Video: Gustav Seibt im Gespräch | Zweite Lesung

Gustav Seibt empfiehlt zur zweiten Lesung den dreiteiligen Text „Unschuld an die Macht! Eine politische Typologie“ von Karl Heinz Bohrer aus den Jahren 1984/85. Ein Gespräch mit den Herausgebern Christian Demand und Ekkehard Knörer über Zombies, gute Hirten und die Bundesrepublik der 80er Jahre.

Gustav Seibt ist Essayist, Literaturkritiker und Autor zahlreicher Sachbücher. Seit 2001 schreibt er für die Süddeutsche Zeitung, im Merkur hat er erstmals 1987 publiziert. Seine Lese-Empfehlung:


Karl Heinz Bohrer

Die Unschuld an die Macht! Eine politische Typologie
Merkur, Nr. 425/427/431, 1984/85

 

  1. Folge: Die Schaden vom Volke wenden (…lesen)
  2. Folge: Die Zombies (…lesen)
  3. Folge: Die guten Hirten (…lesen)

 

Das digitale MERKUR-Archiv ist eine Schatzkammer mit über 11000 Texten, die seit der Gründung der Zeitschrift 1947 veröffentlicht wurden. Seit über 70 Jahren schreiben hier die wichtigen Autoren und Intellektuellen zu den Themen der Zeit, treffen die interessantesten Positionen und überzeugendsten Argumente aufeinander. In der Video-Interviewreihe Zweite Lesung laden die Herausgeber Christian Demand und Ekkehard Knörer Autoren, Freunde und Wegbegleiter der Zeitschrift ein, mit ihnen über MERKUR-Texte zu sprechen, die ihnen besonders in Erinnerung geblieben sind – und die es sich lohnt, für eine zweite Lesung zur Hand zu nehmen.

 


2 Kommentare

  1. Reiner Girstl sagt:

    Karl Heinz Bohrer ist einer der interessantesten Denker dieses Landes, nur man sollte mal seine Bücher lesen sonst weis man das nicht. Ich habe lange Zeit Bohrer nicht gelesen, weil ich nur die Diskussion kannte, die von Rationalismusvertretern und Linken gegen ihn geführt wurde. Durch Zufall laß ich „Jetzt“ und ich dachte nur endlich mal einer der etwas versteht von dem was ich Denke, freie Ideenfindung, keine Schranken im Denken, die Ideen fließen lassen, das war es. Ich lass andere Bücher von ihm, mit Romantik und T. S, Eliot, Pound sowie Nietzsche, die Ideen von Bohrer beeindrucken keine Frage, aber für die Gedankenpolizei ist das zu viel. Die Gedankenpolizei hat Probleme mit Gefühlen, mit der Romantik und allem anderen was einer absolut gesetzten Vernunft widerspricht. Das Merkwürdige dabei ist der Papst der neuen Vernunftlehre in Deutschland war einst selbst Schüler der Kritiker der „Instrumentalisierten Vernunft“ um dieses beschränkte Element der Wirklichkeitsbeschreibung mit dem Sprung zu Max Weber zurück zu holen. Mir ist jedenfalls Bohrer lieber, verständlicher und näher, als ein groß Philosoph der Vernunft.

  2. Reiner Girstl sagt:

    Wenn man „Granatsplitter“ von Karl Heinz Bohrer liest, wird es noch viel deutlicher, als wenn man „Jetzt“ liest, mit wem es hier zu tun hat. Man hat es mit einem der wenigen Menschen zu tun, die letztlich den Vormärz Liberalismus in Deutschland, auch heute noch vertreten und dessen Familie nicht zu den Deutschland einig Vaterland Liberalen der Bismarck Zeit wurden. Es ist ein Liberalismus der heute nahezu verschwunden ist, den Lisa Herzog wieder zu beleben versucht oder dessen Geist auch Dahrendorf geatmet hat. Aus diesem Geist heraus ergibt sich die besondere Unabhängigkeit von Bohrer im Denken. Die schlimmste Katastrophe war das abgleiten der 68 Freiheitsideen in orthodoxen Marxismus. Aus diesem Geist wurden dann viele Grüne neugeboren, als Menschen die meinen man könne Freiheit durch Verbotsgesetze schaffen und Freiheit wäre es, wenn es ihnen persönlich gut geht. Dazu wird Freiheit als ein riesiger Schutz von Minderheiten Freiheiten definiert, aber alles ist eingebettet in einen riesigen Überwachungs- und Verbotsstaat, der immer Autoritärer wird und das Individuum vollkommen beherrschen will.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Die Checkbox für die Zustimmung zur Speicherung ist nach DSGVO zwingend.

Ich akzeptiere