Merkuriana: Schroers/Paeschke

„Teppich und altes Möbelwerk, Silber und Porzellane, viele Bücher und alteingesessene Sessel bei Hans Paeschke. Seine Frau, geborene Französin, still und klug, auf eine gütige Weise beobachtend, sorgend. Ich erfreute mich an Hans Paeschkes lebhaftem Geist, sah in sein Gesicht und begriff plötzlich angesichts seiner witternden Physiognomie die spezielle Qualität dieses Mannes, die äußerst rare Qualität eines Geistes, der sich auf die Spurensicherung versteht, der schmeckt, was geistig in der Luft liegt, und dann auch noch weiß, wen er zu fragen hat, um eine formulierte, gegründete Antwort zu bekommen. Kein Schreiber so sehr, ein Anreger von hohen Graden. Nachts brachte er mich über tief verschneite Straßen in eine Pension, deren Mobiliar dem seiner Wohnung glich. Ich fühlte mich wohl.“

Der Autor und Essayist Rolf Schroers (25 Texte im Merkur) besucht Merkur-Herausgeber Hans Paeschke in München (Eintrag unter dem Datum 6. Januar 1963 in seinen tagebuchartigen Aufzeichnungen „Im Laufe eines Jahres“, Kiepenheuer & Witsch 1964, S. 73)

 

 


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