• Umformungen, unvollständige Liste

    0 – Feedbackschleifen Erika Fischer-Lichte schreibt: »Jeder Übergang, jeder Weg über eine ›Schwelle‹ schafft einen Zustand der Instabilität, aus dem Unvorhergesehenes entstehen kann, der das Risiko des Scheiterns birgt, aber ebenso die Chance einer geglückten Transformation.« (mehr …)
  • Zum Tode Long Huis

    Als wir uns gerade Bad Schandau näherten, blieb er das dritte Mal stehen und starrte ins Abteil. Guck mal, ein Creep, sagte ich, und Pascal: Der ist nur druff. Später, auf dem Rückweg von der Toilette, lugte ich ins Nachbarabteil, alles gut, da saß der Creep in Begleitung, und die trug eine beruhigende rosa Jack-Wolfskin-Jacke. Ich setzte mich wieder, wir fuhren durch die nunmehr tschechische Nacht, fünf Minuten lang. Dann stand plötzlich die Frau mit der rosa Jacke in der Tür, ob sie sich zu uns setzen könne, nein, das sei nicht ihre Begleitung, das sei ein Creep, der sich, wortlos, sprachlos im fast leeren Zug direkt neben sie gesetzt habe, ob sie nicht bei uns und wir: Natürlich. Kommst du aus Wien? Sie sprach zwar breites Rheinländisch, aber irgendwas muss man ja fragen, und schon eine Viertelstunde später, bestimmt hatten wir die Elbe bereits das zweite Mal überquert, erzählte uns die Ornithologin, nach deren Namen wir ebenso zu fragen vergaßen wie sie nach den unsren, vom Schrei des Mauerseglers. Apus apus ähnelt den Schwalben, ist mit ihnen aber nicht näher verwandt. Er kann zehn Monate am Stück fliegen. Im Sturzflug erreicht er zweihundert Stundenkilometer. Der Wien-Berlin-Night-Express schafft neunzig. Die Schreie der Mauersegler können selbst in großen Städten den Verkehrslärm übertönen. Die Frequenz ihrer Rufe liegt zwischen 4000 und 7000 Hertz, in einem hohen, aber für das menschliche Gehör gut wahrnehmbaren Bereich. Als Einheit der Frequenz gibt das Hertz die Anzahl sich wiederholender Vorgänge pro Sekunde in einem periodischen Signal an. (…)

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