• Eindeutig d14

    Das ursprüngliche Ziel der documenta bestand darin, dem allgemeinen Publikum einen repräsentativen Überblick über die jeweils neueste Kunst zu geben. Im Jahr 1955, dem Jahr der documenta 1, kam Gegenwartskunst in den öffentlichen Museen kaum vor. Wer sich dafür interessierte, musste die wenigen privaten Galerien besuchen, in denen die damals noch so genannten Avantgardekünstler ausstellten. Man musste die Adressen kennen. Es gab Artikel in den Feuilletons und nur wenige Plakate als Reklame. Die heutige Gegenwartskunst stellt auch ein sehr effektives Werbeunterfangen dar: Jede Äußerung von Kunst und jede Äußerung über Kunst ist automatisch Reklame. Auch wer sich überhaupt nicht für Kunst interessiert, begegnet ihr in Berichten über Rekord-Auktionsergebnisse oder in Home Stories über teure Künstler und reiche Sammler. Kaum ein anderes Lebensfeld wird, in Print und Online zusammengenommen, so erschöpfend dargestellt wie die Gegenwartskunst: Nichts ist leichter, als sich einen Überblick über die Produktion eines aktiven Gegenwartskünstlers zu verschaffen. (...)

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  • Das Universum ist auch nicht mehr das, was es einmal war

    Der Mensch möchte wissen, an welchem Ort er sich befindet und welchen Platz er in der Naturgeschichte einnimmt, deswegen betreibt er Kosmologie. Nur eine verschwindend kleine Anzahl von Kulturen hat überhaupt keine Vorstellungen über das Universum. Der theoretische Teil der Kosmologie der Gegenwart ist der spekulativste Teil der Naturwissenschaften: Zahlreiche Hypothesen sind absolut nicht falsifizierbar.