Sommeraktion: Lesen Sie den Merkur gratis in Ihrem Lieblingscafé

Nach dem großen Anklang im letzten Jahr möchten wir auch diesen Sommer wieder zehn Merkur-Jahresabos an die Lieblingscafés unserer Leserinnen und Leser verschenken. Helfen Sie uns, die schönsten Lese-Cafés zu finden. Schreiben Sie uns in die Kommentare, wo Sie gerne lesen und warum der Merkur da nicht fehlen darf. Wir freuen uns auf Ihre Vorschläge.


5 Kommentare

  1. Christoph Engemann sagt:

    Ich nominiere das Cafe Espera in der Sonneallee Berlin-Neukölln. Geführt von einer Deutsch-Türkin ist es eines der wenigen Cafes in Neukölln indem sich Gäste verschiedenster Kulturen begegnen, miteinander essen und trinken. Das Cafe hat verschiedene Tageszeitungen und Magazine abonniert, die auch angenommen werden. Der Merkur wäre hier eine schöne Ergänzung,

  2. Felix sagt:

    Ich lese den Merkur seit bald 50 Jahren; in der Düsseldorfer UB. Seit über zwei Jahren bin bin ich stolzer Abonnent der online-Ausgabe.

    Ich kann leider kein Café vorschlagen, in dem „der Merkur nicht fehlen darf“.

    1. Das Café Bazzar in Düsseldorf
    Ich sitze oft im Café Bazzar, treffe mich dort mit Freunden zum Plausch, und wir diskutieren über „Gott und die Welt“. Das Cafe befindet sich im Wilhelm-Marx-Haus in der Heinrich-Heine-Allee im Herzen von Düsseldorf, zwischen Königsallee und Altstadt; ein Treffpunkt für „die Jungen, die Schönen und die Reichen“.
    Dieses Café soll ein Ort sein, an dem sich Menschen treffen, ihren Kaffee genießen (der wirklich sehr gut ist) und miteinander ins Gespräch kommen. Es soll eine Begegnungsstätte von gestressten Düsseldorfern sein, die bei Kaffee, Kuchen und diversen Snacks dem grauen Alltag entfliehen und Unterhaltung wollen. Hier wird das In-der-Welt-sein in seiner Alltäglichkeit und Durchschnittlichkeit sichtbar, denn hier regiert das Man, das hier in der Weise der Uneigentlichkeit und der Unselbständigkeit Regie führt; hier waltet das Gerede.
    Einsame Wölfe können auch in die ausgelegten Zeitungen einen Blick werfen, als da wären die Rheinische Post, der Düsseldorfer Express und die Bild. Nein, ich scherze nicht, ich beschreibe nur die Wirklichkeit dieses Cafés. Das Lesen und Schmökern von Zeit und Spiegel, Cicero, The European und der Achse des Guten, der Feuilletons von FAZ, Süddeutsche und NZZ ist hier nicht vorgesehen. Der Merkur wäre in diesem Café völlig fehl am Platze.

    https://bazzar.de/gastronomie/#stammhaus

    2. Roemer und Wein – Weinstube Eckernförde
    Ab dem späten Nachmittag sitze ich gerne in diesem kleinen romantischen Weinlokal in Eckernförde; einem Ostseebad mit mediterranem Charme. Hier fühlt sich bürgerliches Publikum zu Hause, wie Lehrer der örtlichen Schulen, Ärzte und Pflegepersonal des Krankenhauses, pensionierte Offiziere mit ihren Frauen (Eckernförde war einst ein großer BW-Standort), selbständige Gewerbetreibende, Rentnerehepaare.
    Nein, auch hier wäre die ‚deutsche Zeitschrift für europäisches Denken‘ deplatziert. Sie fände keine Beachtung und verstaubte in irgendeiner Ecke dieser Weinstube.

    https://www.roemerundwein.de/

    3. Der Merkur, seine Texte und seine Leser
    Verehrte Redaktion des Merkur, bitte beachten Sie, Ihre Zeitschrift stellt an die Rezipienten beträchtliche intellektuelle Anforderungen. Ein angemessenes Verstehen der Merkurtexte bedingt hohe bildungsmäßige Voraussetzungen, dazu Zeit, Muße, Konzentration, Interesse, aber auch so etwas wie Leselust am anspruchsvollen Text, Freude am intellektuell-geistigen Zugewinn.
    Ich behaupte jetzt einmal, daß etliche dieser Eigenschaften und Fähigkeiten, über die ein Merkurleser verfügen muß, vielen potentiellen Lesern – auch solchen mit einem geistes- und sozialwissenschaftlichem Studium – in den letzten gut zwanzig, fünfundzwanzig Jahren abhanden gekommen sind.
    In Zeiten von Emails und Kurznachrichten, von Twitter und Facebook wirkt der Merkur antiquiert, überholt, unzeitgemäß. Orte, an denen der Merkur gerne gelesen wird und er nicht fehlen darf, werden leider immer seltener.

