• Durchverstehen mit Dalí: Pariser Notizen V

    Abendliches Winterwetter in Paris, überall liegt Schnee, dicke Schneeflocken fliegen durch die Luft. Die Befestigungspfosten der Vélib-Fahrradleihstationen sind dick zugeschneit, die grünen Lichter der Verfügbarkeits-Dioden scheinen durch die Schneeschicht hindurch. Mit den angenehm abgedämpften Straßengeräuschen und dem marsianisch orange eingefärbten Nachthimmel kommt einem die Stadt surrealistisch heruntergedrosselt vor. Kaum jemand ist unterwegs, nur wenige Autos und Supermarkt-Rentner schleichen auf nicht geräumten Straßen und Wegen ihren Zielen entgegen. Ich schleiche meinerseits, von der Rue Turbigo kommend, die Rue Beaubourg hinunter, auf dem Weg zur Dalí-Ausstellung im Centre Pompidou. Bereits der zweite Versuch. Der erste Versuch, in der Neujahrswoche, scheiterte an der Besucherschlange, die einmal rund um das Centre Pompidou reichte. Damals war ich darüber fast erleichtert, denn meine Lust auf Dalí-Ausstellungen hält sich in Grenzen, seitdem einem im Kunstunterricht moderne Kunst, beziehungsweise das, was man als Frühpubertierender darunter verstand, mit Hilfe des hochpolierten Surrealismus à la Dalí oder Magritte nähergebracht wurde. Was auch funktioniert hat und weshalb man sich heute noch etwas dafür hasst, auf pfannkuchenartig verschmolzene Uhren und Männer mit Hut und grünem Apfel vor dem Gesicht hereingefallen zu sein, in dem festen und überheblichen Glauben, ab sofort moderne Kunst komplett durchverstehen zu können. (mehr …)
  • Februarheft online

    Die Onlineversion des Februarhefts ist ab sofort freigeschaltet - hier ist die Übersicht. Als kostenlose Leseproben gibt es wie stets zwei Texte. Im ersten gibt der Übersetzer Thomas Frahm eine sehr lebendige Übersicht über die Fährnisse der jüngeren bulgarischen Literatur in Bulgarien selbst, aber auch in Übersetzungen in Deutschland. Der zweite ist eine sehr präzise und grundsätzliche Einlassung über Jörg Schröder und seinen März-Verlag, verfasst vom Literaturwissenschaftler Georg Stanitzek, dessen 2011 erschienenes opus magnum Essay-BRD im übrigen auch nachdrücklich empfohlen sei.
  • „Im Schönfelder gibts das Wort Gerechtigkeit nicht“. Interview mit Herbert Rosendorfer

    Herbert Rosendorfer, Richter am Amtsgericht München seit 1967, dann 4. Zivilsenat Oberlandesgericht Naumburg (1993-1997), geboren 1934 in Bozen, gestorben im September 2012.

    Er wuchs in Kitzbühel auf (Autobiografisches, Kindheit in Kitzbühel 1998). Abitur in München, ein Jahr an der Akademie der Bildenden Künste[1], dann Jurastudium und Staatsanwaltschaft Bayreuth (Bayreuth für Anfänger, 1969). Kleine Musikwerke entstehen. (mehr …)
  • Anton Tantner bei DRadio Wissen

    Anton Tantner gibt im DRadio Wissen Auskunft über Adressbüros, über die er bei uns im Januarheft schreibt.
  • Steinfeld in SZ über Merkur und Plumpe

    Was genau es bedeutet, wenn Thomas Steinfeld glaubt, dass unser Dezemberheft "einem seltsamen Proporz Gestalt verlieh, der etwas im Grunde Selbstverständliches in eine Besonderheit verwandelte", während wir eigentlich dachten (und nachweisen zu können glauben), wir hätten da umgekehrt eine Besonderheit in eine Selbstverständlichkeit verwandelt - das müssen wir vielleicht nicht verstehen. Aber wer wird sich beklagen, außer vielleicht über den Hieb gegen das Doppelheft, mit dem wir gar nichts einzurennen, sondern nur ein paar Gedanken und Hintergründe zu liefern gedachten. Aber, wirklich - eigentlich schreibt Thomas Steinfeld auf Seite eins des SZ-Feuilletons vom Samstag ja ganz freundlich über uns und vor allem über Werner Plumpes Ökonomiekolumne.

