• Warum Adamowicz?

    Am Montagnachmittag ist der Stadtpräsident von Danzig, Paweł Adamowicz, gestorben. Am Abend davor wurde der 53-jährige Politiker bei einer Messerattacke auf der Bühne einer Benefizveranstaltung von einem 27-jährigen Mann niedergestochen. Nach der Attacke griff sich der vorbestrafte Täter ein Mikrofon und brüllte, er sei von der 2007 bis 2015 regierenden Bürgerplattform ungerechterweise ins Gefängnis gesteckt und gefoltert worden. Deshalb müsse Adamowicz umgebracht werden. Das Land ist im Schock. In ganz Polen fanden am Montagabend Gedenkveranstaltungen und Schweigemärsche statt. (mehr …)
  • Poetik des Macronismus: Michel Houellebecqs „Serotonin“

    I In Serotonin lässt Michel Houellebecq altbekannte europäische Dämonen aufmarschieren: einen deutschen Pädophilen, Kochsendungen, Holländer, Technokratenpaare im Nudistendorf, Thomas Mann, eine Japanerin, die Hunde “lutscht”, Tierärztinnen, die Ich-Erzähler lutschen, verzweifelte Bauern, die ihre Schrotflinten lutschen, Ex-Bauernfrauen, die nun Pianisten lutschen, Praktikanten, Macron, Alkoholiker. Freilich bildet das nicht die allererste Garnitur europäischer Dämonen, und würde gerade deswegen, eigentlich, hypothetisch, allerbesten Erzählstoff bieten. Keine Philologen, kein prekarisiertes Lumpenprofessoriat wie in Unterwerfung. Houellebecq gibt – und das ist ein Novum – den kulturellen Europhilen: Der deutsche Kinderschänder nennt sein zehnjähriges Opfer bei der Fellatio “Mein Liebchen”, und zwar auf Deutsch im französischen Originaltext. “Noch nie hat Michel Houellebecq so ernsthaft und voller Emotion über die Liebe geschrieben”, verspricht uns der Klappentext. (mehr …)
  • Der Maßstab der Wirklichkeit  – Zur Kontroverse um Takis Würgers Roman Stella

    Der Roman Stella von Takis Würger ist zum Gegenstand eines feuilletonistischen Scherbengerichts geworden. In den extrem feindseligen Besprechungen bemerkt man einen Furor der Kritik, der Rezensent*innen vor allem dann überfällt, wenn man den Eindruck hat, es mit einem Buch zu tun zu haben, das nicht nur misslungen ist, sondern auch auf eine Art misslungen, die auf eine allgemeine literaturhistorische Misere verweist. In der Süddeutschen Zeitung etwa wurde das Buch zum „Symbol einer Branche, die jeden ethischen oder ästhetischen Maßstab verloren zu haben scheint.“ Und inzwischen ist der Streit um den Roman sogar bildzeitungsnotorisch geworden („Riesenstreit um Nazi-Buch!“) und hat so den esoterischen Bereich des ‚Betriebs‘ endgültig, wenn auch auf eine etwas unglückliche Art, transzendiert. Der Großverriss erscheint als diskursive Bühne, auf der wichtige Fragen der Zeit verhandelt werden können. Das ist unschön für den Autor, dessen Werk unversehens zum Schauplatz einer Debatte wird, die über den konkreten Text und dessen Qualität hinausweist; als diskursives Ereignis erscheint der Großverriss – das zeigt die Rezeption von Stella – allerdings unverzichtbar. (mehr …)
  • Nach der Freiheit. Die polnische Netflix-Serie „1983“