    Live aus dem Ostseebad Eckernförde – Weinstube „Roemer&Wein“ – 27. Juli 2019
    Karl-Heinz Wille

    1. Herbert Klein sagt:

      Wenn das stimmen würde, was Herr Wille behauptet, dann wäre es umso wichtiger, dass möglichst viele Zugang zu den Merkurtexten erhielten, damit die notwendigen Fähigkeiten ausgebildet würden. Also: Kein Café und keine Leserschaft vorab ausschließen, sondern möglichst viele konfrontieren. Der Appetit kommt bekanntlich beim Essen. So, jedenfalls behauptet es der Volksmund.

  3. Thomasino Erhardt sagt:

    Der Sommer hat seinen Zenit ja gerade überschritten, aber ich hoffe da kommt noch was und es ist noch nicht zu spät für diesen Vorschlag: Auf längere, komplexere Texte konzentrieren geht für mich ironischerweise an Orten, an denen ein gewisses Maß an Ablenkung existiert. Diese Ablenkung (wenn sie nicht zu groß ist) fordert einen Widerstand heraus, der die Lektüre manchmal für mich überhaupt erst zugänglich macht. Kann mich wunderbar in etwas versenken, während ich mit der Ringbahn um Berlin herum fahre zB. In der S-Bahn den MERKUR ausliegen zu lassen, scheint mir nicht wirklich praktikabel, alternativ schlage ich für das Jahresabo das Cafe Haliflor in der Schwedter Strasse in Berlin vor, das am Tag ähnlich perfekt wie eine längere Bahnreise für mich funktioniert. Es gibt dort einen guten Ambient Noise aus der wenig lauten Musik der Playlists des freundlichen Personals und den Geräuschen der Kaffeemaschine, ein paar Leute sind immer damit beschäftigt, irgendwas in ihre Laptops zu hacken oder brüten über Zetteln, auf denen sie Anstreichungen machen, ohne daß das nach Arbeit oder gar nach einem Co-Working Space ausieht. Das indirekte Licht, das über die großen Fenster in den Raum fällt, ist schmeichelhaft und sanft, Leute sitzen dort, kucken in die Luft oder auf die Passanten, trinken Kaffee oder schon ein Bier, rauchen Zigaretten draussen an den Tischen und lesen die üblichen Tageszeitungen, die dort ausliegen. Wenn ich auf diesem Stapel mit den Zeitungen plötzlich den MERKUR entdecken würde, würde ich mich sehr freuen – und ich müsste dafür nicht mehr die nächste längere Bahnfahrt abwarten…

  4. Karl-Heinz Wille sagt:

    Die Redaktion des Merkur beliefert doch tatsächlich mein Cafe Bazzar in Düsseldorf monatlich mit einem Freiexemplar. Man glaubt es kaum.
    Ich hatte das Cafe und die dortigen Formen und Inhalte der Kommunikation und des Verkehrs – wenn auch sprachlich etwas unbeholfen – skizziert (s.o.). Dennoch hat die Redaktion sich entschlossen, das Bazzar in den Verteilerschlüssel aufzunehmen.
    Ich betrete das Cafe am Sonnabend, 14. September gegen 14 Uhr, begebe mich an den Tresen und beginne ein Gespräch mit einem der beiden Betreiber dieses Kaffeehauses.
    „Ich habe für euch im Internet ein wenig Werbung gemacht; auf dem Blog des Merkur, den ich seit fast 50 Jahren lese und und mit viel Gewinn schmöker.“ eröffne ich den Plausch und erläutere dann in ein paar Sätzen, um was für eine Zeitschrift es sich handelt.
    „Den Merkur?“ fragt er zurück, „Ja, den bekommen wir seit einiger Zeit kostenlos zugeschickt.“
    Vor Überraschung bekomme ich meinen Mund nicht mehr zu:
    „Wie bitte? Ihr bekommt jetzt den Merkur? Ich kann es nicht glauben.“
    Das Interessante folgt erst noch:
    „Ich lege das Bändchen auf die Zeitungsablage und schaue nach 3 bis 4 Stunden was passiert.“ erzählt mir der Chef mit einem Grinsen im Gesicht. „ Das Exemplar ist weg! Ich gehe durchs Cafe und schaue, ob jemand den Merkur liest oder ob er irgendwo herumliegt. Aber nein, ich kann ihn nirgendwo finden. Er ist weg! Einfach geklaut!“
    Wir beide lachen. Diebstahl im Bazzar, und betroffen ist ausgerechnet eine hochkarätige Intellektuellenzeitschrift. Wenn es die „Blätter“ wären … ja, mein Gott, bitte schön, Auf dieses „Meer des Unsinns“ können die Gäste hier locker verzichten, aber doch nicht auf „die Insel der Vernunft“, den Merkur.
    Man sieht, es gibt sogar in diesem Cafe „der Jungen, der Schönen und der Reichen“, dort, wo sich die Düsseldorfer Schickeria trifft, Gäste, die den Merkur einfach stehlen.
    Leute! Kauft ihn, abonniert ihn und dann könnt ihr ihn auch ohne Gewissensbisse lesen, genießen und vielleicht auch weitergeben.

    Live aus der Düsseldorfer Universitätsbibliothek – 19. September 2019
    Karl-Heinz Wille

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