16. bayreuther dialoge – Wandel werten, Werte wandeln

Am 26. und 27. Oktober finden die 16. bayreuther dialoge statt. Die von Philosophy und Economics-Studierenden der Universität Bayreuth organisierte Konferenz schafft eine offene Plattform, um relevante Entwicklung der Zeit im unmittelbaren Dialog zu verhandeln. Dabei werden Referierende aus unterschiedlichsten Fach- und Lebensbereichen eingeladen, um einen produktiven und zukunftsorientierten Diskus zu fördern. In diesem Jahr stehen die bayreuther dialoge ganz unter der Frage: „Neue Ethik?“

Als Kooperationspartner versorgen wir auch dieses Jahr wieder alle Teilnehmenden mit aktuellen Merkur-Ausgaben. Ein weiterer guter Grund, die Konferenz zu besuchen.

Programm und Tickets unter: bayreuther-dialoge.de


1 Kommentare

  1. Reiner Girstl sagt:

    Persönlich finde ich es ja sehr gut, dass eine Konferenz zum Thema neue Ethik erfolgt, aber es stellt sich die Frage, warum man das überhaupt braucht.
    In Deutschland war der letzte große Ethiker Kant und das letzte innovative Buch zu Ethik auf Deutsch ist „Prinzip Verantwortung“ von Hans Jonas, dieses Buch feiert im Prinzip mit Friday for Future sowas wie seine Auferstehung, was man aber sehen muss , ist obwohl das Buch ein Megaseller der 80 Jahre war, haben auch die Leser des Buches weiter gelebt, als ob wir noch zwei Erden hätten.
    Als Medizinethiker zum Thema Hirntod ist Jonas bis heute Interessant
    Die New Ökonomie Krise von 2001 und die Finanzkrise von 2008 haben gezeigt, in was für einer Gesellschaft wir wirklich leben, einer ohne Ethik, diese Krisen waren jeweils nur möglich, durch die Manipulation des Rechnungswesens, es wurden Spielräume der Bilanzierung zugelassen, die das erst ermöglichten, im Vorfeld dieser Krisen wurde die deutsche Rechnungslegung nach dem HGB als gestrig beschrieben und die Ansätze der US – GAAP und IFRS als zeitgemäßer und besser dargestellt, insbesondere wegen ihrer innovativen Ansätze der Eigenkapitalabbildung und der Verschleierung von Schulden im Rahmen von Zweckgesellschaften. Der Skandal um Enron im Jahr 2001 war da schon sehr innovativ, im Jahr 2008 waren es dann die Zweckgesellschaften in Irland.
    Das ganze wurde möglich durch Standard Boards im Rahmen der oben genannten Rechnungslegung Vorschriften, Standard Boards sind eine gute Idee, solange ehrliche Kaufleute in diesen sitzen, ansonsten öffnen sie wie es die Praxis gezeigt hat der Manipulation Tür und Tor.
    Um das Thema Ökonomie abzuschließen, noch ein Verweis auf das St. Gallener Management Model mit seinem systemischen Ansatz, dieses stellt darauf ab, das man sich an Recht und Gesetz hält, wie es damit beschaffen ist, zeigt die Struktur der europäischen Steueroasen mit Modellen wie Doppel Dutch oder Finanzclearingcentern in Irland oder Belgien. Höhepunkt des Ganzen ist die Affäre um Cum /Ex wozu drei deutsche Finanzminister sagen, es wäre ganz schwierig gewesen das zeitnah zu lösen. Fredmund Malik hat sich in diesem Rahmen auch immer wieder zu Ethik und Führungskräften geäußert.
    Letztlich kann es nicht sein, das Menschen auf der einen Seite Staatsbürger sind und an einer demokratischen Gesellschaft teilnehmen, auf der anderen Seite als Manager ständig die Löcher suchen wie sie die moralisch gegebene Ordnung durchbrechen können, das ist die Schizophrenie von Manager und Staatsbürger. Colin Crouch hat ja in seinem Buch die bezifferte Welt die Sinnlosigkeit des Messens und des Zertifizierens dargestellt. Das seinen praktischen Beweis durch das Diesel Gate erlebt hat, auch das ist ein Missbrauch des öffentlichen Vertrauens, sowie der Nachweis das es unsinnig ist Grenzwerte zu erfinden, die an den Gesetzten der Physik scheitern müssen.
    Ganz anders ist es in den USA, die im 20. Jahrhundert und bis heute eine Vielzahl von Moralphilosophen hervorgebracht haben, mit Hare und Dworkin oder auch Michael Sandel, aber vor allem Rawls und seine Schüler, von denen Martha Nussbaum mit ihren Ansatz was Frauen, Menschen mit Behinderung und Kinder angeht heraus ragt und natürlich der aus Deutschland stammende Thomas W. Pogge mit, „World Poverty and Human Rights“ hat er eine weltweite Diskussion angestoßen hat, die nur in Deutschland nicht ankam. In Deutschland ergeht man sich lieber in zynischen Diskussionen über Bemessungssätze im SGB II (Hartz IV), die letztlich auf der Grundlage eines missbrauchten Target Costing Ansatz berechnet werden. Oder aber der zynischen Umsetzung der Menschenrechts Konvention der UNO für Menschen mit Behinderung im Rahmen des Bundesteilhabegesetz (BTHG), wenn Sie Ethik praktisch diskutieren wollen, dann müssen Sie sich den Geist des BTHG anschauen.
    Zum Kreis der amerikanischen Ethiker gehört auch der Ökonom Amartya Sen, dieser hat die Unsinnigkeit der Chicagoer Schule ja schon immer kritisiert, aber man kann die Welt auch aus dem Blickwinkel der Agent / Prinzipal Theorie anschauen, einer Äußersten Misstrauens Kultur. Soziales Vertrauen ist das höchste Kapital unserer Gesellschaft, den institutionellen Rahmen kann man ganz anders, aber auch interessant mit den Augen von John Searle anschauen, aber wenn er aufgelöst ist, braucht man Aktenordner dicke Verträge, die aber noch immer keine dinglichen sicherungsrechte beinhalten.

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