    Während der polnische Präsident im November vor einem Zug mit roten Bengalfeuern und rechtsradikalen Sprechchören den Republik-Geburtstag feierte, machte Netflix überall in Warschaus Innenstadt Werbung mit den Silhouetten junger Protestierender. Schnell sprach sich herum, dass 1983 die erste polnische Eigenproduktion des amerikanische Unterhaltungskonzerns ist, die Ende November gleichzeitig auf Deutsch, Englisch, Französisch und Polnisch zugänglich wurde. Sie zeigt den vergeblichen Aufstand einer Generation von Jugendlichen, die herausfinden, dass sie von einem autoritären polnischen Staat um ihre wahre Identität betrogen wurde. Im (alternativhistorisch) fiktionalen Jahr 2003 entscheiden sie sich dafür, den Freiheits-Kampf ihrer Eltern aus den frühen 1980er Jahren wieder aufzunehmen. Doch nun sehen sie sich einem weitaus mächtigeren Staat gegenüber, in dem jeder Bürger über ein eigenes mobiles Gerät überwacht wird. (mehr …)
  • Heimat als sozial-räumliche Praxis – Replik auf Fritz-Gerd Mittelstädt [Die Grenzen der Heimat. Merkur 834]

    Fritz-Gerd Mittelstädts Essay "Die Grenzen der Heimat" ist in Merkur #834 erschienen. Wir schalten ihn aus Anlass dieser Kritik für begrenzte Zeit frei. Mancherlei Einwände sind möglich, aber in einem Punkt ist Fritz-Gerd Mittelstädt unbedingt zuzustimmen: Heimat ist immer ein Konstrukt, und jeder konstruiert Heimat auf seine, oft recht abenteuerliche Weise. Geradezu atemberaubend indessen mutet Mittelstädts mehrfach variierte These an, Heimat sei – bis heute – ein rückwärtsgewandtes Konzept. Die Nachvollziehbarkeit dieser These will sich während der Lektüre allerdings nicht so recht einstellen. Ein Schulbuch, einige bloß erwähnte, nicht näher vorgestellte Schülerarbeitshefte, drei Bildbände, eine ominöse „Deutsche Kultur-Geographie“, in die allesamt kursorische Blicke hineingeworfen werden, müssen als Kronzeugen für die „Bewahrung eines gesamtdeutschen Bewusstseins“ und obendrein für das „Wachhalten des [!] auf Gesamtdeutschland bezogenen Heimatbewusstseins“ herhalten. (mehr …)
  • Installation einer Freisprechanlage. Ein vorläufiger Bericht in elf Briefen

    011.10.2018 Offener Brief: Lieber Dieter Schönecker, geschätzter Kollege, alter Kommilitone, am Philosophischen Seminar der Universität Siegen wird im laufenden Wintersemester folgendes Seminar angeboten: „Denken und Denken lassen. Zur Philosophie und Praxis der Meinungsfreiheit. Organisationseinheit:   Philosophisches Seminar (Verantwortlicher) Kommentar:                 In diesem Seminar geht es um die Philosophie und Praxis der Redefreiheit. Genauer gesagt geht es um die Frage, wie groß die Redefreiheit bei Veranstaltungen sein sollte, die an Universitäten stattfinden. (Es geht nicht um Islamismus, die Flüchtlingskrise usw.) Sollte es Grenzen geben, und wenn, wo liegen diese? Darf man Personen wie Thilo Sarrazin einladen oder wie Marc Jongen (MdB, AfD)? Nach einem Vorgespräch treffen wir uns zu einem ganztägigen Blockseminar, bei dem wir uns mit Auszügen aus Mills „Über die Freiheit“ beschäftigen werden. Ein wesentlicher Teil des Seminars ist eine Vorlesungsreihe, in der auch dezidiert konservative oder rechte Denker teilnehmen werden (u.a. Sarrazin und Jongen).“ (mehr …)
  • Alexandru Dragomir: In der Zeit sein

    Der Essay ist im Januarheft 2019, Merkur # 836, erschienen.

    Ich werde nie den Tag vergessen, an dem ich ihm begegnete. Im Dezember 1985, kurz vor Weihnachten, lud mich Constantin Noica, einer der bekanntesten rumänischen Philosophen, in die Wohnung eines Freundes zu einem privaten Vortrag über Platons Ideen ein.

    »Dragomir wird auch kommen«, sagte er.

