstranten von Polizisten in die Seine geworfen wurden.« Eine weibliche Geschichtsschreibung bis in unsere Tage  – zu der »man« als Frau sich erst ermächtigen muss, sagt sie, denn Geschichte wird meist von Männern geschrieben, sagt sie, doch Frauen haben einen anderen Bezug zur Welt. Diese Geschichte kommt ins Rollen beim Durchsehen von Fotos aus einem siebzigjährigen Leben. Die Fotos inszenieren das Ich man-reif – genauso wie die Familienfeiern, die einen zweiten roten Faden durch das Buch ziehen, die gelungene Anpassung an das Man zelebrieren. Das kenne ich. Jedes Weihnachtsfoto ein Drama. Wer kennt es nicht. Wenn das Wir als Man inszeniert wird. Und die entsprechende Erwartung zuverlässig enttäuscht. (…)

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  • Bericht aus Duisburg. Filmkolumne

    Vor kurzem war ich zum ersten Mal in Duisburg. Das Wetter war schlecht, die Fassaden grau, und viele Läden standen leer, aber es hat mir trotzdem gefallen. Ich habe Erbsensuppe mit Würstchen gegessen und Apfelsaft in einem Späti gekauft, der hier Trinkhalle genannt wird. Mein Hotel war nüchtern eingerichtet, es standen ein paar Deko-Elemente mit Bergbauthematik herum: alte Warnschilder und Grubenlampen, ein paar gusseiserne Pumpenstücke in der Ecke des Frühstücksraums. Von meinem Zimmer aus konnte ich auf der gegenüberliegenden Straßenseite ein Friseurgeschäft sehen, das nicht »Haarscharf«, »Vier Haareszeiten« oder »Hair-Cooles« hieß, sondern: »Strukturwandel«. Ich war wegen der Duisburger Filmwoche da, einem kleinen Festival, das seit 1978 stattfindet und sich auf deutschsprachigen Dokumentarfilm spezialisiert hat. Aus mehreren Gründen ist die Filmwoche ein sehr angenehmes Festival. Zum einen übt sie sich in Konzentration und Beschränkung: Es gibt nur ein Kino, das Herumhetzen zwischen Spielstätten entfällt also und damit auch der filmfestivalspezifische Stress, die Panik, das Beste zu verpassen. In Duisburg sehen alle das Gleiche, und hinterher sprechen sie konzentriert und ausführlich darüber – auch das eine schöne Erfahrung. Nach jeder Vorführung gibt es in einem Nebenraum des Kinosaals eine Diskussion, die überdies aufgezeichnet wird; wobei Aufzeichnung in Duisburg nicht Videostream oder so meint, sondern Mitschriften durch Protokollanten, die später auf einer Website mit dem Namen www.protokult.de archiviert werden – Proletkult schwingt mit. Es gab alles Mögliche zu sehen in Duisburg, unter anderem ein paar Filme, die sich mit drängenden Fragen der (deutschen, europäischen) Gegenwart befassten, mit Dingen, die Tag für Tag auch in den Zeitungen stehen und über die Bildschirme flackern: Flucht und Migration, Islam und Rechtspopulismus. Darüber Dokumentarfilme zu machen ist tricky: Klar, die Relevanzfrage erübrigt sich, das sind Fragen von Brisanz und Belang, mit denen man bei Fernsehredaktionen und Förderinstitutionen wahrscheinlich gut ankommt. Es stellt allerdings eine besondere Herausforderung dar, sich mit den eigenen Bildern zu denen der massenmedialen und televisuellen Berichterstattung verhalten zu müssen. Dass es sich von deren Konventionen und Stereotypen abzugrenzen gelte, dass man ihnen andere, neue Bilder und Erzählweisen entgegensetzen müsse, ist unter Kritikerinnen und Dokumentarfilmern Konsens; mal gelingt das mehr, mal weniger gut. Inschallah von Antje Kruska und Judith Keil zum Beispiel. Der Film ist ein Porträt von Taha Sabri, dem Imam einer Moschee in Berlin. Eingeführt wird Sabri als Prediger, der nach den Pariser TerrorLizenziert für Redaktion Merkur am 30.01.2018 um 16:39 Uhr von Klett-Cotta Verlag, J. G. Cotta'sche Buchhandlung Merkur 72 (825), 2018 - volltext.merkur-zeitschrift.de © Klett-Cotta Verlag, Rotebühlstr. 77, 70178 Stuttgart 58 Elena Meilicke anschlägen zum Widerstand gegen Gewalt aufruft, später tritt er vor allem als fürsorglicher Seelsorger auf, der einen liberalen, toleranten und weltoffenen Islam vertritt. Ein Schulmädchen ermutigt er, mit auf Klassenfahrt zu fahren, er berät eine Frau, die sich von ihrem Ehemann scheiden lassen will, und kümmert sich um einen syrischen Flüchtling. Im weiteren Verlauf des Films sieht man Sabri nicht nur in seiner Funktion als Geistlicher, sondern kommt ihm auch als Privatmensch nahe: bei der Erholung im Schrebergarten, beim Einkaufen in der Neuköllner Boddinstraße. In einer Szene sitzt Sabri in seinem Arbeitszimmer – das wie das eines evangelischen Pfarrers aussieht, eierschalfarbener Teppichboden, Ikea-Sessel und Bücherregal aus Kiefernholz – und spielt seine Lieblingsmusik vor: zuckrigen Italo-Pop, dem Sabri mit geschlossenen Augen lauscht. (…)

