• Ortsbesuch in Hambach

    »Kennst Du den Hambacher Forst, war das nicht der Ort, an dem Du Rettungsgrabungen gemacht hast?« Dies schrieb ich kurz vor meiner Fahrt in das rheinische Braunkohlerevier einem befreundeten Archäologen, Klaus Hilbert, der heute in Brasilien lehrt. Klaus antwortete sogleich, sandte sogar Fotos von der damaligen Grabung. »Das war Ende der 1970er Jahre. Wir haben die Erdschichten damals Zentimeter für Zentimeter abgezogen, teilweise mithilfe von Baggern, die das ganz vorsichtig abkratzen, zum Teil aber auch mit Maurerkellen von Hand.« Die Archäologen waren fündig geworden, unter anderem entdeckte man das Grab eines römischen Legionärs, der vor rund 1700 Jahren dort beerdigt wurde. Von ihm war nur ein Schatten übriggeblieben, mit wenigen Habseligkeiten und seinem Hund hatte man ihn begraben. »Carpe diem, denk an den Legionär« hatte die Mail von Klaus geendet. (mehr …)

  • Umweltforschung im Anthropozän. Warum Interdisziplinarität unerlässlich ist

    Helmut Schelskys Motiv für die Gründung des Zentrums für interdisziplinäre Forschung (ZiF) in Bielefeld liest sich auch heute noch aktuell. In einer Denkschrift formulierte er Anfang der 1970er Jahre, die »Re-Integration der sich spezialisierenden Wissenschaften zu einer Zusammenarbeit der verschiedenen Disziplinen« sei eine zentrale Zukunftsaufgabe.1 An eine Einheitswissenschaft dachte er dabei nicht, wohl aber an projektgebundene Kooperation. (mehr …)

  • Am Ende des Zwei-Grad-Ziels. Für ein neues Denken im Klimadiskurs

    Der Wunsch zu helfen ist in der Klimaforschung nicht weniger drängend, als es der Wunsch des Arztes ist, lebensbedrohliche Erkrankungen zu heilen: Man will den menschengemachten Klimawandel begrenzen, weil seine weitere ungehinderte Entfaltung katastrophale Auswirkungen hat. Dafür gibt es einen klaren quantitativen Fahrplan, das Zwei-Grad-Ziel, das die Klimapolitik konkreter macht. Doch ist dieses Ziel mehr als Wunschdenken? Auch der Klimadiskurs ist nicht frei von technozentrischem Denken, das trotz aller Rationalität eher von Wünschen und Affekten, weniger aber vom Kontakt mit Tatsachen getrieben ist. (mehr …)

  • Im Funktionskreis des Feindes. Über die Angst der Tiere im Anthropozän

  • Pie in the Sky – Wider den umweltpolitischen Utopismus

  • Ökologie und Philoxenie