    Was ich über ihn wusste, war nicht viel. Nur dass Alexandru Dragomir Noicas Freund und Heideggers Student gewesen war. Damals war ich Vordiplomstudent an der Fakultät in Bukarest und strebte den Abschluss in Philosophie an. Ich glaube, Noica lud mich zu jenem exklusiven Symposium ein, weil ich seinen Rat befolgt und damit begonnen hatte, Altgriechisch zu lernen. (mehr …)

  • Nowosibirsk

    Der Essay ist im Januarheft 2019, Merkur # 836, erschienen.

    An der Tramhaltestelle hockt ein Besoffener in verdreckter Trainingshose und Tarnfarbenparka und steckt den Kopf zwischen die Knie. Es riecht nach Kohlenbrand und Hähnchenfett. Rumpelnd schiebt sich die Straßenbahn durch die Leningradskaya Ulitsa, grau hängt der Himmel über der Stadt. Grau erscheinen mir am Tag meiner Ankunft in Nowosibirsk auch die Menschen, grau die Häuser, grau die klapprigen Autos, die sich ihren Weg über die von Schlaglöchern zerklüftete Straße suchen. Es ist, als habe man die Farbe aus der Welt herausgedreht.

    Vor den Hallen des Oktober-Markts stehen ein paar Gestalten neben einem demolierten Lada und bieten Produkte aus eigenem Anbau zum Verkauf: Brombeeren, Dill und Gurken, Knoblauch, Wurzelgemüse. Das Geschäft läuft nicht gut, und wer nicht aufhört, von einem besseren Leben zu träumen, verspielt sein Geld in einem verrauchten Automatencasino, das mit einer Ansicht von Las Vegas wirbt. Der American Dream ist trotz aller geopolitischen Konfrontation mit den Vereinigten Staaten in Putins Russland populär. McDonalds und KFC, amerikanische Popmusik und Lokale wie die Piwo-Factory mit ihrem Craftbeer-Angebot prägen das Lebensideal der Gegenwart, aber die wenigsten können sich den neuen Überfluss leisten. Der Supermarkt an der Ecke präsentiert auf einer Fototapete eine Frau mit strahlendem Lächeln, die prallgefüllte Einkaufstüten nach Hause trägt. Die Menschen auf der Straße dagegen haben Zahnlücken oder Goldzähne im Mund. Sie kaufen bei den Straßenhändlern, die billige Plastikprodukte aus chinesischer Herstellung unters Volk bringen, Gummistiefel und altmodisch geblümte Hausschuhe. Ärmlich gekleidete Damen mit dünnen, schlechtgefärbten Haaren und Wasser in den Beinen warten an der Haltestelle. Ein Mann im ausgeblichenen Jeansanzug steht breitbeinig auf dem Trottoir, stützt die Hände in die Hüften und unterhält sich mit einem Jugendlichen im Flecktarnmuster. Es sind diese Männer, die früh sterben, weil sie zu viel rauchen, zu viel trinken und zu wenig verdienen. Man versteht, dass sie gegen die Erhöhung des Renteneintrittsalters protestieren.

    Der letzte Ehemann meiner Zimmerwirtin Ekaterina starb im Alter von 59 Jahren, ihr Vater mit 53. Auch ein Vierteljahrhundert nach dem Ende des Kommunismus ist die durchschnittliche Lebenserwartung noch immer zehn Jahre geringer als in Westeuropa. Der Wodka war zu sozialistischen Zeiten ein großer Witwenmacher, und er ist es geblieben. Aber der Alkohol allein sei nicht schuld am frühen Ableben der russischen Männer, meint Ekaterina. »Es liegt auch an den gesellschaftlichen Umständen. Wir haben in nur kurzer Zeit drei Krisen durchgemacht: die chaotischen Jahre unter Jelzin nach dem Zusammenbruch des Kommunismus, dann die Rubel-Krise Ende der neunziger Jahre, schließlich die Finanzkrise. Und heute leiden wir wegen der Krim. In Russland lebt man immer schlecht. Das war im Kommunismus so und ist heute im Kapitalismus nicht anders.«