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  • Modernist Cuisine

    Filippo T. Marinetti (1876 bis 1944), im ägyptischen Alexandria geboren, Sohn eines italienischen Anwalts und selbst Anwalt (wenn auch nur spaßeshalber, wie es bei den Söhnen wohlhabender Familien in den Mittelmeerländern üblich ist), wuchs in Paris auf und hatte schon in jungen Jahren zu schreiben begonnen. 1905 zog er nach Mailand, wo die Abneigung gegen die bourgeoise Welt, der er entstammte, zum Motor seiner literarischen Aktivitäten wurde. Vier Jahre später erschien auf Seite eins der Pariser Tageszeitung Le Figaro der epochemachende kurze Text, der seither sein gesamtes Werk überstrahlt: das Futuristische Manifest. In martialischer Rhetorik forderte Marinetti darin den radikalen Bruch mit der kulturellen Tradition des Abendlands: »Schönheit gibt es nur noch im Kampf … Museen: Absurde Schlachthöfe der Maler und Bildhauer, die sich gegenseitig wild mit Farben und Linien entlang der umkämpften Ausstellungswände abschlachten … Diesen Kalvarienberg gekreuzigter Träume, diesen Registern gebrochenen Schwunges … Aber wir wollen von der Vergangenheit nichts wissen, wir jungen und starken Futuristen! … Legt Feuer an die Regale der Bibliotheken … Reißt ohne Erbarmen die ehrwürdigen Städte nieder!« Fünf Jahre später nahm der Erste Weltkrieg Marinetti und seinen Freunden den wesentlichen Teil der Arbeit ab. Marinetti selbst meldete sich als Kriegsfreiwilliger und überlebte die Front (viele seiner Freunde nicht). 1915 und 1919 saß er gemeinsam mit Mussolini, dessen revolutionäre Ideen ihn angezogen hatten,1 wegen des Vorwurfs im Gefängnis, die Störung einer Gegendemonstration durch eine Bombe angestiftet zu haben. Mussolini fraß dann zwar bald Kreide, um in der Politik zu überleben, und bezeichnete Marinetti als »extravaganten Clown«, machte ihn 1924 aber schließlich zum Mitglied der Akademie der Künste. Im Futuristischen Manifest hatte Marinetti (als 29-Jähriger) noch geschrieben: »Wenn wir vierzig sind, mögen andere, jüngere und tüchtigere Männer uns ruhig wie nutzlose Manuskripte in den Papierkorb werfen. Wir wünschen es so!« Mit 46 Jahren hatte er das ganz offensichtlich vergessen und warf sich einem neuen Gegner entgegen, einem, der die Italiener täglich zweimal an Körper und Geist lähmte und auf lange Sicht zu vernichten drohte. Es war nicht der Kommunismus, es waren die Spaghetti, »diese absurde Religion der italienischen Gastronomie«. Marinetti wollte das Zentrum der italienischen Kultur zerstören, denn wenn es irgendetwas gibt, das man den Menschen nicht wegnehmen kann, dann sind es ihre Essgewohnheiten. Aber hatte nicht die faschistische Revolution bereits die Grundfesten erschüttert? Würde ein zweiter Schlag die Revolution vollenden, der auf tiefsitzende Gewohnheiten zielte und mit ihrer Beseitigung zu einer vollkommenen Umwertung der Werte führen musste? Am 28. Dezember 1930 erschien in der Turiner Gazetta del Popolo das Manifest der futuristischen Küche, in dem es unter anderem heißt: »Wir hören …, man müsse verhindern, dass der Italiener kubisch, massig und bleibeschwert werde, von undurchsichtiger und blinder Kompaktheit … Im Unterschied zu Brot und Reis ist die Pasta asciutta eine Nahrung, die man hinunterschlingt, aber nicht kaut … Davon leiten sich ab: Schlappheit, Pessimismus, nostalgische Untätigkeit und Neutralismus … Die Verteidiger der Pasta asciutta tragen eine Kugel oder Bruchstücke von ihr im Magen, wie Zuchthäusler oder Archäologen … Sie ist zudem unmännlich, weil der beschwerte und beengte Magen niemals der physischen Begeisterung für die Frau und der Möglichkeit, sie geradewegs zu besitzen, förderlich ist … Die vollkommene Mahlzeit erfordert die unbedingte Originalität der Speisen.« (…)

