Jetzt im Netz

„Das Urheberrecht ist als Verhaltensrecht für den Bürger viel zu komplex. Es scheint undenkbar, es so zu vereinfachen, dass es zu einer Art Straßenverkehrsordnung des Internets wird. Will man die für alle Beteiligten untragbare Situation ändern, in der das Recht massenhaft verletzt wird und tagtäglich Millionen von Nutzungen ohne jegliche Vergütung für Künstler und Kreativunternehmen vorgenommen werden, bedarf es eines grundlegend überarbeiteten Regelungsansatzes.“

Der Jurist Till Kreutzer über die Unhaltbarkeit des aktuellen Urheberrechts (Netzpolitik.org)

„Galaxie 500’s ‚Tugboat‘ was played 7,800 times on Pandora in the first quarter of 2012, for which its three songwriters were paid a collective total of 21 cents, or seven cents each.“

Der Musiker Damon Krukowski erläutert auf Heller und Pfennig, warum die aktuellen Streamingmodelle à la Pandora und Spotify für den normalsterblichen Künstler kaum mehr bringen als die illegalen Verbreitungsversionen (Pitchfork)

„Man kann den nun etwas abflauenden Überraschungserfolg der Piratenpartei als einen Beleg dafür werten, dass sich alle Beteiligten noch einmal mit Lust vorgestellt haben, man könne Macht ausüben, ohne über jemanden zu herrschen. Das ist eine der großen Illusionen der Moderne schlechthin: dass sich immer dann, wenn die Vernunft einer Sache deutlich wird, wie zum Beispiel der ökologische Umbau der Gesellschaft oder die Reform des Urheberrechts, der Widerstand gegen sie von selbst erledigt. “

Der Soziologe Dirk Baecker (Merkur) über die Piraten, bzw. über das Dilemma, in das die Piraten nicht als erste geraten (Freitag)

„Aus Mies van der Rohes ursprünglich großartigen Hochhaus-Entwürfen wurden seit den 1960er Jahren gesichts- und einfallslose Kisten. Als das Bedürfnis der Nutzer nach mehr Komfort, mehr Licht und besserer Klimatisierung wuchs, hat man nicht mit Innovationen reagiert, sondern einfach die Steckdosen nur noch größer, den Schlauch, durch den das Öl ins Gebäude gepumpt wurde, noch dicker gemacht und die Klimaanlage oben aufs Gebäude gesetzt.“

Der Hochhausarchitekt Christoph Ingenhoven erklärt im Interview, wie man’s nicht und wie man’s besser macht (Welt)

„The bottom line, for Katz, is that ’neighborhoods profoundly matter.‘ The Harvard economist, principal investigator of the program’s long-term study, says ‚the difference between living in a very poor neighborhood and a moderately middle-class neighborhood is as large as doubling your income in terms of happiness and well-being.'“

Marc Perry gibt eine Übersicht über aktuelle US-Forschung zum Leben in Ghettos (Chronicle of Higher Education)

„Um sich die Brisanz von Granovetters Thesen klar zu machen, muss man wissen, dass er zu einer Zeit forscht und arbeitet, da sich die empirische Sozialforschung – wenn auch uneingestanden – von einem humanistisch geprägten Menschenbild leiten lässt. Die stillschweigende Annahme eines Subjekts, das sich seiner Motivationen und Handlungsziele bewusst ist, zeigt sich besonders deutlich in der Rational Choice Theory, gegen die sich die frühen Netzwerktheoretiker wenden.“

Nacim Ghanbari (Merkur) über ältere Theoriebildung zu „sozialen Netzwerken“ (ORF Science)

Film: Jetzt komplett (so weit erhalten) online – The White Shadow, ein Stummfilm von 1924, an dem Alfred Hitchcock nicht als Regisseur (das war Graham Cutts), aber doch als Regieassistent, Set Designer, Schnittmeister und Drehbuchautor beteiligt war. (Filmpreservation.org)

 


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