    Ekaterina, 51, hat es aufgegeben, sich darüber den Kopf zu zerbrechen, aber eine Alarmanlage einbauen lassen, nachdem kürzlich bei ihr eingebrochen wurde. Von der Politik erhofft sie sich nichts, sie schaut keine Nachrichten und liest keine Zeitung. Seit ihre Tochter das Haus verlassen hat, lebt sie allein mit ihrem Dackel und vermietet das ehemalige Kinderzimmer über Airbnb. Mit ihrem Verdienst als Marketingberaterin der italienischen Kosmetikfirma Paese, für die sie per Skype Mitarbeiterschulungen in ganz Russland durchführt, kommt sie einigermaßen über die Runden. Am liebsten jedoch würde sie Russland für immer den Rücken kehren. Ein Jahr lang hat sie mit ihrem zweiten Mann in der Dominikanischen Republik gelebt. Ein Haus am Strand, Palmen und ein warmes Klima ohne Winter sind seitdem ihre Vorstellung vom Glück. Doch irgendwann ging ihr auf der karibischen Trauminsel das Geld aus, sie fand keine Arbeit und musste in ihre russische Heimatstadt zurückkehren.

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    Nowosibirsk ist heute die drittgrößte Stadt Russlands, noch um 1900 hatte die heutige Millionenmetropole lediglich 8000 Einwohner. Der Bahnhof bildete die Keimzelle der Stadt, nachdem die 1889 errichtete Eisenbahnbrücke über den Ob ihr rasantes Wachstums verkehrstechnisch möglich gemacht hatte. Ein Stück der ehemaligen Stahlkonstruktion, die an die (lesen ...)

  • Herr Grzesiek und mein Großvater

    Der Essay ist im Januarheft 2019, Merkur # 836, erschienen.

    »Hätten die Amerikaner ihre Atombombe doch einfach auf Deutschland geworfen, dann wäre Ruhe gewesen«, sagt Herr Grzesiek und fügt hinzu: »Damals, 1940, habe ich mit eigenen Augen gesehen, wie in Praga, am anderen Ufer der Weichsel, ein Deutscher in einer grauen Uniform ein jüdisches Mädchen erschoss. Einfach so. Am helllichten Tage. Mitten auf der Straße. Vor aller Augen.« Pan Grzesiek war als Jugendlicher Zwangsarbeiter bei der Eisenbahn. Die Stadt, in der er aufwuchs, gibt es nicht mehr, weil die deutschen Besatzer im Spätsommer 1944 nach der Niederschlagung des Aufstands Haus für Haus in Brand gesetzt hatten. Jetzt sitzt Herr Grzesiek auf dem Balkon eines Warschauer Hauses, das nur stehengeblieben ist, weil es ganz am Rand der Stadt gebaut wurde. Unwirsch erzählt er vom Krieg. Jetzt fragt er, woher ich komme. Ich erzähle von meinem Großvater Heinz, der drei Jahre früher als er zur Welt gekommen war und sich als Siebzehnjähriger noch kurz vor Kriegsende freiwillig zur Wehrmacht gemeldet hatte. Er lebt in Görlitz in einer Drei-Zimmer-Wohnung mit Gasetagenheizung, Raufasertapete an allen Wänden und meiner Großmutter, die sich rund um die Uhr um ihn kümmert. Herr Grzesiek lebt allein in einem Zimmer, die Wände wurden vor einigen Jahrzehnten das letzte Mal gekalkt. Die letzten Nachbarn in dem Haus, das von der Stadt verwaltet wird, zogen schon vor Monaten aus.

