• Zwischen Hölle und Hygge. Ein wenig Leben

    Ende Januar 2017 ist mit Hanya Yanagiharas Ein wenig Leben ein weiterer amerikanischer Roman-Meteorit in den Acker des deutschen literarischen Felds eingeschlagen. Die in der Übersetzung auf 960 Seiten ausgebreitete Leidensgeschichte eines schon in früher Kindheit brutal missbrauchten New Yorker Staranwalts hat auch hier einen Krater hinterlassen, der sich schnell mit den Tränen überwältigter Leserinnen und Leser füllte.
  • Nahkampf auf der Langstrecke. Elena Ferrante und Karl Ove Knausgård

    In der deutschen Gegenwartsliteratur hat derzeit Konjunktur, was Uwe Tellkamps Hauptfigur im Roman Der Turm die »Blauwale« in seinem Bücherregal nennt: Peter Kurzeck und Andreas Maier, Frank Witzel und Clemens S. Setz, Thomas Glavinic und Maxim Biller üben sich im Erzählmarathon, und dies mit Vorliebe auf autobiografischem Grund. Als internationaler Star des Monumentalen hat sich der Norweger Karl Ove Knausgård etabliert, so dass hier eine literarische Disziplin vermutet werden könnte, in der vor allem männliche Autoren das epische Potential von Lebenserzählungen erkunden. Mit beträchtlicher Verspätung erschien Ende August auch in Deutschland das Buch einer weiblichen Variante dieses Formats: Mit Elena Ferrantes Meine geniale Freundin, dem Auftaktroman ihrer etwa 1700 Seiten umfassenden Neapolitanischen Tetralogie, beginnt der Suhrkamp Verlag die deutsche Publikation einer Gesellschafts-, Familien- und Künstlerinnenerzählung im neorealistischen Cinemascope. (mehr …)