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  • Eribon und Macron, Bourdieu und Juppé

    Reist ein Franzose nach Frankfurt, landet er in einer verkehrten Welt. Emmanuel Macron und Didier Eribon können seit der letzten Buchmesse ein Lied davon singen, wenn auch unter umgekehrten Vorzeichen. Dem Präsidenten schlug in Paris wegen seiner Reformpolitik Ablehnung entgegen, in Frankfurt flogen ihm die Sympathien zu. Der Literat löste mit seiner Kritik am Präsidenten in der deutschen Presse Empörung aus, die französischen Journalisten zuckten nicht mal mit den Schultern. Wie ist so viel Diskrepanz mitten in Europa möglich? Bei Macron ist die Antwort einfacher. Es gibt nicht nur eine Kluft der Befindlichkeit, sondern auch der Betroffenheit. In Deutschland fällt es leicht, den Präsidenten für seine Kenntnis von Benjamin und Habermas und für seinen europapolitischen Mut zu bewundern, hat doch niemand von seiner Reformagenda schmerzliche Einschnitte zu erwarten. In Frankreich dagegen ist die Lage nicht nur für die wenigen, die sich von Macron als »Faulenzer, Zyniker und Extreme« angesprochen fühlen, bedrohlich, sondern auch für die vielen, die bis vor kurzem das Privileg einer nahezu unkündbaren Anstellung genossen. Entsprechend klein ist die Bereitschaft, dem Präsidenten Beifall zu zollen für einen außenpolitischen Mut, der bereits dort Halt zu machen scheint, wo die moralischen und ökonomischen Profite tangiert wären, die Deutschland aus der Schwäche anderer Euro-Staaten zieht. Dass Macron seine Europa-Rede, bevor er sie hielt, von Angela Merkel gegenlesen ließ und die Transferunion nur als deutsches Tabu, nicht aber als französische Forderung thematisierte, wird in Paris nicht als Zeichen der Stärke gedeutet. Um die konträren Reaktionen auf Eribon zu verstehen, bedarf es zumindest im französischen Fall einer historischen Rückblende. Zuerst zur deutschen Seite: Mit seiner Ankündigung auf Facebook und in der Süddeutschen Zeitung, er werde der Eröffnungsfeier der Buchmesse fernbleiben, feuerte Eribon eine Protestsalve ab, die nicht zuletzt die Macron-Freunde in deutschen Medien treffen sollte. Erst führte er aus, er könne Macron nicht beim »Schwadronieren über Europa und die Kultur zuhören, im selben Moment, wo er – und Merkel – geduldig die Bedingungen für das kulturelle Schaffen und die Zugangsmöglichkeiten zu diesem in Europa zerstören«, und dann behauptete er, jede von Macrons Entscheidungen, jede seiner Reformen gefährde »alles, was das Fundament einer europäischen Kultur ausmachen kann«. Solche pauschalen Aussagen einer politischen Grundsatzkritik zu unterziehen, ging deutschen Journalisten leicht von der Hand – zu leicht, denn sie begingen dabei einen Kategorienfehler, der ihren französischen Kollegen nicht unterlaufen wäre. Symptomatisch dafür ist der Kommentar von Andreas Fanizadeh, dem Kulturchef der taz. Für Fanizadeh klingt die »Posse«, die Eribon und »einige andere französische Linksintellektuelle« gegen Macron aufführten, »eins zu eins wie die alte KP-These vom Sozialfaschismus aus den 1920er Jahren. Dabei hat der vulgäre Antikapitalismus mit seinen schablonenhaften Neidmetaphern schon einmal einen verhängnisvollen Beitrag geleistet, um Europa und die Welt in Abgründe zu schicken.« Das Hauptproblem dieser Kritik ist nicht, dass ein deutscher Journalist vor einem französischen Intellektuellen die Weimarer Republik als abschreckendes Beispiel herbeiruft, sondern dass er ihm eine Position zuweist, die jener von kommunistischen Parteipolitikern entsprechen soll. Damit wird unterstellt, Eribons linke Fundamentalopposition gegen Macron folge einer politischen Funktionslogik, ziele also letztlich auf eine Veränderung der Machtverhältnisse im französischen Staat. Das ist das grundlegende Missverständnis seiner deutschen Kritiker. (…)