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    2017 gehört die Erinnerung an den Krieg zum Warschauer Alltag. Sie ist omnipräsent, aber nicht weiter auffällig. Deshalb bin ich überrascht, als ich im Frühjahr großformatige Plakate einer »Bewegung für politische Hygiene« im Zentrum entdecke. Der Grafiker hatte den Metallbogen des Tors zum Stammlager von Auschwitz mit dem Spruch »Reparationen machen frei« überschrieben. Ein Foto von ausgemergelten Lagerinsassen ist mit einem schwarz-rot-goldenen Stempel versehen: Made in Germany. Ich empfinde das als Provokation, gehe aber der Sache nicht weiter nach. Doch als Jarosław Kaczyński in einem Interview mit Radio Maryja verkündet, die Deutschen hätten ihre Kriegsschuld nicht beglichen, wird klar: Es hat sich etwas verändert, und die Plakate waren nur die visuellen Vorboten. Nach über zwei Jahrzehnten von Versöhnungsinitiativen und dem beiderseitigen Ringen um Verständigung hatte sich eine neue Normalität des Austauschs eingestellt. Doch hatten sich wirklich alle in dieser neuen Qualität von Nachbarschaft wiedergefunden? Die Regierung der Partei »Recht und Gerechtigkeit« hält diese Normalität für eine Folge geschickter deutscher Politik und setzt gezielt auf Konfrontation, auf rigoroses Einfordern und auch auf Diffamierung. Dabei geht es nicht um den Auftakt zum Gespräch mit der deutschen Seite. Die Adressaten dieser Politik sind die Wähler der PiS in Polen, denn sie bekämen es zu spüren, wenn Polen ab 2020 weniger EU-Subventionen erhielte.

    2016 hatte sich die antiwestliche Rhetorik noch gegen Brüssel und damit indirekt auch gegen eine deutsche Dominanz in der Europäischen Union gerichtet. Ab dem Sommer 2017 wenden sich Kaczyński und sein damaliger Außenminister offen gegen Deutschland. Sie stellen die rechtliche Konstruktion der Nachkriegsordnung in Frage, die seit dem Abkommen von Potsdam stets auf eine Friedenskonferenz in der Zukunft verwies. Das offizielle Polen sieht Deutschland nicht mehr als starken Verbündeten. PiS-nahe Medien stellen es seither systematisch als feindselig und antipolnisch dar. Das Staatsfernsehen bezeichnet die deutsche »Flüchtlings- und Multikultipolitik« als Geheimwaffe, mit der Berlin gezielt das Ende des Abendlands einleiten will. Zu den anderen Dauervorwürfen gehört, dass der deutsche Staat polnische Kinder germanisiere, wenn das Jugendamt in der Ortschaft X in einem Sorgerechtstreit im Sinne des deutschen Elternteils entscheidet. Außerdem setze sich Deutschland systematisch über den Willen der kleineren Staaten innerhalb der EU hinweg. Und es befördere das, was in Polen »Ideologia Gender« heißt – die Abwendung von einem traditionellen, patriarchalischen Familienbild, in dem Frauen vor allem für die Geburt von Kindern und ihre Aufzucht zuständig sind und Homosexualität als Problem dargestellt wird.

    Das Wort der Stunde ist »Podmiotowość« – die Fähigkeit, Entscheidungen eigenständig umzusetzen. Seine fortwährende Verwendung unterstellt, (lesen ...)

  • zweihändige variationen (nach Robert Hertz)

    Der Essay ist im Januarheft 2019, Merkur # 836, erschienen.

    »der unterschied zwischen dem guten und dem bösen, der lange zeit gleichbedeutend war mit dem gegensatz zwischen rechts und links, wird sich nicht aus unserem bewusstsein vertreiben lassen bis zu dem tag, an dem die zweite hand die herausforderung annimmt und zuweilen sogar die rechte hand ersetzen kann. wenn die beschränkungen eines mythischen ideals über die jahrhunderte aus dem menschen ein einseitiges und verstümmeltes wesen machen konnten, wird sich eine freiere und vorausblickende gesellschaft anstrengen, auf bessere weise die energien zu erschließen, die in der linken hand und der rechten großhirnrinde schlummern, und durch entsprechende übungen eine harmonischere entwicklung des organismus sicherstellen.« (mehr …)