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  • Call: Merkur-Frühlingsakademie in Zusammenarbeit mit dem Peter-Szondi-Institut

    Die Redaktion des Merkur veranstaltet in Zusammenarbeit mit dem Peter-Szondi-Institut für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft am 11. und 12. April 2013 erstmals eine Frühlingsakademie. Die ganztägige Veranstaltung soll Studierenden der Geisteswissenschaften die Gelegenheit geben, zeitgenössische kulturelle, politische und soziale Fragen in einer kleinen Runde zu diskutieren. Im Vordergrund steht der intellektuelle Austausch, der universitär-akademisch informiert ist, aber außerhalb der universitären Nutzenerwägungen steht. Die erste Frühlingsakademie wird sich mit einigen der ökonomischen Schriften von Milton Friedman und Gary S. Becker befassen, die in den vergangenen 50 Jahren die Wirtschaftstheorie und -ideologie wie wenige andere geprägt haben. Wir werden diese Texte sowohl mit philologischem Instrumentarium analysieren als auch ihrer Rezeptionsgeschichte – unter anderem in Essays des Merkur – nachgehen. Einerseits sollen diese Texte auf ihre Rhetorik ebenso wie auf ihr Verständnis von Ökonomie, Kultur und Wissen untersucht werden; andererseits wird die Frage nach ihrem Verhältnis zum aktuellen Begriff des „Neoliberalismus“ und zur gegenwärtigen Krise zu stellen sein. Als Diskutant nimmt neben den Veranstaltern Professor Dirk Baecker (Zeppelin-Universität) an der Akademie teil; er wird nicht nur die Diskussion um seine eigenen Thesen bereichern, sondern auch ökonomisches Hintergrundwissen beisteuern.

    Teilnehmen können Studierende einschließlich der Doktorandinnen und Doktoranden geisteswissenschaftlicher Fächer. Die Frühlingsakademie versteht sich dabei weder als Redaktionspraktikum noch als Schreibschule; die Teilnahme dient allein dem intellektuellen Austausch. Die Ergebnisse der Diskussion werden nicht im Merkur veröffentlicht. Die Zahl der Teilnehmenden wird auf zehn beschränkt sein. Gute Lesefähigkeit in englischer Sprache wird vorausgesetzt. Die Akademie wird in den Räumen der Merkur-Redaktion in Berlin-Charlottenburg stattfinden.

    Wenn Sie sich für eine Teilnahme interessieren, schicken Sie bitte ein einseitiges Motivationsschreiben und einen einseitigen Lebenslauf in jeweils zwei Exemplaren bis zum 1. Februar 2013 an folgende Anschrift: Freie Universität Berlin Peter-Szondi-Institut Prof. Dr. Remigius Bunia / Dr. Björn Quiring – Stichwort: Merkur – Habelschwerdter Allee 45 14195 Berlin Sie erhalten innerhalb weniger Wochen die Mitteilung, ob Sie an der Frühlingsakademie teilnehmen können. Remigius Bunia Christian Demand Ekkehard Knörer Björn Quiring

  • Januarheft ist erschienen

    Das Januarheft ist erschienen. Die Übersicht mit Zitaten aus allen Texten finden Sie hier. Wer die Vorschaufunktion nutzen - also die jeweils erste Seite frei lesen - will, kann dies wiederum hier tun. Als Leseproben freigeschaltet haben wir Chaim Nolls Thesen zu den Hintergründen des "Nahostkonflikts" mit dem Titel Islamischer Imperialismus sowie Werner Plumpes Ökonomiekolumne, die zur Frage der Inflationsgefahr nur sehr bedingt Entwarnung gibt. Und ganz aktuell: In der Feuilletonrundschau von Deutschlandradio Kultur hat Christian Demand heute Morgen Fragen zum Januarheft, genauer gesagt zu Rainer Hanks Europaessay Solidaritätsverbot beantwortet. Das Gespräch ist auf der Website des Senders abrufbar.
  • Tagesspiegel zu Dezemberheft

    Im Tagesspiegel verlängert Gregor Dotzauer die von Birgit Recki  in ihrem Kolumnenessay Si tacuisses... im Dezemberheft geübte Kritik an Versuchen, Philosophie populär zu vermitteln:

    „Hohe Luft“ und „Philosophie Magazin“ plädieren beide für einen erweiterten Philosophiebegriff, ohne ihn offenen Herzens auf angrenzende geistes- und sozialwissenschaftliche Gebiete ausdehnen zu wollen. Sie holen damit etwas nach, was die Feuilletons mit ihrem erweiterten Kulturbegriff in Richtung Mode und Alltagsdesign seit langem so erfolgreich praktizieren, dass ihnen darüber manchmal der engere Kulturbegriff fremd geworden zu sein scheint. In der Philosophie, das lernt man von Birgit Recki, sind Gewinn und Verlust dieses Vorgehens doppelt riskant.