• Aus der Welt des Schweizergaffers

    Zensur in der Schweiz, fragen Sie sich; übertreibt da nicht einer, verglichen mit anderen Ländern? Natürlich tritt die offensichtlichste Gefahr, die man durch das Schreiben oder anderweitige Kundtun seiner expliziten Meinung erleiden kann, in der Schweiz kaum auf: die Gefahr, verfolgt, inhaftiert, gefoltert und sogar ermordet zu werden, wenn Texte, Kunstwerke oder Kunstaktionen der eigenen Regierung (man kann auch andere Regierungen oder Regimes erzürnen, aber dann handelt es sich quasi um Landesgrenzen übergreifende Zensurversuche, was in jedem Staat geschehen kann, man denke an den Fall Salman Rushdie) nicht genehm sind, Tabuthemen aufgreifen oder Kulturschaffende einer kriminellen Vereinigung in die Quere kommen (auch das – und dies spricht wenigstens für mein Land, führt selten zu Körperverletzungen oder Mord). Wir sind es uns hier und in Mitteleuropa generell gewohnt, diese krassen Risiken mit mehr oder minder fernen Regionen und Ländern in Verbindung zu bringen: mit Mittelamerika, Russland, China oder Nordkorea etc. Die jährlich publizierten Ranglisten von Organisationen wie Freedom House oder Reporter ohne Grenzen, in denen punkto Pressefreiheit Länder wie Eritrea, Turkmenistan, Syrien oder der Iran in den letzten Jahren oft die Schlusslichter bilden, bestätigen diesen Eindruck. (mehr …)