Fundstück: Paeschke besucht Heidegger

Aus dem Briefwechsel zwischen den Merkur-Herausgebern: Hans Paeschke an Joachim Moras, 25. August 1949

Heidegger: empfing mich in pluderartigen Lederhosen und langer Zipfelmütze. Wir sprachen bis 2 Uhr nachts in seiner Skihütte, in der er von Mai bis November lebt und arbeitet … Er arbeitet nur dort, und zwar ohne jede Bibliothek. Statt Stühlen gibt es bei ihm nur Baumstümpfe, auf denen man hockt. Germanisches Hüttendasein. H. hält sich von Lektüre fast völlig frei, liest im Winter einige klassischen Texte, die er auswendig lernt. Als einziges Organ, um sich über das draussen Vorgehende zu unterrichten, diene ihm der „Merkur“. Das schien ehrlich gesagt. Im Gegensatz zu seinem Aussehen und seinem Leben spricht er überaus lebhaft und klar. Das Gesicht einer Eule mit fast schwarzen grossen Augen, die nachtsichtig erscheinen, dazu etwas, was Rauzier als „rustre“ bezeichnet.“


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