Dezemberheft in der SZ

In der SZ von heute kommentiert Burkhard Müller (leider nicht online) unter der Überschrift „Frauen willkommen“ das Dezemberheft. Er kritisiert vor allem eine Formulierung in unserem Blogpost „In eigener Sache“:

Denn der Merkur hätte sehr gerne „auch jene hervorragenden Autorinnen, deren Texte nur ein Gewinn für uns und die Leserinnen und Leser sein können‘. Der Haken steckt im unscheinbaren Wörtlein ‚auch‘. Die Figur dieses ‚auch‘ soll Gleichrangigkeit und Augenhöhe proklamieren, kommt aber, ihrem Wesen entsprechend, notwendig als Nachklapp und Reservebank daher.

Es folgen Verweise auf 1. Mose, 23 („Man wird sie Männin nennen, weil sie vom Manne genommen ist“) und Simone de Beauvoirs Das andere Geschlecht. Der Punkt bleibt derselbe: Indem man Frauen explizit adressiert, adressiert man sie schon als „das andere“. Das ist zweifellos so, nur dass, wer nichts adressiert, eben auch wenig an der bekannten Schieflage ändert. Das sieht Müller allerdings ähnlich:

Denkt man darüber nach, so kann der Merkur aus diesem Dilemma gar nicht herauskommen. Auf die Normalität weiblichen Daseins und Schreibens vermag er nur hinzuweisen, indem er sie als Spezialfall darbietet… Doch hätte der Merkur seine Aktion unterlassen, bekäme er zweifellos den Tadel zu hören, er setze die Autorinnen einer feindlichen Wildbahn aus. Es hilft nichts: Wie er es auch macht, er muss damit rechnen, dass man ihm Ungerechtigkeit vorwirft.


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