Julia Encke, FAS, 11.Juni 2015

Julia Encke, die neue Literaturchefin der FAS, schreibt in der aktuellen Ausgabe eben dieser Zeitung (derzeit nicht online), unter dem beziehungsreichen Titel „Los, Labern!“:

In der neuen Ausgabe des „Merkurs“, der „Deutschen Zeitschrift für europäisches Denken“, gibt es eine Kolumne, die diesmal vom Literaturbetrieb handelt. Sie ist nicht besonders polemisch, obwohl man das ja eigentlich immer erwartet, wenn vom Betrieb die Rede ist. Sie nimmt ihren Gegenstand aber auch nicht besonders ernst: Im Januar dieses Jahres habe es „ein wenig Aufregung“ im Betrieb gegeben, stellt der Autor fest, einen „Sturm im Wasserglas“, andere Stürme gebe es da selten, der Betrieb sei nicht groß: „Die meisten Betriebsteilnehmer sind den meisten anderen bekannt, und was im Betrieb passiert, interessiert in erster Linie den Betrieb, den aber sehr.“ Steht da. Stimmt aber so nicht. Mich nämlich leider nicht so.

Gut, dass wir das geklärt haben. Aber dann geht es doch die ganze Zeit um den Betrieb, und zwar am Beispiel des neuen Lottmann-Romans. Könnte es sein, dass Encke mit dem eigenen Text absichtsvoll eine Laber-Performance hingelegt hat, die über den Betrieb schreibt, aber sich nicht nur von ihm, sondern vom eigenen Darüberschreiben listenreich distanziert, dass sie also Hubert Winkels, der den Betrieb in sich aufhebt, qua performativem Selbstwiderspruch noch überwinkelt? Dann natürlich Chapeau!

(Die erwähnte Kolumne ist im übrigen nach wie vor frei lesbar.)


Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *