• Streamen, Floaten, Driften. Prosanova-Rumhängen

    Aber geht doch erstmal aufs Gelände, guckt euch bisschen um, trinkt was. Ja ok. Umgucken als Umweg. Wenn ich noch nicht genug dazugehöre, wenn sich das mit dem Ticket erst noch regeln muss, gehe ich eben erstmal durch diesen Raum. Die Form „Festival“ zeichnet sich durch die schöne Struktur aus, dass der Ort, der sie selbst sein möchte, jedes Mal wieder neu erschaffen werden will. Wenn dann mit jeder Ausgabe ein neues Team sich dieser Definitionsmacht bedient, lässt sich das user-friendly als Behauptung lesen: Das hier ist es jetzt, so müsste das gedacht sein. Das gehört dazu und alles andere eben nicht. (mehr …)
  • Schwache Texte. Ingeborg-Bachmann-Preis 2016

  • Klagenfurt, Tag 3, 4: Durch sein, fertig werden

    Dass es Sharon Dodua Otoo ist, die Bachmannpreisplastik und -geld mitnehmen darf, das ist ein gutes Staffelfinale! Dass nach drei Tagen Zuhören, Mitdenken, Diskutieren sich wenigstens für die Gewinner*innen wirklich etwas tut, vielleicht, das ist am wenigsten schlimm. Also an dieser Stelle jetzt kein Sinn-Narrativ aufmachen und erklären, für wen oder was Otoo gewonnen hat oder was ihr Sieg repräsentiert. Sie hat jetzt hoffentlich ein, zwei Möglichkeiten mehr, zu machen, was sie will. (mehr …)
  • Klagenfurt, Tag 2: Simulieren

    Ihr wusstet es alle besser, ihr wusstet es längst durch jahrelanges Livestream-Training. Ja. Und wir wollten ja *wirklich* nicht kritische Kritik performen, aber jetzt wollen wir *wirklich* wissen, was hier los ist! Wie machst du das, Klagenfurt, du gut, so gut "klappender" Text, dass hier wirklich nichts passiert? Dass du dich so verschließt, dass ich dich gern anschaue, aber dann will ich mit dir reden und dann merk ich, Zukunft, oder auch nur Gegenwart, also unser Nebeneinandersein, das ist einfach gar keine Kategorie für dich. (mehr …)
  • Klagenfurt, Tag 1: Rausgehen

    Rausgehen. Nach Klagenfurt fahren. Ein fiebriges Kind bei den anderen zuständigen Sorgearbeiter*innen lassen oder eher: in Form von schlechtem Gewissen mitnehmen. Beim nächtlichen Vier-Stunden-Aufenthalt in Salzburg wieder merken, dass es auch Zugfahrten jenseits der Strecke München-Berlin gibt, dass es also Kilometer gibt, obwohl es zum selben historischen Zeitpunkt auch Internet gibt. So sind wir hierher gekommen, das ist das schwache Wir, das hier postet. "Am Rande der Erschöpfung weiter", so ist Reinhard Baumgarts Klagenfurt-Bericht für den Merkur von 1980 überschrieben. (mehr …)
  • Wale und Wolken, Gott und Google

    „Wir können niemals scheiden, was Wetter und was Götter sind.“ Mit diesem Satz Friedrich Kittlers markiert John Durham Peters in The Marvelous Clouds die Horizonte, vor denen dieses Buch das Drama der Medienwissenschaft im 21. Jahrhundert aufzieht. Dass die Natur und das Göttliche zusammenfallen, dieser Gedanke ist der antiken Vorstellungswelt entlehnt. Sie sind das, von dem Menschen nur dann etwas wissen können, wenn sie es sichtbar machen und dem sie ansonsten hilflos ausgeliefert sind. Um aus Göttern und Wetter mehr zu machen als bloßes Geschehen, braucht es Medien. Götter sprechen durch brennende Dornbüsche, Orakel und heilige Schriften; das Wetter im Gemessenen und Beobachteten, in Wolkenformationen, Luftdruck und -feuchtigkeit. (mehr …)