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  • Der Held der Arbeiterklasse

    Anfang Februar 2014 trat Bob Dylan in einem Werbefilm auf, für den er sowohl die Musik als auch den Text geschrieben hatte. Ähnliche Filme hatte er auch schon in der Vergangenheit gedreht, für amerikanische Firmen wie Cadillac oder Victoria’s Secret. Bei diesem Auftritt hingegen waren seine Dienste von einer niederländischen Firma gekauft worden, die mit der Arbeit italienischer Ingenieure Gewinne erzielt, die sie in Großbritannien versteuert. Auf dem Weg dorthin lässt diese Firma Automobile herstellen, unter anderem in Michigan, wo sie den Namen Chrysler erhalten. »You can’t import the heart and soul of every man and woman working on the line«, sang (oder eher: sprach) Bob Dylan zum Lob dieser Fahrzeuge, denn »when it’s made here, it’s made with the one thing you can’t import from anywhere else – American pride … We will build your car.« Der Werbefilm lief in der letzten Pause des Super Bowl, dem Finale im Wettkampf der besten Mannschaften im Football. Er wurde nicht zum erhofften Erfolg, weil zu früh feststand, wer das Spiel gewinnen würde, und das Publikum nicht lange genug ausharrte. Doch irritierte er viele Anhänger Bob Dylans, des unverhohlen kommerziellen Charakters dieses Auftritts wegen. Heute, unter der Herrschaft Donald Trumps, würde wohl eher auffallen, wie sehr die Rhetorik Bob Dylans den Parolen des amerikanischen Präsidenten ähnelt, sowohl im Hinblick auf ihren Nationalismus als auch auf ihren offen reaktionären Charakter.

    »Ye are many – they are few«

    Bob Dylan durchschreitet in diesem Werbefilm eine lange Reihe von Szenen, die frei aus der industriellen Vergangenheit der Vereinigten Staaten kombiniert zu sein scheinen. Die Kamera zeigt Fließbänder, an denen Menschen arbeiten, Fabriken, in denen Türen von Hand eingesetzt werden, einen Modellbauer, der an einer Karosserieform arbeitet. Sie zieht an den Tankstellen und Imbissbuden der Provinz vorbei. Sie blickt auf die Silhouette von Detroit und betrachtet Autobahnkreuze. Auch wenn das Automobil, das schließlich als Objekt des Begehrens auftaucht, schlank, dynamisch und sehr modern aussieht, wirkt das Bildprogramm entschlossen historisch. Es konzentriert sich auf Techniken, die mit der Digitalisierung der industriellen Produktion in den neunziger Jahren verschwanden. Bob Dylan, plötzlich zum Helden der Arbeiterklasse geworden, verbindet das mit einem dunklen Heroismus, der dem Clip etwas dräuend Mysteriöses verleiht, angefangen bei einer Szene, in der ein Reiter durch die Nacht jagt, bis in die schummrige Billardhalle, in der Bob Dylan, vor einem Chor müder älterer Männer stehend, schließlich den letzten Satz spricht: »We will build your car.« Sein Blick auf die amerikanische Automobilproduktion ist deswegen nicht nostalgisch, auch wenn es so aussieht, als berufe er sich auf eine Vergangenheit, die besser als die Gegenwart gewesen sei. Vielmehr ist sie fiktiv. Sie bedient sich der Vergangenheit der industriellen Produktion auf dieselbe Art, wie sich das literarische Genre der Fantasy auf das Mittelalter beruft. Das gilt auch für das Bild des amerikanischen Arbeiters und seines Stolzes, dem der Werbefilm gewidmet ist, insofern er diesen Arbeiter der Zeit enthebt und in einen Archetyp verwandelt. Dieser Archetyp hat eine lange Geschichte. Fast zweihundert Jahre bevor Bob Dylan das Loblied des amerikanischen Arbeiters anstimmte, schrieb Percy Bysshe Shelley das Gedicht The Masque of Anarchy, im Gedenken an die Niederschlagung eines Aufstands in Manchester im August 1819, bei dem die britische Kavallerie mit gezogenen Säbeln in eine Demonstration geritten war und fünfzehn Menschen starben. »Ye are many – they are few« lautet die bekannteste Zeile aus diesem Gedicht. Sie wird zuweilen von Jeremy Corbyn, dem Vorsitzenden der Labour Party, zitiert. Verwandter mit Bob Dylans Huldigungsversen für Chrysler sind allerdings einige andere Zeilen aus demselben Gedicht: »Men of England, heirs of Glory | | Heroes of unwritten story, | | Nurslings of one mighty Mother | | And one another.« (…)

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