• Intellektuelle Intellektuellenskepsis (Voegelin, Arendt, Milosz)

    Dieser Tage ist wieder häufig zu hören, Bildung sei der beste Schutz gegen die Wellen von Populismus, Autoritarismus, Irrationalismus und Regression, die da an die Deiche der liberalen Demokratien branden. Zudem brauche es unbedingt mehr engagierte Akademikerinnen und Intellektuelle, die sich in der Öffentlichkeit zu Wort melden! Auch Kunst und Kultur, wenn man sie nur richtig verstünde und anwende, stellten probate Mittel gegen besagte Tendenzen dar. So oder so ähnlich hört man es im Gespräch unter Bekannten und in Radiofeatures, liest man es im Feuilleton oder in den Sozialen Netzwerken. Doch bereits wenige Blicke in die Geschichte zeigen, dass gerade Gebildete, Akademiker, Künstlerinnen und Intellektuelle empfänglich sind für jene Versuchungen, die von Macht und Ideologie ausgehen. Mehr noch, die in der Moderne sich einstellende Ferne von Bildung und Kunst zur Macht hat oft zu Frustration geführt, die wiederum in Sehnsucht nach Macht umschlägt. (mehr …)
  • „Was, wenn der Streit der Grund für unseren Fortschritt wäre?“

    Irritation und Innovation am Beispiel der TV-Serie The Big Bang Theory und Ludwik Flecks Entstehung und Entwicklung einer wissenschaftlichen Tatsache Eben schlug ich das Mitgliedermagazin meiner Hausbank auf. Das Titelthema lautet: "Gemeinschaftlich. Mehr Miteinander bitte!" Im Editorial heißt es: "Gemeinschaftsgefühl steht derzeit hoch im Kurs. Das ist erfreulich. Aber gleichzeitig geht es auch wieder des Öfteren um die Abgrenzung von anderen Menschen, Staaten und Kulturen. […] Was sind Gemeinschaften, aus denen etwas Positives für alle erwächst?" Innovation, Gemeinwesen, Inklusion, Vertrauen, Brücken über Kontinente, gemeinschaftliches Tun und soziale Prozesse sind weitere – eindeutig positiv besetzte – Schlüsselbegriffe des Textes. (mehr …)
  • Mehr Desorientierung: Wozu und worin die Geisteswissenschaften gut sind

    In den letzten Monaten stieß ich immer wieder auf Textpublikationen, in denen die Wichtigkeit der Geisteswissenschaften (humanities) angesichts von Trump, Populismus, Autoritarismus, fake news und alternative facts (vulgo: Lügen) betont wurde – nicht zuletzt, weil Trump die Geisteswissenschaften, da sie nicht in sein als Politik getarntes Geschäftsmodell passen, gerne auf den Müllhaufen der Geschichte befördern würde (und entsprechende Anstrengungen unternimmt). Vermutlich ist er an einem entsprechenden Entsorgungsunternehmen beteiligt. (mehr …)