• Korrektur

    Fehler zu machen ist doof. Fehler zu übersehen ist auch doof. Aber besonders ärgerlich ist es, wenn man etwas, das der Autor richtig gemacht hat, falsch korrigiert. Bei uns werden alle in einem Text genannten AutorInnennamen gegengecheckt. Vieles, was falsch war, machen wir richtig. Aber diesmal haben wir es geschafft, den von Carlos Spoerhase in seinem Essay zu den Autosoziobiografien korrekt geschriebenen Namen der Autorin Chantal Jaquet (immerhin konsequent in allen Fällen) in ein inkorrektes Chantal Jacquet zu verändern. Große Entschuldigung an alle: die LeserInnen, an Chantal Jaquet und an Carlos Spoerhase! Das geht auf unsere Kappe. Wir werden es in der PDF-Version im Volltextarchiv korrigieren.
  • Unsere unkultivierte Gegenwart. Zur Unterscheidung gepflegter und ungepflegter Semantik (Hohe Kultur 6)

    Teil 6 der Serie von Merkur-Blog und pop-zeitschrift.de (eins / zwei / drei / vier / fünf) Zum Nikolaus 1988 haben mir meine Eltern ein Buch von Niklas Luhmann geschenkt: „Gesellschaftsstruktur und Semantik. Studien zur Wissenssoziologie der modernen Gesellschaft. Band 1“ – passenderweise, denn Niklas und Niels sind Kurzformen des unter Heiligen und Päpsten verbreiteten Namens, gelesen habe ich es auch, Systemtheorie war ausgesprochen hip an der Ruhr-Universität Bochum in diesen Zeiten, und es gab Wissenschaftler von Rang, die den Begriff ‚Diskurs‘ in ihren Manuskripten gegen ‚System‘ austauschten. Beeindruckend an diesem Buch ist für mich nach wie vor die Radikalität, mit der die Vergangenheit in die Gegenwart und die Gesellschaft in das eigene Erleben und Handeln geholt wurde. (mehr …)
  • Streamen, Floaten, Driften. Prosanova-Rumhängen

    Aber geht doch erstmal aufs Gelände, guckt euch bisschen um, trinkt was. Ja ok. Umgucken als Umweg. Wenn ich noch nicht genug dazugehöre, wenn sich das mit dem Ticket erst noch regeln muss, gehe ich eben erstmal durch diesen Raum. Die Form „Festival“ zeichnet sich durch die schöne Struktur aus, dass der Ort, der sie selbst sein möchte, jedes Mal wieder neu erschaffen werden will. Wenn dann mit jeder Ausgabe ein neues Team sich dieser Definitionsmacht bedient, lässt sich das user-friendly als Behauptung lesen: Das hier ist es jetzt, so müsste das gedacht sein. Das gehört dazu und alles andere eben nicht. (mehr …)
  • 1000 kritische Bierbongs starren dich an

    Vom 8. bis zum 11. Juni fand das PROSANOVA-Festival 2017 in Hildesheim statt.

    Ein fiktiver Vorbericht

    Klatsch! Klatsch! Das sind Hände! Applaudierende Hände! Sie gehören zu einem Schriftsteller, zu Sascha Macht. Er guckt sie an, alle gucken sie an. Denn nur Macht klatscht in diesem Moment, und das wie ein Klatsch-Enthusiast, wie das schnellste Metronom der Welt, wie ein Tanzderwisch, der nach zwölf Stunden rechtsdrehendem Tanz in genau dieser Sekunde mit dem Linksdrehen beginnt. Die Dichterhaare fallen Macht ins Gesicht, Schreibschulschweiß rinnt ihm die Rembrandtstirn hinunter, die Hände zucken kolibrihaft hin und her – Macht klatscht in diesem Urmoment des Literaturfestivals so frenetisch, dass jeder im Raum an andere große Augenblicke der deutschsprachigen Literaturgeschichte denken muss: den Moment, in dem Paul Celan nach seiner halb gesungenen Lesung in Niendorf hinüber zum militärisch aufrecht dasitzenden Hans Werner Richter blickt; (mehr …)
  • Gleichheitsschutz für die Mehrheit. Das Verfassungsrecht und die Rückkehr der sozialen Frage

  • Pop und Politik (mit Trump und Beyoncé). Popkolumne

  • Der alte Karl Marx

    Wie Sie wirklich zu Marx stehen, das zeigt sich in Ihrem Verhältnis zum Kapital. Auf den jungen Marx kann sich jeder berufen; er ist, so wird gesagt, kämpferisch, leidenschaftlich und humanistisch, philosophisch, politisch und romantisch. Genau aus diesem Grund, so konnte schon Alfred Schmidt in seiner Dissertation Der Begriff der Natur in der Lehre von Karl Marx von 1962 süffisant feststellen, ist der junge Marx auch zum Lieblingsautor der evangelischen Akademien avanciert.
  • Zwischen Hölle und Hygge. Ein wenig Leben

    Ende Januar 2017 ist mit Hanya Yanagiharas Ein wenig Leben ein weiterer amerikanischer Roman-Meteorit in den Acker des deutschen literarischen Felds eingeschlagen. Die in der Übersetzung auf 960 Seiten ausgebreitete Leidensgeschichte eines schon in früher Kindheit brutal missbrauchten New Yorker Staranwalts hat auch hier einen Krater hinterlassen, der sich schnell mit den Tränen überwältigter Leserinnen und Leser füllte.
  • The Man Who Would Be King. Die Rückkehr der Alten Welt in der Neuen

  • Heimat der Tauben