Dezemberheft ist erschienen

Das Dezemberheft ist nun erhältlich, zum Beispiel auf der Klett-Cotta-Website. Es ist, wie auf spätestens den zweiten Blick ersichtlich, eine Premiere in der Geschichte des Merkur – es wird nämlich ausschließlich von Autorinnen bestritten, die nun allerdings gerade und ausdrücklich nicht über Genderthemen schreiben. Vielmehr ging es darum, ein in jeder anderen Hinsicht – nämlich die Qualität und das Themenspektrum betreffend – ganz normales Heft zusammenzustellen. Diskussionen hier im Blog sind selbstverständlich erwünscht.

Als Leseproben bieten wir: Überlegungen der Ethnologin und seit Jahren im deutsch-polnischen Kulturaustausch tätigen Stefanie Peter (Trägerin des Goldenen Verdienstkreuzes des Republik Polen) zum polnischen Selbstverständnis – ausgehend von Peters Staunen über die Verwunderung, die ihr angesichts ihres Interesses am Land gelegentlich in Polen selbst entgegenschlägt. Daneben sichtet die FAZ-Redakteurin Julia Voss neuere Literatur, die die vermeintlich vorbildliche Rehabilitierung der künstlerischen Moderne nach den Abwegen des Dritten Reichs mit großer Skepsis betrachtet.

Außerdem das Debüt unserer neuen Rechtskolumnistin Ute Sacksofsky (Uni-Website), Gedichte von Uljana Wolf und Texte von Eva Horn, Dora Zhang, Nina Verheyen, Hannelore Schlaffer, Birgit Recki, Paula Böndel und Catherine Davies.

Update: Das Deutschlandradio-Kultur-Feuilletonpressegespräch vom 29.11. mit Christian Demand zum Dezemberheft kann man sich hier anhören.


1 Kommentare

  1. Ruth Fühner sagt:

    ich wollte ihnen ein kompliment machen – endlich ein heft nur von autorinnen! das allerdings ist denn doch eine zweischneidige angelegenheit. gut, das die existenz – bei gleichzeitigem im-merkur nicht-vorkommen – von schreibenden frauen nicht unbemerkt geblieben ist. blamabel, dass im ganzen jahrgang 2012 nur eine einzige autorin zu wort kam – dass beate rössler über genau dieses thema schrieb, war wohl mit ein auslöser für das unbeschreiblich weibliche heft 763. aber damit ist das problem nicht dauerhaft gelöst. wir brauchen nicht alle jubeljahre einmal ein „frauenheft“. wir brauchen eine angemessene repräsentation von denkerinnen, schreiberinnen, wissenschaftlerinnen, autorinnen, essayistinnen – in jedem heft. dass sie zu finden sind, beweist das neue heft glanzvoll. in diesem sinne – weiter so, meine herren.

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